Telekom: Obermann in Schusslinie von Mitarbeitern und Aktionären

Diskutiere Telekom: Obermann in Schusslinie von Mitarbeitern und Aktionären im IT-News Forum im Bereich IT-News; Begleitet von bundesweiten Warnstreiks und scharfer Kritik von Telekom-Mitarbeitern hat Vorstandschef René Obermann die geplante Auslagerung von...
#1
Eric-Cartman

Eric-Cartman

Moderator
Threadstarter
Team
Dabei seit
22.06.2005
Beiträge
8.628
Alter
38
Ort
In Windows Nr. 10




Begleitet von bundesweiten Warnstreiks und scharfer Kritik von Telekom-Mitarbeitern hat Vorstandschef René Obermann die geplante Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern erneut verteidigt. Die Telekom sei in eine wettbewerbliche Schieflage geraten und dringend reformbedürftig, sagte er am Donnerstag vor 8500 Aktionären auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Köln. Die Kosten müssten gesenkt werden. Belegschaftsaktionäre des größten europäischen Telekommunikationsunternehmens unterbrachen Obermann während seines Lageberichtes mehrfach durch ein gellendes Pfeifkonzert und Buhrufe.

Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di traten am Donnerstag rund 15.000 Telekom-Beschäftigte in Deutschland wegen der geplanten Auslagerung von 50.000 Arbeitsplätzen in den neuen Bereich T-Service in Warnstreiks. Nachdem die Verhandlungen zwischen Telekom und Gewerkschaft über den Stellenumbau in der vergangenen Woche ergebnislos abgebrochen worden waren , droht nun der größte Arbeitskonflikt seit Privatisierung des Unternehmens vor zwölf Jahren. An diesem Freitag soll die Große Tarifkommission die Urabstimmung über Durchführung von Streiks beschließen.

Obermann forderte die Telekom-Mitarbeiter auf, das Angebot der Unternehmensführung nochmals zu prüfen und sich dafür zu entscheiden. Die Telekom will im Zuge der Auslagerung die Gehälter um neun Prozent kürzen und die Arbeitszeiten verlängern. Im Gegenzug sollen der Kündigungsverzicht verlängert und 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. "Die Tür für eine Einigung mit ver.di bleibt offen", unterstrich Obermann. Kommt es nicht dazu, müsse sich der Vorstand aber mit der Frage eines Teilverkaufs der neuen Gesellschaften aus einander setzen.

Telekom-Betriebsrätin Kornelia Dubbel forderte das Management auf, die Leistungen der Mitarbeiter anzuerkennen und sie nicht mit den Füßen zu treten. "Gegen die Mitarbeiter kann man kein Unternehmen führen". In den vergangenen Jahren hätten die Beschäftigten der Telekom 18 Neuorganisationen mitgetragen. "Nur ihnen sei zu verdanken, dass die Telekom noch nicht zusammengebrochen ist". Der Vorstand habe nicht einen einzigen Grund genannt, weshalb der Service in der neuen Gesellschaft besser sein soll.

Andere Aktionärsvertreter unterstützten dagegen den von Obermann eingeschlagenen Kurs. Wenn das Unternehmen langfristig Erfolg haben wolle, müsse es auch die Kapitalkosten verdienen, sagte Hans-Richard Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Obermann habe jetzt den Stier bei den Hörnern gepackt und solle ihn nicht mehr loslassen. Anderenfalls käme die T-Aktie auf keinen grünen Zweig.

Nach weiteren Angaben von Obermann, wird sich der Vorstand am Sparkurs des Unternehmens durch einen Gehaltsverzicht beteiligen. Alle Mitglieder des Führungsgremiums würden ein Monatsgehalt weniger bekommen. Beim Vorstandschef seien es zwei Monatsgehälter, was in etwa 200.000 Euro entspricht. Der Vorstand sei sich der schwierigen Lage in Bezug auf die Mitarbeiter bewusst und wolle seine Solidarität zum Ausdruck bringen, betonte Obermann.

Der Telekom-Chef bekräftigte erneut das vordringliche Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Heimatmarkt deutlich zu verbessern. Deutschland sei nach wie vor der Kernmarkt mit mehr als 50 Prozent Umsatzanteil. Auch künftig werde die Telekom weiter Anschlüsse an die Konkurrenz verlieren. "Um so wichtiger ist für uns deshalb der Erfolg bei DSL", unterstrich der Manager.

Im vergangenen Jahr hatte die Telekom mehr als zwei Millionen Festnetzanschlüsse an die Wettbewerber verloren und war dadurch im Deutschlandgeschäft erheblich unter Druck geraten. Insgesamt erwirtschaftete der "rosa Riese" einen Umsatz von 61 Milliarden Euro und einen Konzernüberschuss von 3,2 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen unverändert eine Dividende von 0,72 Euro erhalten.

