US-Geheimdienst NSA half bei Vista-Entwicklung

Diskutiere US-Geheimdienst NSA half bei Vista-Entwicklung im IT-News Forum im Bereich IT-News; Vista soll besonders sicher sein, das hebt Microsoft immer wieder als Stärke seines neuen Betriebssystems hervor. Damit dem auch wirklich so ist...
#1
Eric-Cartman

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Vista soll besonders sicher sein, das hebt Microsoft immer wieder als Stärke seines neuen Betriebssystems hervor. Damit dem auch wirklich so ist, ließ sich Microsoft bei der Entwicklung von Vista von der NSA helfen, einem der US-Geheimdienste. Bei Anwendern, die um ihre Privatsphäre fürchten und Microsoft ohnehin skeptisch gegenüber stehen, dürfte diese Information Misstrauen erregen.

Für die vielen Schwachstellen und Sicherheitslücken in allen bisherigen Windows-Versionen hagelte es Vorwürfe und Spott für Microsoft. Mit Vista soll das aber anders werden, die Redmonder erstellten den Code für ihr neues Windows von Grund auf neu und ganz besonders unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit. Um ganz sicher zu gehen, arbeitete Microsoft jahrlang sogar mit einem US-Geheimdienst zusammen. Das berichtet die US-Tageszeitung Washington Post unter Berufung auf Microsoft-Kreise.

Konkret handelt es sich um den Lausch-, Abhör- und Entschlüsselungsgeheimdienst der Vereinigten Staaten, um die etwas weniger bekannte NSA . Anders als die Schlapphüte von der erheblich bekannteren CIA macht die NSA nicht durch Rambo-ähnliche Aktion von sich reden, sondern agiert mehr im Hintergrund mit Hilfe von leistungsfähigen Rechnern, Abhör- und Dechiffrieranlagen und Übersetzern.

Mit Hilfe der NSA wollte Microsoft Vista robuster gegen Attacken durch Viren, Würmer und Trojaner und gegen Hacker-Angriffe machen. Microsoft hält sich aber mit Informationen zur Mitarbeit des Geheimdienstes weitgehend zurück, nur kurz weisen die Redmonder am Ende ihres offiziellen "Windows Vista Security Guide" auf die Mithilfe der NSA hin. Das dürfte niemanden verwundern, schließlich sah sich Microsoft schon vor vielen Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, US-Geheimdiensten Zugriff auf Windows zu gewähren (siehe nächste Seite).

US-Geheimdienst NSA half bei Vista-Entwicklung
Auch gegenüber der Washington Post gab Microsoft keine Details zur Zusammenarbeit mit den Schnüffelnasen aus Fort Meade in der Nähe von Baltimore preis (das Foto zeigt die NSA-Zentrale in Fort Meade). Von der NSA selbst konnten die US-Zeitung aber immerhin erfahren, dass die NSA während der Entwicklung von Vista zwei Teams von Computerexperten gebildet habe. Ein Team - als "rotes Team" bezeichnet - übernahm die Rolle der Angreifer und versuchte Vista zu hacken, das andere "blaue" Team half dagegen den Systemadministratoren des Verteidigungsministeriums Vista optimal und sicher zu konfigurieren. Die NSA leistete ihre Hilfsstellung kostenlos, Microsoft musste nichts dafür bezahlen.

Microsoft betont in diesem Zusammenhang, dass dies nicht das erste Mal sei, dass man mit den Geheimdiensten zusammen arbeite. Bereits bei Windows XP und bei Server 2003 hätten die Redmonder Sicherheitsexpertisen von der NSA eingeholt. Außerdem habe Microsoft auch mit anderen US-Behörden sowie mit der Nato zusammengearbeitet, um Vista sicherer zu machen.

So ungewöhnlich ist die Vorgehensweise von Microsoft allerdings nicht. Auch Apple habe laut Washington Post bei der Entwicklung von MacOS X mit verschiedenen staatlichen Einrichtungen wie beispielsweise der NSA kooperiert. Das lasse sich auch für Novell bei der Entwicklung seiner Linux-Systeme sagen.

Skandalumwittert: Der NSA-Key in Windows

Die NSA machte zuletzt von sich reden, als bekannt wurde, dass sie im Auftrag der Bush-Regierung den Telefon- und Mailverkehr von US-Bürgern heimlich abhörte. In Deutschland ist die NSA vor allem durch das Echelon-System bekannt, das im Verdacht stand (und wohl immer noch steht), dass mit ihm auch deutsche Unternehmen ausspioniert werden ( die PC-WELT berichtete ).

Für PC-Anwender war jedoch lange Zeit der so genannte NSA-Key ein brisantes Thema. Im Jahr 1999 entdeckten Computerexperten diesen NSA-Key in der Registry von Windows, als konkretes Beispiel nannte der Chaos Computer Club damals den NSAKEY in Windows NT. Sofort kursierte das Gerücht, dass der US-Geheimdienst heimlich Zugriff auf alle fremden Windows-Betriebssysteme haben würde und Verschlüsselungsverfahren damit aushebeln könne.

Microsoft reagierte prompt und bezeichnete die Sache mit der Hintertür als haltlose Anschuldigung. Der Name NSAKEY sei einfach deswegen von Programmierern benutzt worden, weil die NSA die zuständige Behörde für die Exporte von Verschlüsselungsverfahren sei.

