Wie du deine Privatsphäre im Internet schützen kannst

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Mal eben das Foto vom heutigen Kneipenbesuch hochgeladen, noch schnell ein paar trendige Sneakers im Online-Shop gekauft und den neuesten Blogbeitrag gelesen: Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch was du dabei leicht vergessen kannst: Beim Surfen im Netz hinterlässt du Spuren, die nicht so schnell verblassen. Dieser Artikel gibt Aufschluss darüber, wie dein Surfverhalten im Internet analysiert wird und wie du dich davor effektiv schützen kannst.

Privatsphäre im Internet schützen wie kann ich meine Privatsphäre im Internet besser schützen ...png

Foto: Madartzgraphics

Nicht nur Social Media ist eine Gefahr

Relativ offensichtlich ist die Preisgabe von privaten Informationen auf diversen Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram, wo du dein Profil erstellst, Bilder und Videos teilst und Kommentare hinterlässt. Doch auch alle anderen – vermeintlich nicht öffentlichen – Aktivitäten im Netz können nachverfolgt werden.

Aus sämtlichen Informationen wie Kaufvorlieben, vielbesuchten Websites, Google-Suchen und Verhaltensmustern im Web werden sogenannte Persönlichkeitsprofile erstellt. Diese nutzen Unternehmen dann, um personalisierte Werbung zu schalten, maßgeschneiderte Inhalte zu publizieren oder um die gesammelten Daten an Dritte weiterzuverkaufen.

Persönliche Daten landen schnell an der falschen Adresse

Wie schnell hast du mal eben ein neues Kundenkonto angelegt? Oder ein neues Profil in einer Online-Community erstellt? Oder vielleicht doch ganz ausnahmsweise mal das Gewinnspielformular ausgefüllt? Wer weiß, vielleicht ist ja ausgerechnet heute dein Glückstag. Kostet ja nichts... oder?

Mit jedem Besuch einer Website, mit jeder neuen Registrierung und mit jedem öffentlichen Beitrag im Online-Portal hinterlässt du Datenspuren, die verheerende Auswirkungen haben können.

Wie sich deine Online-Identität auf dein reales Leben auswirkt

Die folgenden drei Beispiele zeigen ganz konkret, welche Auswirkungen die Nachverfolg-barkeit im Internet auf deine aktuelle Lebenssituation haben kann:

1. Mangelnde Kreditwürdigkeit?

Einige Kreditinstitute werten die Nutzerdaten und Social-Media-Profile ihrer Kunden aus (z.B. wie viele deiner Facebook-Freunde einen akademischen Grad besitzen). Diese – teils sehr abwegigen – Informationen fließen in die Analyse der Kreditwürdigkeit mit ein.

Einem Journalisten, der im Rahmen einer Recherche zahlreiche Websites von Online-Wetten und Gewinnspielen aufgerufen hat, könnte folglich seitens des Finanzinstituts eine schlechte Bonität unterstellt werden.

2. Schlechter Gesundheitszustand?

Anbieter von privaten Krankenkassen analysieren das Surfverhalten ihrer potentiellen Neukunden und schließen daraus auf den Gesundheitszustand. Wer sich regelmäßig im Internet über Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt informiert, könnte auf Grund dieses vermeintlichen Risikos bei der Beantragung einer privaten Krankenversicherung direkt in eine höhere Beitragsklasse eingruppiert werden.

3. Unseriöser Bewerber?

Es ist schon längst kein Geheimnis mehr, dass viele Unternehmen ihre Bewerber im Internet googlen und daraus Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit und die spätere Arbeitsmoral ziehen. Wer drastische politische Meinungen äußert, alkoholisierte Party-Fotos veröffentlicht oder anstößige Bilder postet, könnte sich die Tür zum neuen Traum-Job direkt selbst wieder zuschlagen.

Kontakte über soziale Plattformen pflegen, Erlebnisse teilen, neue Leute kennenlernen, Bilder und Videos präsentieren: All das macht nur Sinn, wenn du dabei auch etwas von dir preisgibst. Jedoch solltest du dabei immer darauf achten, nur solche Informationen preiszugeben, die später nicht gegen dich verwendet werden können.

Tipps und Tricks für eine sichere Internet-Nutzung

Vollständig anonym zu surfen, ist kaum möglich. Doch mit wenigen Tricks kannst du deinen sogenannten digitalen Fußabdruck verkleinern und deine Online-Identität wirksam schützen.