Quelle: IDG Magazine Media GmbH/PC-WELT Online
 
#2
jerrymaus

jerrymaus

Dabei seit
16.08.2005
Beiträge
3.403
Ort
Irgendwo im "Grünem Herzen" Deutschlands
:cheesy Es ist ja auch kein Wunder, auch wenn der Support bzw. die Hotline kostenlos ist, es nutzt nur etwas wenn dort auch geholfen werden kann und zwar schnell und unbürokratisch! Wenn aber monatelang Beträge vom Konto abgebucht werden und zwar doppelt und dreifach, die Hotline aber stundenlang entweder nicht zu erreichen ist oder man an eine andere Nr. verwieden wird um dann aber unter dieser Nr, genau wieder mit dem selben MA zu sprechen, der aber genau wie bei allen vorherigen Anrufen nichts machen kann, außer "Versprechungen", dann braucht man sich nicht zu wundern! Von den Preisen wollen wir hier nicht reden, ich bin gern bereit etwas mehr zu zahlen, wenn denn der versprochene Service auch geleistet wird und man nicht, wie mir bereits 2x geschehen, an MA's gerät die nur ungenügend deutsch sprechen und auf die Bitte einen MA zu holen, den man versteht, einen als Arschloch beschimpfen und auflegen!
Doch mit Outsourcing wird dieses Problem noch weiter verschlimmert werden und die Telecom wird noch mehr Kunden verlieren!
Ich werde in einem 3/4 Jahr wahrscheinlich den Anbieter wechseln und zu Kabel - DSL wechseln!

gruß

jerrymaus:sing
 
#3
Michel

Michel

Gallery / Moderator
Team
Dabei seit
09.11.2006
Beiträge
12.595
Alter
38
Ort
Wetterau
Meiner Auffassung nach knapst die Telekom immer noch an ihrer Vergangenheit als eine der größten Behörden der BRD rum. Viele der älteren Mitarbeiter sind früher Staatsdiener gewesen und als solche sicherlich gute Bürokraten (denn solche braucht man auch!). Deshalb ist die ganze Konzernphilosophie - nein, ich meine ausdrücklich nicht den einzelnen Mitarbeiter - noch nicht dort, wo sie hin muss, um dauerhaften Erfolg zu haben: Im Bereich der Dienstleistung. Man kann zwar immer wieder versprechen, ein guter Dienstleister zu sein, wenn dem keine Taten folgen, ist der wirtschaftliche Misserfolg die logische Konsequenz. Weil es in kapitalistischen Gesellschaften so üblich ist, hat darunter der einzelne Mitarbeiter zu leiden, der sicherlich am allerwenigsten dafür kann.
 
#4
N

Nichtwirklich

Gast
@Michel...
Was heißt hier "gewesen"?
Das Thema hier ist auch schon etwas zerfasert, und deshalb hab ich auch in nem vorigen Thread zu diesem Thema bemerkt, daß dieser börsen-notierte (Ex)-Staatsbetrieb ein Beamtenproblem hat. Und zwar in Größenordnungen....
 
#5
Michel

Michel

Gallery / Moderator
Team
Dabei seit
09.11.2006
Beiträge
12.595
Alter
38
Ort
Wetterau
@ Nichtwirklich: Hab doch genau das auch geschrieben, nur meine Sprache war blumiger... :blush
 
#8
B

Benutzer

Dabei seit
08.01.2007
Beiträge
251
@Michel...
Was heißt hier "gewesen"?
Das Thema hier ist auch schon etwas zerfasert, und deshalb hab ich auch in nem vorigen Thread zu diesem Thema bemerkt, daß dieser börsen-notierte (Ex)-Staatsbetrieb ein Beamtenproblem hat. Und zwar in Größenordnungen....
Die Beamten machen dort einen sehr guten Job, nur das sie Beamte sind die man nicht so einfach kündigen kann

Und glaub mir, die Beamten dort werden mehr schikaniert als die "normalen" Angestellten
 
#9
L

Lenny

Gast
Die Beamten machen dort einen sehr guten Job
Den machen Angestellte ebenso...der Begriff Beamte bedeutet nicht gleich Qualität, das nur nebenbei ;)

Und glaub mir, die Beamten dort werden mehr schikaniert als die "normalen" Angestellten
Nur hat der Beamte dann die Möglichkeit, auf Grund von Kollegenallergie, bei vollen Bezügen in Pension zu gehen...bei Lehrern mit Schülerallergie klappt es ja nachweislich...
 
