Tolino Epos im Test: großer eBook-Reader mit diversen Nachteilen

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Geronimo

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Digitale Lesegeräte für elektronische Bücher bieten in der Regel eine Diagonale von 6 Zoll. Der neue Tolino Epos ist mit seinen 7,8 Zoll deutlich größer, was in der Theorie mehr Lesespaß verspricht. In der Praxis sieht die Sache aber ein wenig anders aus, denn größer ist bei eBook-Readern nichts zwangsläufig besser


In einem ersten Vergleich der beiden Tolino-Reader Epos und dem seit längerem Vision 4 HD haben wir festgestellt, dass das neue Gerät im Prinzip eine maßstabsgetreue Vergrößerung darstellt. Das ist insofern erfreulich, weil man nicht einfach nur das Display größer gemacht hat, sondern auch die Anzahl der Bildpunkte entsprechend erhöht hat. Letztlich sind beide Geräte also identisch, wenn man von einer Ausnahme absieht: die vom Vision her bekannte Funktion "tap2flip", mit der durch antippen der Rückseite des Readers nach vorne geblättert wird, fehlt beim Epos, weil das Gerät angeblich zu groß und unhandlich sein soll, um die sichere Handhaltung durch Lösen von Fingern zu gefährden.

Das Display:

Dass an diesem Ansatz durchaus etwas dran ist, zeigt im Verlauf unserer Testphase, doch dazu später etwas mehr. Erst einmal werfen wir einen Blick auf das vergrößerte Display. Die 1,8 Zoll zusätzlicher Diagonale klingen erst einmal nach nicht viel, doch sie sorgen für satte 69 Prozent mehr Displayoberfläche und somit auch für entsprechend mehr darstellbare Zeichen. Das ist aber leider nicht unbedingt ein Vorteil, denn bei gleicher Schriftgröße wie auf dem Vision - oder jedem anderen 6-Zoll-Reader - werden die Zeilen auch deutlich länger. Das kann gelegentlich dazu führen, dass man die Übersicht verliert und beim Sprung in die nächste Zeile verrutscht. Mit längerer Lesedauer gewöhnt man sich zwar ein wenig an die Zeilenlänge, doch selbst nach der Eingewöhnungszeit landet man mit den Augen nicht immer da, wo man es geplant hat.

Gewicht und Format:

Ein weiterer Haken ist die reine Masse des Tolino Epos. Mit einem Gewicht von 260 g ist er satte 85 g schwerer oder fast 50 Prozent schwerer als der Vision 4 HD. Das alleine macht sich an einem ausgedehnten Leseabend bereits bemerkbar. Fast noch nachteiliger ist aber der veränderte Schwerpunkt. Wenn der Tolino Epos so wie auf dem obigen Bild gehalten wird - also mit einer Hand und leicht nach hinten geneigt, was bei den meisten Lesern der Fall sein dürfte - liegt der Schwerpunkt deutlich weiter oben, als dies bei den 6 Zoll Geräten der Fall ist. Das Handgelenk und die Finger müssen daher wesentlich mehr Kraft aufwenden, damit der Reader in Position gehalten werden kann. Das kann bereits nach kurzer Zeit ziemlich unangenehm werden, sofern man dies nicht als kostenloses Krafttraining betrachtet. Man kann also dem Argument der (un)sicheren Haltung bei "Tap2flip" nur zustimmen.

Fazit: Auf den ersten Blick ist ein größeres Display natürlich eine feine Sache. Doch die Vorteile erschließen sich bei einem Produkt wie einem eBook-Reader bei näherer Betrachtung nicht wirklich, denn am Ende bleibt eigentlich nur der Vorteil, dass seltener umgeblättert werden muss. Die zusätzlich angezeigten Inhalte erweisen sich hingegen eher als kontraproduktiv, zumindest beim Lesen von reinen Texten. Noch gravierender wirken sich aber die Nachteile des hohen Gewichts und dem damit nach oben verschobenen Schwerpunkt aus, die entspanntes Lesen nach kurzer Zeit ziemlich unbequem machen. Unser Tipp lautet daher auch: lieber den Vison 4 HD (oder den ebenfalls getesteten Tolino Shine 2 HD) kaufen und die gesparten 80 bis 130 Euro in Zubehör und vor allem elektronische Bücher zu investieren.

Meinung des Autors: Zuerst wuchsen die Displays von Smartphones, jetzt sind andere Geräte wie eBook-Reader an der Reihe. Von den nackten Zahlen her hat der neue Tolino Epos einiges zu bieten, denn immerhin kann er 69 Prozent mehr Inhalte anzeigen. Doch daraus entsteht leider mehr Frust als Lust, wie unser Test zeigt. Größe ist eben doch nicht alles...
 
maniacu22

maniacu22

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Ich finde es genau richtig, denn was will ich mit einem E-Book-Reader, der kleiner als das kleinste Taschenbuch ist? Wir werden alle nicht jünger, so dass mindestens 8 Zoll als gutes Mittelmaß genommen werden sollte. Ein E-Book-Reader in 6 Zoll ist für mich dermaßen nutzlos, da ich dafür auch schon das Smartphone nutzen kann.

Ich warte ja noch darauf, dass die Displays biegsam oder klappbar werden, so dass ich darauf wie in einer Zeitschrift lesen kann. :blush
 
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