Störerhaftung: Gericht verpflichtet jeden zur WLAN-Verschlüsselung

Diskutiere Störerhaftung: Gericht verpflichtet jeden zur WLAN-Verschlüsselung im IT-News Forum im Bereich IT-News; Ein Beschluss des Oberlandesgerichts Düsseldorf stellt klar, dass jeder für die Sicherheit seines WLANs selbst verantwortlich ist und auch für...
#1
Eric-Cartman

Eric-Cartman

Moderator
Team
Dabei seit
22.06.2005
Beiträge
8.628
Alter
37
Ort
In Windows Nr. 10




Ein Beschluss des Oberlandesgerichts Düsseldorf stellt klar, dass jeder für die Sicherheit seines WLANs selbst verantwortlich ist und auch für mögliche Konsequenzen aus einem Missbrauch gerade stehen muss, wenn es unzureichend abgesichert ist.

Wenn sich Dritte unbefugt eines ungesicherten Funknetzwerks (WLAN) bedienen und darüber Rechtsverstöße begehen, kann der Betreiber des WLAN dafür haftbar gemacht werden. So urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Fall, in dem sich ein PC-Besitzer gegen eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen zur Wehr gesetzt hatte. Er habe es versäumt zumutbare Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und müsse daher die Konsequenzen tragen, befanden die Richter.

Der PC-Besitzer nutzte für seinen Internet-Zugang einen WLAN-Router, der nicht durch Verschlüsselung gegen die Nutzung durch andere gesichert war. Von seinem Anschluss aus wurden Urheberrechtsverletzungen begangen, etwa die Verbreitung von Musik- oder Filmdateien über Tauschbörsen. Er sollte eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben, wogegen er sich zur Wehr setzte. Das OLG Düsseldorf wies seinen Antrag jedoch ab.

Nach Auffassung des Gerichts ist es unerheblich, ob die Urheberrechtsverletzungen von seinem Computer aus oder über sein ungeschütztes WLAN erfolgten. Er habe "zumutbare Sicherungsmaßnahmen unterlassen" und es so "Dritten ermöglicht, sich hinter seiner Person zu verstecken und im Schutze der von ihm geschaffenen Anonymität [...] ungestraft Urheberrechtsverletzungen begehen zu können", heißt es in der Beschlussfassung (Az. I-20 W 157/07). Er habe für die Rechtsverletzungen nach den Regeln der Störerhaftung einzustehen.

Das Gericht verlangt, dass auf einem PC, der von mehreren Personen genutzt wird, für diese auch Benutzerkonten mit eigenem Passwort eingerichtet werden. Dies sei mit Standard-Software (etwa Windows) möglich. Verschlüsselung sei bei marktüblichen WLAN-Routern vorgesehen und daher sei beides zumutbar.

Die Moral von der Geschicht' ist eindeutig: wer sein WLAN und seinen PC nicht absichert, haftet für die Taten Dritter, auch wenn er von diesen keine Kenntnis hat.

Powered by: IDG Magazine Media GmbH/PC-Welt.de
 
#2
Sascha_R

Sascha_R

Junior-Sponsoren
Dabei seit
01.12.2007
Beiträge
2.676
Ort
MYK
Dann zählt diese Ausrede also auch nicht mehr, richtig so!
 
#4
PsYch0

PsYch0

Casemodder
Dabei seit
09.01.2007
Beiträge
2.730
Alter
28
Ort
Oldenburg
Aber wenn das WLAN gesichert ist (WEP; WPA2 etc.) und dann eine Straftat von einem Dritten begangen wird, kann der WLAN besitzer nicht belangt werden?
 
#5
Sascha_R

Sascha_R

Junior-Sponsoren
Dabei seit
01.12.2007
Beiträge
2.676
Ort
MYK
Aber wenn das WLAN gesichert ist (WEP; WPA2 etc.) und dann eine Straftat von einem Dritten begangen wird, kann der WLAN besitzer nicht belangt werden?
Wenn du dein Netz nach den gängigen Sicherheitstandard gesichert hast und sich jemand unrechtmäßig Zugang dazu verschafft bist du nicht zu belangen.
 
