WhatsApp: Informationen zu gesammelten Daten und Austausch mit Facebook angekündigt

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Seit einigen Jahren gehört der Messenger WhatsApp zu Facebook, wovon die Nutzer aber nichts merken. Laut einer Ankündigung könnte sich das in Bezug auf die Daten aber bald ändern. Gleichzeitig will sich der Dienst aber künftig auskunftsfreudiger geben


In einem Blog-Beitrag hat WhatsApp Änderungen der Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie angekündigt, wo im Mai die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft tritt. Daneben wurden aber auch zwei Pläne für die Zukunft enthüllt, die durchaus aufhorchen lassen. Der erste läuft unter der Bezeichnung "Datenaustausch" und dürfte bei einigen Anwendern die Alarmglocken klingeln lassen. Dabei fängt es eigentlich ganz harmlos an: "Derzeit teilen wir deine Account-Infos nicht zur Verbesserung der Produkterlebnisse und Werbung auf Facebook.". Doch wie es weitergeht, klingt weniger gut: "Wie wir bereits in der Vergangenheit angekündigt haben, möchten wir zukünftig enger mit anderen Facebook-Unternehmen zusammenarbeiten und werden dich über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten.". Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass Nutzer die "Spam oder missbräuchliche Inhalte" verteilen, künftig plattformübergreifend bei Facebook und WhatsApp blockiert werden können.

Es wird also offen ein verstärkter Datenaustausch angekündigt, über den die betroffenen Nutzer aber lediglich informiert werden. Etwas dagegen tun, um die Datenübermittlung zu unterbinden, scheint hingegen nicht vorgesehen zu sein. Das klingt nicht gerade vertrauenerweckend, wenn man gleichzeitig bedenkt, dass Facebook zumindest theoretisch auf die entschlüsselten Daten von WhatsApp zugreifen kann.

Im Gegenzug gibt sich die Facebook-Tochter aber auch etwas offener. Denn "in den kommenden Wochen wirst du die begrenzten Daten, die wir sammeln, herunterladen und einsehen können", wie es am Ende der aktuellen Ankündigung heißt. Und das wird auf den ersten Blick sogar ziemlich einfach sein. Nämlich direkt über das Smartphone, indem über die Einstellungen ein entsprechender Report angefordert wird. Dann kommen jedoch die Haken, denn erst einmal sollen bis zu drei Tage vergehen, bis das Ergebnis eintrifft. Dieses wird als ZIP-Datei zugesendet werden, die "eine leicht lesbare HTML-Datei und eine JSON-Datei [enthält], die in eine andere App portiert werden kann". Auch ein Versand der Datei per E-Mail wird möglich sein, um die Daten an einem PC auslesen zu können. Das alles klingt am Ende doch nicht so nutzerfreundlich, wie anfangs gedacht.
(Quelle: WhatsApp)​


Meinung des Autors: Theoretisch kennt WhatsApp ja nur die Handynummer. Und die aller Kontakte. Und den Zeitpunkt und Ort aller gesendeten und empfangenen Nachrichten. Das dürfte viele Rückschlüsse auf den Nutzer und sein Verhalten zulassen. Dass WhatsApp dies als "die begrenzten Daten, die wir sammeln" umschreibt, klingt ziemlich untertrieben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass künftig eben doch eine stärkere Verknüpfung mit der von einem Datenskandal gebeutelten Mutter Facebook stattfinden soll.
 
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