Die Wahrheit war vermutlich, dass es sich beim NSAKEY um einen Public Key handelte, der Kryptoalgorithmen zertifizieren kann. Die NSA wollte damit, so die offizielle Lesart, sichere Regierungsversionen von Windows erzeugen, ohne dafür eine teure Microsoft-Lizenz zahlen zu müssen. Den Hinweis auf den NSAKEY haben Microsoft-Programmierer dann offensichtlich in einer Windows-Version stehengelassen. Eine Hintertür hat Microsoft damit dem US-Geheimdienst aber wohl nicht geöffnet. Mehr dazu können Sie in diesem älteren Bericht der PC-WELT nachlesen .

Quelle: IDG Magazine Verlag GmbH/PC-WELT Online
 
#2
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Freak-X

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Also wenn man sowas hört, denkt man doch immer mehr an Linux - Echt nicht mehr schön, diese Kontrolle :kotz
 
#3
Fireblade

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Sehr interessanter Bericht @Eric-Cartman :unsure
 
#6
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bescher

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Ich mein es heißt ja nicht umsonst dass man z.B. keine amerikanischen bzw kommerzielle Verschlüsselungs Programme verwenden soll, weil angenommen wird das die Amerikanischen Behörden das eh direkt umgehen können. Bei windows kann ich mir gut was ähnliches Vorstellen.....
 
#7
Michel

Michel

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Man ist, egal mit welcher Software, vielleicht irgendwann so gut wie möglich gegen Angriffe von außen geschützt. Aber wenn das Betriebssystem der innere Feind des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der User ist, was will ich denn überhaupt noch mit Firewalls, Virenscannern und Antispyware. BRAIN.EXE sagt mir, vielleicht doch besser auf Linux umzusteigen. Aber die arbeiten vielleicht mit dem KGB oder den Men in Black zusammen...
 
#8
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MoZ

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ich finde man sollte vorsichtig damit umgehen. ich finde es erfreulich das mircosoft sich so mühe gibt sein OS sicher zu machen. Jeder jammert Windows sei so unsicher , und wenn was dagegen gemacht wird heulen hier noch mehr rum! (nicht böse gemeint). und fall apple und novell auch auf solche mittel und mithilfen zurückgreifen dürfen sollte microsoft dies auch tun. falls es eine hintertür in vista gibt , gibt es sie ja auch schon in XP. also beschwert euch nicht dauernd , sofern ihr Windows nutzt , was bei diesem board meiner meinung nach vorraussetzung ist. heißt ja auch WINboard.

ist nur meine meinung....
 
#9
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boreal

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Vorstellen kann ich mir das auch sehr gut, der Artikel läßt eine aber genau so in der Gerüchteküche stehen wie vorher. Das Microsoft sein Betriebsystem von Sicherheitsexperten auf schwachstellen prüfen läßt, ist ja erst mal gut und nicht schlecht, und mehr steht da ja nicht. Aber bei einem fürs abhören zuständigem Geheimdienst klingelt wohl bei fast jedem die Wahrnglocken.

@Michel1989
Unter Linux liegt allerdings der Quellcode offen, so dass soche Backdoors leicht gefunden werden könnten - wobei das bei der Menge an Code, die überprüft werden muss, natürlich auch nicht jede Hintertür ausschliesst.
 
#10
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desertfox

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1-nix neues!!!!
2-kauft halt einfach nicht windows vista!
 
#11
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Gearfried

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Mal ganz ehrlich Leute: Es will doch auch jeder glauben dass es eine Verschwörung gibt oder? ;)
 
#12
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Lenny

Gast
Mal ganz ehrlich Leute: Es will doch auch jeder glauben dass es eine Verschwörung gibt oder? ;)
Es geht nicht um Verschwörung, sondern darum zu wissen, was für eine Software man installiert und welche Auswirkungen Sie hat. Da man Geld dafür bezahlt, hat man auch ein Recht eben dieses zu wissen.
 
#13
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Gearfried

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Joa aber allen scheint das ziemlich zu missfallen, (mir auch) Microsoft dementiert dies aber trotzdem will eigentlich jeder der Verschwörungstheorie glauben oder?
Und wenn es darum geht zu wissen welche Software ich mir installiere bräuchten wir uns doch über Windows gar nicht mehr unterhalten oder?
Wir wissen doch alle was hinter Windows fürn Konzern steckt und mit welchen Mitteln die arbeiten um an Daten zu kommen. ;)
 
#14
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MadMaster

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katze2807

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Am besten gar nicht mehr ins Netz, dann kann man über das Internet auch nicht mehr ausspioniert werden. Und wenn das alle machen, sitzen die Spione alleine da und können sich gegenseitig ausspionieren.:D
 
#16
Fireblade

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Man muß damit leben,das sich seit dem 11.9.2001 die Welt verändert hat.
 
#19
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Lenny

Gast
Ich glaub nicht, das der sagenumwobene NSA-Key irgendwas mit dem 11.9. zu tun hat.

Glaube ich ehrlich gesagt auch nicht, der 9.11 wurde nur genutzt um der ganzen Bürgerüberwachung,nachträglich einen seriösen Anstrich zu verpassen...
 
#20
Fireblade

Fireblade

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Glaube ich ehrlich gesagt auch nicht, der 9.11 wurde nur genutzt um der ganzen Bürgerüberwachung,nachträglich einen seriösen Anstrich zu verpassen...
Das denke ich auch mal,so regt sich dann wohl kaum noch jemand auf.Bzw.nur wenige.
 
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