#6
R

Ronny

SPONSOREN
Dabei seit
07.08.2004
Beiträge
12.311
Ort
Rheinland
Auf den ersten Blick ist das Urteil ja zumindest nachvollziehbar. Allerdings stellt sich mir dann die Frage, was die Betreiber öffentlicher Hotspots dazu sagen, denn deren Zugänge sind ja wohl nicht verschlüsselt, sonst wären sie ja niicht "öffentlich".

Oder mach' ich hier 'nen Denkfehler (denn ich habe persönlich mit WLAN absolut nichts am Hut, weil ich's einfach nicht benötige)?
 
#7
L

Larix

Dabei seit
08.01.2006
Beiträge
992
Die werden sich wohl nun Registrierungsmassnahmen einfallen lassen müssen. Ohne Registrierung, kein Internet mehr über den Hotspot.
 
#8
S

Southlight

Dabei seit
16.01.2008
Beiträge
8
Alter
61
Ich denke es ist wie bei der Verkehrssicherungspflicht zum Beispiel beim Räumen und Streuen auf den Gehwegen im Winter. Ist nicht rund um die Uhr zumutbar sondern nur für bestimmte Zeiträume.

Man muss das Notwendige und Zumutbare tun um den Missbrauch seinens WLAN zu verhindern.

Notwendig und zumutbar ist wohl derzeit Benutzerkonten mit Kennwortschutz einzurichten und eine gängige Verschlüsselung für das WLAN zu benutzen.

Mehr als ein vager Anhalt stellt dieses Urteil aber für mich nicht dar. Was wenn mein Verschlüsselungsprogramm derbe schlecht ist, bin ich dann doch wieder haftbar?:confused


MfG Southlight
 
#9
Sascha_R

Sascha_R

Junior-Sponsoren
Dabei seit
01.12.2007
Beiträge
2.676
Ort
MYK
Auf den ersten Blick ist das Urteil ja zumindest nachvollziehbar. Allerdings stellt sich mir dann die Frage, was die Betreiber öffentlicher Hotspots dazu sagen, denn deren Zugänge sind ja wohl nicht verschlüsselt, sonst wären sie ja niicht "öffentlich".

Oder mach' ich hier 'nen Denkfehler (denn ich habe persönlich mit WLAN absolut nichts am Hut, weil ich's einfach nicht benötige)?
Die Hotspots die ich kenne und installiert habe sind zwar nicht verschlüsselt, es wird aber ein Benutzername plus Passwort benötigt um sich am Hotspot anzumelden. Wenn man dann noch den MAC-Filter aktiviert und die SSID unterdrückt ist der PublicSpot auch nicht mehr so public und dennoch für authorisierte Nutzer nutzbar ;)

Was wenn mein Verschlüsselungsprogramm derbe schlecht ist, bin ich dann doch wieder haftbar?:confused


MfG Southlight
Wenn sich dein Router an die gänigen Techniken hält bist du wieder aus dem Schneider. Du solltest eben nur die bei deinem Gerät höchstmögliche Verschlüsselung wählen.
 
#10
I

imaetz70

Dabei seit
07.12.2005
Beiträge
9.246
Alter
48
Ort
Hamburg
.. als nachtrag zu @sascha R.


man kann das WLAN so einstellen, neben den gängigen verschlüsselungen und verstecken der SSID, dass es KEINE NEUEN WLAN-Geräte zulässt. Ist nur nen häckchen zu setzen und schon ist alles erdenktliche an sicherheit des WLAN getan. ;)
 
#11
M

MvSt1234

Dabei seit
24.04.2006
Beiträge
1.060
Alter
45
Ort
Dorsten
Ich kann WPA2 an meinem Router nicht nutzen da mein Druckserver (Belkin) nur WEP unterstützt.
Was ist wenn jetzt jemand meine WEP Verschlüsselung "knackt" und Unrecht begeht?
Bin ich dann dran, weil ich nicht den höchst möglichen Sicherheitsstandard für meinen Router verwendet habe?

