Was für und gegen ein faltbares Smartphone spricht

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Bei Smartphones lassen sich immer wieder deutliche Trends beobachten. Es gab eine Zeit, in der die Geräte besonders klein sein mussten, inzwischen können ihre Displays gar nicht groß genug sein. Das Problem ist nur: Je größer das Telefon ist, desto schlechter lässt es sich transportieren. Schließlich ist es doch einer der Vorteile eines Smartphones, dass es bequem in die Hosentasche passt. Um Bildschirmgröße und Handlichkeit unter einen Hut zu bekommen, verfolgt die Industrie längst einen kühnen Plan: Man kombiniere das Smartphone mit dem Tablet-Computer, und schon hat man das perfekte mobile Gerät.

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Derzeit basteln zahlreiche Hersteller mit Hochdruck daran, die Idee in die Tat umzusetzen. Es ist jedoch alles andere als einfach, ein Handy faltbar zu machen. Das musste zuletzt der Tech-Riese Samsung schmerzlich erfahren. Er wollte im Mai 2019 das Galaxy Fold auf den Markt bringen – das erste serienreife Falt-Smartphone der Welt. Samsung verschickte Testgeräte an zahlreiche Redaktionen und Influencer, die die Technologie teilweise überschwänglich lobten. Ein Scharnier sorgt dafür, dass sich das 4,6 Zoll große Telefon mit einem einzigen Handgriff in ein 7,3 Zoll großes Tablet verwandelt. Dadurch trägt der Nutzer gleich zwei Geräte auf einmal mit sich herum. Wenn das Smartphone aufgeklappt wird, dann passt sich die App, die gerade darauf läuft, praktischerweise an den vergrößerten Bildschirm an. Außerdem können auf dem Galaxy Fold bis zu drei Apps zur gleichen Zeit genutzt werden.

Bei intensiver Nutzung des Geräts zeigten sich allerdings die Schwachstellen der neuen Technologie. So gelangten Staub und andere Fremdkörper unter das Display, außerdem ließ sich bei den Testgeräten die Schutzfolie auf dem Bildschirm recht leicht entfernen. Samsung reagierte auf die Welle an negativen Stimmen und verschob den Verkaufsstart des Galaxy Fold auf unbestimmte Zeit. Diese Entscheidung zeigt, dass sich das Konzept der faltbaren Handys noch in der Anfangsphase befindet. Das hält jedoch andere Hersteller nicht davon ab, ihre Geräte der Öffentlichkeit vorzustellen. Auf der Consumer Electronics Show 2019 in Las Vegas präsentierte etwa das kleine chinesische Unternehmen Royole das FlexPai, das sich von einem 3,9 Zoll großen Telefon in einen 7,8 Zoll großen Tablet-Computer verwandeln lässt. Auch Huawei, einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt, steht mit dem Mate X kurz vor der Markteinführung.

Der größte Vorteil eines faltbaren Smartphones wurde nun schon zur Genüge erläutert: Es vereint die Vorzüge eines handlichen Telefons mit denen eines übersichtlichen Tablets. Um WhatsApp-Nachrichten zu schreiben oder jemanden anzurufen, genügt das kleine Format, für Filme oder Spiele eignet sich das größere Display viel besser. Die flexible Darstellung der Apps stellt ebenfalls ein wichtiges Verkaufsargument dar. Sollte es nötig sein, kann ein Programm mühelos vom kleinen auf das große Display transferiert werden. Nicht erst durch das Samsung Galaxy Fold hat die Tech-Welt erfahren, welche Tücken die Falt-Technologie bereithält. Das Scharnier muss ebenso widerstandsfähig sein wie das Display, und die Bauteile müssen dafür gerüstet sein, Tausende Male gefaltet zu werden. Das verlangt den Ingenieuren und Designern eine Menge ab. Sie müssen von den üblichen Konzepten abweichen, die hinter der Gestaltung eines klassischen Smartphones stehen, und neue Wege beschreiten. Deshalb tun sich momentan selbst große Unternehmen schwer, ein tadellos funktionierendes Falt-Smartphone auf den Markt zu bringen.

Der entscheidende Faktor für den Erfolg der faltbaren Telefone wird wohl der Preis sein. Weil die Technologie neu ist, werden Interessenten für die ersten Geräte einen relativ hohen Geldbetrag zahlen müssen. Für das FlexPai von Royole sind etwa 1.220 Euro bei 128 Gigabyte Speicher und rund 1.350 Euro für 256 Gigabyte fällig. Das Huawei Mate X soll sogar rund 2.300 Euro kosten, und Samsung hat auch vor, für sein Galaxy Fold mehr als 2.000 Euro zu verlangen. Angesichts vom iPhone Xs, das in seiner teuersten Konfiguration mehr als 1.600 Euro kostet, sind diese Preise längst nicht mehr utopisch. Nichtsdestotrotz machen sie die Geräte zu Luxusprodukten, die sich nicht jeder leisten kann. Daher werden faltbare Smartphones vorerst einem kleinen Kreis von Menschen vorenthalten bleiben, die sich die Geräte leisten können oder wollen. Erst wenn ein paar Generationen der Telefon-Tablet-Hybriden veröffentlicht wurden, ihre Funktionsweise ausgereift ist und die Preise gesunken sind, werden sich wohl immer mehr Menschen damit ausstatten. Denn praktisch ist die Falttechnik auf jeden Fall.

 
 
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