1. Privater Surfmodus: Mit den meisten Browsern kannst du nicht nur öffentlich, sondern auch im privaten Modus surfen. Dies kannst du in den Privatsphäre-Einstellungen festlegen und dadurch die Nachverfolgbarkeit deines Surfverhaltens verhindern. Allerdings bietet diese Einstellung keinen vollständigen Schutz. Zwar werden gewisse Spuren beseitigt, dein Internetverhalten wird aber weiterhin erfasst und kann mittels verschiedener Tracking-Methoden wie dem Canvas-Fingerprinting nach wie vor deiner Person zugeordnet werden.

2. VPN einrichten: Eine deutlich sicherere Variante ist die Einrichtung eines VPN, eines sogenannten virtuellen privaten Netzwerks. Mit diesem Dienst werden deine Daten und deine Privatsphäre online geschützt, indem dein Standort, deine IP-Adresse und sämtliche Online-Aktivitäten verschlüsselt werden. Insbesondere bei der Nutzung von öffentlichen Hotspots und WLAN-Netzwerken ist ein VPN zu empfehlen, mit dem du die Sicherheit deiner Surfaktivitäten deutlich erhöhen kannst.

3. Cookie-Einstellungen gewissenhaft einrichten: Cookies sind Datensätze, die während des Besuchs einer Website auf deinem Computer zwischengespeichert werden. Sie sollen das Surfen im Internet erleichtern, sammeln im Gegenzug jedoch Nutzerdaten und Passwörter. Inzwischen sind alle Internet-Seiten dazu verpflichtet, deine Zustimmung für die Nutzung von Cookies einzuholen. Du hast dabei die Wahl zwischen technisch notwendigen Cookies und solchen, die primär für Werbe- und Marketingzwecke eingesetzt werden. Nimm dir beim Surfen die Zeit, die Cookie-Einstellungen aufzurufen und nicht automatisch alle zu akzeptieren.

Neben den genannten Tipps gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, das Tracking im Internet zu erschweren. Indem du regelmäßig deinen Browserverlauf löschst, deinen Cache leerst oder einfach mal die Suchmaschine oder den Browser wechselst, wird die preisgegebene Datenmenge beträchtlich reduziert oder zumindest auf verschiedene Anbieter verteilt.

Daten nur sparsam herausgeben

Der beste Schutz vor Datensammlern und Betrügereien im Internet ist nach wie vor die. Jeder kann grundsätzlich selbst bestimmen, was andere über ihn wissen sollen. Im realen Leben würdest du sicherlich nicht deine vollständigen Kontaktinformationen, deinen Liebesstatus und deine letzte Gehaltsabrechnung öffentlich preisgeben.

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Foto: Freepik

Das ist auch gut so! Denn es hat Vorteile, wenn nicht alle Menschen alles voneinander wissen. Mit dem gleichen Maßstab solltest du auch an deine Aktivitäten im Internet herangehen:
  • Ist das Anlegen eines Kundenkontos bei der Online-Bestellung wirklich nötig? In der Regel kannst du als „Gast“ genauso gut einkaufen.
  • Möchtest du das leicht bekleidete Bikini-Foto wirklich hochladen? Denke daran, dass auch dein Schwiegervater, deine Chefin und der unfreundliche Nachbar darauf zugreifen können.
  • Postest du deinen Kommentar auf dem Social-Media-Profil wohl überlegt oder aus einer Stimmung oder einem Affekt heraus? Viele dieser Informationen lassen sich später nicht mehr löschen und bleiben für die Ewigkeit sämtlichen Internet-Nutzern zugänglich.
Du siehst: Mit wenigen einfachen Mitteln kannst du dafür sorgen, dass deutlich weniger Daten von dir im Netz kursieren.

Schutz deiner persönlichen Daten im Netz – das Wichtigste in Kürze

Wer regelmäßig soziale Netzwerke nutzt, hat einen großen aktiven digitalen Fußabdruck. Doch auch Tracking-Cookies, die dich beim Surfen durch verschiedene Webseiten verfolgen, können einen passiven digitalen Fußabdruck erstellen.

Algorithmen analysieren dabei dein Nutzerverhalten, ermitteln, welche Seiten du aufrufst, wie lange du auf bestimmten Bildern verweilst und auf welchen dieser Bilder du selbst zu erkennen bist. Daraus wird eine Datensammlung erstellt, die neben persönlichen Kontaktinformationen und Bankdaten auch bestens über deine Vorlieben, deine Freunde, deine politische Einstellung und dein Liebesleben informiert ist.

Das Internet ist eine der wichtigsten und praktischsten Erfindungen unserer Zeit und hat unser Leben um ein Vielfaches vereinfacht. Es wäre fatal, diese gigantischen technischen Möglichkeiten nicht zu nutzen. Denke jedoch beim Surfen immer daran: Die sichersten Daten sind diejenigen, die gar nicht erst preisgegeben werden.
 
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