Tolino Shine 2 HD im Test und Vergleich mit dem Vorgänger

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Geronimo

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Seit kurzem ist der neue E-Book-Reader tonilo shine 2 HD auf dem Markt, der im Vergleich zu seinem Vorgänger ein höher auflösendes Display bietet. In einem ausführlichen Test wollen wir uns von seinen Qualitäten überzeugen, und zudem klären, ob sich der Mehrpreis gegenüber dem immer noch erhältlichen shine der ersten Generation lohnt


Erster Eindruck:

Im Vergleich zum von uns vor zwei Jahren getesteten tolino shine (1. Teil und 2. Teil des Tests) fällt das neu gestaltete Gehäuse auf. Dieses ist jetzt schwarz anstatt des etwas undefinierbaren Brauntons der ersten Generation. Zudem ist es es geringfügig schmaler, einen Tick dünner und etwas kürzer. Beim Gewicht wirkt sich das aber nicht aus, denn der neuer Reader ist mit gewogenen 179 g sogar 1 g schwerer als der Vorgänger. Die neue Kompaktheit und das schwarze Gehäuse lassen den tolino shine 2 HD stimmiger und auch edler wirken, doch bekanntlich ist nicht alles Gold was glänzt. Bei der Neuauflage bedeutet das, dass die Rückseite durch Fingertapsen und Schweiß relativ schnell ziemlich schmuddelig und unansehnlich wirkt. Dies war zwar auch beim Vorgänger der Fall, aber längst nicht so ausgeprägt. Zudem scheint die Oberfläche des neueren Gerätes etwas empfänglicher für Kratzer zu sein. Zwischen beiden Geräten gibt es aber noch einen gewaltigen Unterschied, denn im tolino shine 2 HD lässt sich der Speicher nicht mehr durch microSD-Karten erweitern. In der Regel dürften die 2 GB freier Speicherplatz zwar mehr als ausreichend sein, doch gerade innerhalb von Familien, wo gerne mal Speicherkarten mit Inhalten getauscht werden, ist dies ein Nachteil.


Ersteinrichtung:

Die Software beider Geräte ist identisch, denn nach einem jetzt veröffentlichten Update für den tolino shine lauft auf beiden die Firmwareversion 1.7.2, die sich durch einige wenige Details von früheren Ausgaben unterscheidet. Im ersten Schritt wird die verwendete Sprache festgelegt, in unserem Fall natürlich Deutsch. Im zweiten Schritt können die beiden Reader mit einem WLAN-Netzwerk verbunden werden, um bereits gekaufte Bücher aus der Cloud herunterzuladen, im Online-Shop einzukaufen oder künftige Software-Updates zu laden. Sofern diese Möglichkeit genutzt wird, erscheint eine erneute Länderauswahl, die sich auf den verfügbaren Online-Shop bezieht, in dem Bücher gekauft werden können. Hier kann man sich entweder mit einem bestehenden Konto anmelden oder einen neuen Account einrichten. Sofern man dies nicht möchte, muss "verlassen" angeklickt und im vorherigen Anmeldefenster der Schritt "Kein WLAN? eReader später einrichten" gewählt werden. Die zuvor durchgeführte Anmeldung im WLAN-Netzwerk wird dadurch gelöscht und muss später erneut durchgeführt werden. Leider ist dies etwas verwirrend, unlogisch und unnötig kompliziert, doch immerhin muss man sich mit dem "Problem" in der Regel nur einmal herumschlagen.

Nachdem die dreiseitigen "Tipps zu ihrem tolino" durchgeblättert wurden, kann über die den Homebutton Startseite aufgerufen werden. Das untere Drittel ist durch den jeweiligen Shop oder den dauerhaften Hinweis zur Einrichtung belegt. In den oberen zwei Dritteln werden eventuell vorinstallierte Bücher sowie das auf dem Gerät gespeicherte Handbuch angezeigt. Sofern weitere Bücher heruntergeladen oder per USB-Kabel auf den Reader übertragen werden, sind diese ebenfalls dort oder in der Rubrik "Meine Bibliothek" zu finden.