Dem Urteil nach wäre ich nicht dran, da ich ja verschlüsselt habe. Aber reicht WEP noch aus oder gilt das schon als "unverschlüsselt" ?
 
#12
I

imaetz70

Dabei seit
07.12.2005
Beiträge
9.246
Alter
48
Ort
Hamburg
also WEP gilt als nicht mehr so sicher, aber wenn es nicht anders geht, hast ja wenigstens ne verschlüsselung drin.

aber schalte mal deine "SSID" (name deines WLAN) aus, sodass sie nicht mehr angezeigt wird und schalte zudem, den passus im router "keine weiteren WLAN-geräte zulassen" ein. somit können keine neuen geräte via WLAN an deinen router, außer du lässt es zu.
 
#13
M

MvSt1234

Dabei seit
24.04.2006
Beiträge
1.060
Alter
45
Ort
Dorsten
Die SSID ist eh bei mir aus. und grundsätzlich lasse ich keine neuen Geräte zu.
Somit sollte ich also schon auf einer recht sicheren Seite sein.

Ich weiß das WEP nicht wirklich schützt, aber wie Du ja schon selber sagtest, es geht halt nicht anders, es sei denn ich verzichte auf meine Drucker (2 am Belkin).

Und da ich mit nem Laptop arbeite, hab ich auch keine Lust, ewig zum Drucker zu laufen und den Drucker per USB an zu schließen um zu drucken.
 
Thema:

Störerhaftung: Gericht verpflichtet jeden zur WLAN-Verschlüsselung

Störerhaftung: Gericht verpflichtet jeden zur WLAN-Verschlüsselung - Ähnliche Themen

  • Adblock-Plus: Axel Springer Verlag strebt Verbot vor Gericht an

    Adblock-Plus: Axel Springer Verlag strebt Verbot vor Gericht an: Wer kennt nicht den Fall, dass man im Internet eine Seite aufruft, und prompt von einem Haufen Werbebannern regelrecht zugeschüttet wird. Dieser...
  • Redtube-Abmahnungen: Gericht sieht keine finanziellen Ansprüche aus Abmahnungen

    Redtube-Abmahnungen: Gericht sieht keine finanziellen Ansprüche aus Abmahnungen: Erneut schaffte ein Gericht etwas mehr Klarheit in den Redtube-Fällen. So bekam nun eine Frau vor Gericht Recht, dass die klagende "Archiv AG"...
  • RedTube-Abmahner: erneute Schlappe, da das Gericht die Abmahnungen für unzulässig erk

    RedTube-Abmahner: erneute Schlappe, da das Gericht die Abmahnungen für unzulässig erk: Hinsichtlich der RedTube-Abmahnungen gibt es erneute Kenntnisse, indem die Abmahn-Kanzlei Urmann und Collegen (U+C) sowie das Schweizer...
  • Redtube Abmahnung: Gericht verwechselt P2P mit Streaming

    Redtube Abmahnung: Gericht verwechselt P2P mit Streaming: Das Kölner Landgericht ist in dem Redtube-Fall von Peer-to-Peer, sprich einer Tauschbörse ausgegangen, als es dem Antrag durch die U+C...
  • DSL-Drosselung: Verbraucherzentralen erringen ersten Teilerfolg vor Gericht gegen die Pläne der Telekom

    DSL-Drosselung: Verbraucherzentralen erringen ersten Teilerfolg vor Gericht gegen die Pläne der Telekom: Die Verbraucherzentrale NRW hat mit ihrer Klage vor dem Landgericht Köln gegen die Drossel-Pläne der Telekom Erfolg, das Gericht erklärte die...
  • Ähnliche Themen

    Oben