Windows Vista: EU-Kommission nimmt Sicherheitsfunktionen ins Visier

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Eric-Cartman

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Die Europäische Kommission hat Microsoft gewarnt, dass die in Windows Vista enthaltenen Sicherheitsfunktionen den von der EU Microsoft auferlegten Wettbewerbsregeln zu wider laufen könnten.

Der Sprecher der EU-Kommission Jonathan Todd hat am Dienstag erklärt, dass die EU Kommission an die Vielfalt und die Innovation des Sicherheits-Software-Marktes glaube und Microsoft diesen Markt bedrohen könnte, wenn es in Windows Vista seine eigenen Sicherheitsprodukte bündeln würde. Jonathan Todd sagte weiter, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer bereits im März einen Brief der EU-Kommission erhalten hatte, in dem Bedenken über die in Vista enthaltenen Sicherheitsfunktionen geäußert wurden und um mehr Informationen darüber gebeten wurde. Microsoft habe auf diesen Brief aber nur mit großer Verzögerung Ende August geantwortet. Todd wies darauf hin, dass Microsoft ein Vista abliefern müsse, das denen im Jahre 2004 aufgestellten Regeln entspricht. Ansonsten würde ein neues Kartellverfahren drohen.

Laut Todd untersucht die Europäische Kommission derzeit die von Microsoft gelieferten Informationen bezüglich der Sicherheitsfunktionen in Windows Vista. Er räumte dabei ein, dass bei Sicherheitsprodukten andere Regeln gelten, als seinerzeit beim Windows Media Player in Windows XP. "Wenn ich einen Computer ohne einen Media Player habe, ist das nicht das Ende der Welt", sagte Todd. Bei einem PC ohne Sicherheitsfunktionen sähe das aber ganz anders aus. Er sagte auch, dass die EU Kommission sicherlich von Microsoft nicht verlangen werde, eine Software zu verkaufen, die anfällig für Sicherheitsprobleme sei.

Stephen Toulouse von Microsofts Security Technology Unit erklärte gegenüber unserer US-Schwesterpublikation Infoworld, dass Microsoft das tue, was jeder gefordert habe und das sei, Windows sicherer zu machen. "Wir glauben, dass wir das Sicherheitsfundament in Vista höher gesetzt haben, als in jedem anderen Betriebssystem und wir wollen es nicht niedriger machen." Ziel sei es auch, mit Vista ein Betriebssystem auszuliefern, das den von der EU aufgestellten Regeln entspricht. Würde die EU Microsoft jetzt dazu auffordern, so Toulouse, eine oder mehrere Sicherheitsfunktionen aus Vista zu entfernen, wie beispielsweise die Anti-Spam-Lösung Windows Defender, dann sei dies eine "monumentale Aufgabe". "Ich kann nicht mal darüber spekulieren, wie wir mit einer solchen Aufgabe zurecht kommen würden", sagte Toulouse und ließ damit auch offen, ob sich dadurch der weltweite Start von Vista verzögern würde.

Toulouse betonte außerdem, dass Microsoft andere Hersteller von Sicherheitsprodukten nicht auf Vista aussperre. Als Beispiel nannte er die Funktion Patchguard, die in der 64-Bit-Fassung von Vista enthalten sein wird und verhindern soll, dass Applikationen den Vista-Kernel verändern dürfen. Das soll Malware davon abhalten, Schaden anzurichten. Symantec hatte diese Funktion kritisiert, weil Sicherheitsprodukte Zugriff auf den Kernel benötigen und Microsoft vorgeworfen, seine Marktdominanz ausnutzen zu wollen. Toulouse verwies darauf, dass Hersteller per signierter Treiber sehr wohl Zugriff auf den Kernel erhalten und die Regel, dass niemand den Kernel verändern darf, auch für alle Sicherheitsprodukte von Microsoft gelte. Als weiteres Beispiel nannte Toulouse das Windows Sicherheit Center, also die Oberfläche, auf der Anwender den Status aller genutzten Sicherheitsprodukte einsehen können. Toulouse betonte, dass Microsoft den Softwareherstellern die Möglichkeit bietet, dieses Sicherheits Center zu nutzen oder auch zu ignorieren. Microsoft habe es den Herstellern auch erlaubt, während der Installation ihrer Software Vistas Windows Defender und die Firewall abzuschalten, so dass diese die Installation der Software nicht stören können.

Quelle:IDG Magazine Verlag GmbH/PC-WELT Online
 
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