Display:

Nachdem die Ersteinrichtung abgeschlossen ist, wird es Zeit, sich das Display beider Reader näher anzusehen. Das 6-Zoll-Display des tolino shine verfügt über 1.024 x 758 Pixel, was einer Pixeldichte von 212 ppi entspricht. Der Nachfolger kommt bei gleicher Größe auf 1.448 × 1.072 Pixel und 300 ppi. Die Frage ist natürlich, ob sich dies im Alltagsbetrieb auswirkt. Aufgrund der höheren Auflösung werden vor allem kleine Schriften sowie auch Grafiken und Bilder etwas schärfer dargestellt, zudem ist das Schwarz der Schrift geringfügig satter und der Kontrast etwas höher. Das fällt aber hauptsächlich im direkten Vergleich beider Geräte auf, und am Ende sind die Unterschiede geringer als man anhand der technischen Daten vermutet. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beleuchtung ein- oder ausgeschaltet ist, denn auch ohne Hintergrundlicht fallen die Vorteile des neueren Gerätes kaum ins Gewicht. Zum Licht ist zu sagen, dass dieses in beiden Geräten relativ gleichmäßig über das Display verteilt wird, bei stärkerer Beleuchtung aber nach wie vor Hotspots im unteren Bereich erkennbar sind, wo die 5 LEDs sitzen. Die Farbe ist bei beiden Readern warmweiß mit einem leichten Stich ins gelblich-grüne und nahezu identisch.

Bedienung:

Hier zeigt sich, dass der tolino shine 2 HD die etwas leistungsfähigere Hardware bietet. Umblättern geht (deutlich) zügiger, und auch das Aufrufen und Ändern von Einstellungen wird schneller umgesetzt. Beim Abspeichern von neu geladenen Büchern ist das neuere Gerät ebenfalls etwas flotter unterwegs. Aufgrund der identischen Software zeigen sich ansonsten keine Unterschiede, die Neuauflage bietet auch keine zusätzlichen Funktionen im Vergleich zum Vorgänger. Dementsprechend sind auch die Nachteile bei der Bedienung die gleichen. Das gilt unter anderem bei den Einstellungen für den angezeigten Text, die nach wie vor nicht im Hauptmenü untergebracht sind, sondern nur in einem "geöffneten" Buch aufgerufen werden können. Hier gibt es aber immerhin einen kleinen Fortschritt, denn einmal vorgenommene Änderungen bei Schriftart, Zeilenabstand, Textausrichtung und Seitenränder werden auf andere Bücher übernommen. Bisher musste hier jedes mal erneut Hand gelegt werden. Nicht geändert hat sich auch ein von uns bereits öfter kritisierter Nachteil: nach wie vor ist es nicht möglich, die Reader so einzustellen, dass Vorblättern auch durch antippen auf der linken Seite möglich ist. Wer sein elektronisches Buch mit der linken Hand hält, muss mit dem Daumen eine Wischgeste durchführen, um umzublättern. Dies klappt leider weiterhin nicht immer zuverlässig, weswegen manchmal ungewollt das Menü für die Texteinstellungen aufgerufen oder eine Seite zurückgeblättert wird.

Fazit:

Der neue eBook-Reader tolino shine 2 HD ist eher Evolution statt Revolution. Viele der Vorteile, etwa beim Display oder bei der Geschwindigkeit, fallen nur im direkten Vergleich beider eBook-Reader auf. Wer also einen tolino shine besitzt, wird wenig oder sogar gar keine Veranlassung haben, diesen durch einen tolino shine 2 HD zu ersetzen. Und auch bei einer Neuanschaffung sollte gut überlegt werden, ob tatsächlich über 30 Euro oder rund 35 Prozent mehr für das neuere Gerät ausgegeben werden. So groß ist nämlich die Differenz zwischen den aktuell unter 90 Euro für den tolino shine und den 119 Euro für den tolino shine 2 HD. Und dieser Preisunterschied spiegelt sich unseren Augen in den Geräten nicht wirklich wieder, weshalb die gesparte Differenz lieber in den Kauf von Büchern investiert werden sollte.

Meinung des Autors: Auf dem Papier bietet der neue Tolino Shine 2 HD (deutlich) mehr als sein Vorgänger Tolino Shine ohne HD. Ob dies den (ebenfalls deutlichen) Mehrpreis rechtfertigt, klärt unser Test. Das Ergebnis fällt dabei durchaus etwas überraschend aus. Besitzer des älteren eBook-Readers dürfen sich jedenfalls relativ entspannt zurücklehnen.
 
Thema:

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