#10
Fireblade

Fireblade

Grüßt die Winboarder
Dabei seit
10.12.2004
Beiträge
19.623
Beamter müßte man sein oder ? :D
 
#11
N

Nichtwirklich

Gast
Beamter müßte man sein oder ? :D
...und einen Eid auf eine Verfassung schwören, die immer mal wieder zum Nachteil der Bürger geändert wird.
Ich glaub, da hättest du ein Problem. Oder gehst eben in volle Pension, wenn dir das ehemals beschworene Schriftstück nicht mehr gefällt. Wäre ja nicht schlecht, da du ja vorher für diese Pension nicht vorgesorgen brauchtest.
Glaub nicht, daß ein Beamter vielleicht "Riestert". Das ist eine eigene, von jeden wirtschaftlichen Nöten und Zwängen abgekoppelte Bevölkerungsgruppe.
"Hach... endlich durfte ich die zwei Finger heben, un nu habsch Ruhe..."

Ach ja...
Obermann will auf zwei Monatsgehälter verzichten. Wäre so nach Berichten zufolge 200000 Euro Festbezüge.
 
Zuletzt bearbeitet:
#12
D

Daiden

Dabei seit
20.09.2006
Beiträge
55
Alter
29
Ort
NORDEN
@jerrymaus

Ich muss aber sagen das die Telekom immer noch besser ist als manche andere Provider, weil die T-Com kannst dann wenigstens noch in einem Laden zusammen schnautzen.:D Andere erreicht man nur über Telefon und toll ist das dann wenn der Telefonanschluss kaputt ist.:wut

Naja und zum Thema Beamten und Angestellte, Beamten sind etwas langsamer ;) und die T-Com ist doch Privat also kann die doch keine Beamten mehr haben.:blink
 
#13
N

Nichtwirklich

Gast
Naja und zum Thema Beamten und Angestellte, Beamten sind etwas langsamer ;) und die T-Com ist doch Privat also kann die doch keine Beamten mehr haben.:blink
20000 T-Com Beamte sind bereits in der Bundesagentur für Arbeit als Sachbearbeiter usw. zwischengeparkt, und wieviel jetzt bei den 50000 dabei sind... keine Ahnung. In Führungspositionen bestimmt keiner, da müssen eher Angestellte gehen.
Mit statt 34 Stunden 38 Stunden Wochenarbeit und 30% weniger als das vorher 20% übertarifliche Gehalt. Selbst ein Call Center Chef-Agent ist wohl mit fast 3000 im Monat nach Hause gegangen....

Jepp, die Telekom ist seid 12 Jahren "börsennotiert", aber deshalb noch lange nicht privat ;)
 
#14
Bullayer

Bullayer

Schwergewicht
Dabei seit
19.07.2006
Beiträge
24.140
Ort
DE-RLP-COC
Solange die Bundesrepublik Deutschland ein Riesenaktienpaket der Telekom hat, kann man das Unternehmen nicht als Privatunternehmen sehen. Das ist immer noch ein Staatsbetrieb.
 
Thema:

Telekom: Obermann in Schusslinie von Mitarbeitern und Aktionären

Telekom: Obermann in Schusslinie von Mitarbeitern und Aktionären - Ähnliche Themen

  • News: Telekom-Chef René Obermann wechselt 2014 zu niederländischem Kabelnetzbetreiber

    News: Telekom-Chef René Obermann wechselt 2014 zu niederländischem Kabelnetzbetreiber: Ende 2012 verkündete der aktuelle Vorstandsvorsitzende der Deutsche Telekom, René Obermann, überraschend seinen Rücktritt zum Ende dieses Jahres...
  • News: René Obermann verlässt Deutsche Telekom Ende nächsten Jahres

    News: René Obermann verlässt Deutsche Telekom Ende nächsten Jahres: Paukenschlag kurz vor Weihnachten: René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, hat seinen Arbeitgeber um die Auflösung seines...
  • News: René Obermann verlässt Deutsche Telekom Ende nächsten Jahres

    News: René Obermann verlässt Deutsche Telekom Ende nächsten Jahres: News lesen
  • [DE] Telekom will Obermanns Vertrag verlängern [Update]

    [DE] Telekom will Obermanns Vertrag verlängern [Update]: Quelle und ganzer Bericht auf Heise.de
  • [DE] Obermann: Telekom steht vor schwierigen Zeiten

    [DE] Obermann: Telekom steht vor schwierigen Zeiten: Telekom-Chef René Obermann bereitet sein Unternehmen auf wirtschaftlich schwierige Zeiten vor. Das sagte der Konzernchef im Gespräch mit der "Welt...
  • Ähnliche Themen

    Oben