Sony Kopierschutz-Fiasko

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ModellbahnerTT

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Sony Kopierschutz-Fiasko

Media Max heißt die neue Nemesis der SonyBMG. Nach den Querelen mit dem Kopierschutz "XCP 2" musste der Musikkonzern auf Vorwürfe reagieren, auch der "Media-Max"-Kopierschutz gefährde Computersystem. Unerwartet rasch stelle SonyBMG eine Lösung ins Internet: ein Software-Update. Ist dies der Prototyp einer neuen Strategie der Musik-Labels im Umgang mit dem Raubkopier-Problem?
m November stand der Musik-Gigant SonyBMG im Rampenlicht, als bekannt wurde, dass sein Kopierschutz XCP 2 die Sicherheit von PC-Systemen gefährdet. XCP 2 wurde auf dem nordamerikanischen Markt eingesetzt, etwa 50 Musik-CDs enthielten das Programm, das sich ungefragt ins Innere des Windows-Systems eingräbt und via Internet Informationen an den Hersteller versendet.
Bereits damals verwiesen Experten auf die gefährliche Wirkung der gleichfalls von SonyBMG eingesetzten Kopierschutz-Technik Media Max. Der Konzern reagierte zunächst nicht. Erst, als die amerikanische Verbraucherschutzorganisation EFF eine Untersuchung der vermeintlichen oder tatsächlichen Gefährlichkeit von Media Max einleitete, sah sich der Konzern gezwungen, Stellung zu nehmen.
Thomas Hesse, der Chef des internationalen Digital-Geschäfts von SonyBMG, begrüßte leutselig das Engagement der EFF und widmete sich in den folgenden Tagen ganz der Schadensbegrenzung: Der technische Dienstleister Sunncomm entwickelte in kurzer Zeit ein Update, das betroffene Kunden mittlerweile in unserem Download-Bereich herunterladen und installieren können, um die systemgefährdende Funktion von Media Max außer Kraft zu setzen. Am 6. Dezember erklärte Hesse erleichtert: "Wir glauben, dass die Verfügbarkeit des Updates verbunden mit unserer Kundenbenachrichtigungs-Kampagne angemessen über die CDs informieren wird, die Media Max, Version 5, enthalten."
Wie beim XCP-2-Debakel musste erst öffentlicher Druck aufgebaut werden, bevor der Konzern ernsthaft Stellung zu den Vorwürfen nahm. Doch anders als bei XCP 2 war dieser Prozess wesentlich kürzer. Zu XCP 2 sagte Thomas Hesse noch gegenüber einer US-Radiostation: "Die meisten Leute, denke ich, wissen gar nicht, was ein Rootkit ist. Also warum sollten sie sich darum kümmern?" Mittlerweile muss sich SonyBMG mit mehrere Klagen herumärgern.
Das Joint-Venture aus dem japanischen Elektronikriesen Sony ("Playstation") und der Musik-Tochter des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann ("Stern Magazin", RTL) hat angeblich gegen bestehende Landesrechte des US-Bundesstaates Texas verstoßen, außerdem gegen Lizenzbestimmungen des MP3-Codecs-LAME. Zudem gibt es Sammelklagen privater Nutzer, die vertreten werden von gemeinnützigen Vereinigungen wie der EFF. Die wurde auf Media Max aufmerksam und hängte es an die große Glocke.
Anders als bei XCP 2 setzt SonyBMG jetzt offenbar auf Zusammenarbeit, denn in gemeinsamem Einvernehmen wurde kurz nach der Bekanntgabe ein Update veröffentlicht, das die Sicherheitslücke in der verbreiteten Version von Media Max beseitigt. Solch eine praktische Art der kostengünstigen Fehlerbehebung war bei XCP 2 nicht möglich, sie zeigt allerdings, wie die Antiraubkopier-Strategie des Konzerns, oder der Industrie allgemein, aussehen könnte.
nsgesamt 27 Titel in den USA und 23 Titel in Kanada sind nach Unternehmensangaben betroffen, darunter "Dido live", "All that I am" von Santana, "Unplugged" von Alicia Keys, das neue Album des Black Rebel Motorcycle Club, "Howl", und Britney Spears' "Hitme-Remix". Da die meisten dieser Platten hohe Auflagen erreichen, sind insgesamt rund drei Mal mehr Exemplare als bei XCP 2 betroffen, etwa 5,7 Millionen.
In Europa dürften CDs mit "Media Max"-Technik kaum vorhanden sein. Laut Angaben der deutschen SonyBMG können solche CDs nur über Direkt-Import nach Deutschland gelangt sein, im hiesigen Handel wurden sie nicht verbreitet.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Auf der Hilfe-Seite von SonyBMG sind sämtliche betroffenen Titel aufgeführt. Auch hier zeigt sich ein Fortschritt gegenüber der zurückhaltenden Erklärung der SonyBMG im November, als es weder eine offizielle Liste betroffener Audio-CDs noch offizielle Mengenangaben gab. Jetzt werden, laut Thomas Hesse, die Kunden nicht nur über die Webseiten des Unternehmens über Media Max informiert, sondern es werden Benachrichtigungen via E-Mail versandt und Informationen in Werbe-Bannern verschiedener Mediaplayer eingeblendet.
Versierte Nutzer können den Kopierschutz ganz entfernen, indem sie "AxWebRemoveCtrl" von Hand entfernen. Gegenüber dem Internet-Magazin "Spiegel Online" erklärte er: "Wir haben festgestellt, dass wir in gewisser Weise im Software-Geschäft sind und sollten uns deshalb so verhalten, wie man das im Softwaregeschäft tut." Das bedeutet: Das Produkt erst einmal veröffentlichen und dann gucken, ob es Probleme gibt. Für deren Behebung gibt es immerhin Patches und Updates, so dass dem Kunden die Wartung seines Programms obliegt. Tatsächlich lässt sich so viel Geld sparen. Die CD-Umtauschaktion im Zusammenhang mit XCP 2 dürfte locker einige Millionen US-Dollar zusätzlich kosten, selbst dann, wenn nur jeder dritte Nutzer seine Audio-CDs tatsächlich umtauschen sollte.
Durch die Kopierschutz-Affären hat das bislang gute Image von SonyBMG Schaden erlitten. Der wird nicht von Dauer sein, denn Hesse und seine Amtskollegen in den Chefetagen der Medienkonzerne setzen auf Abo-Dienste. Bereits Anfang des Jahres erklärte er auf der Musikmesse Midem: "Mit den üblichen 99 Cents pro Song kann keiner von uns Geld verdienen." Bei einem weiterhin wachsenden Online-Musikmarkt ließe sich jedoch Geld sparen, wenn die Vertriebskosten gesenkt werden würden. Mit Abo-Diensten ginge dies am besten: Die Nutzer zahlen einen festgelegten Betrag und laden dann eine mehr oder minder große Menge an Musik herunter – legal. Ein Modell für diese Art von Musikvertrieb dürfte Napster sein, das seit kurzer Zeit in Deutschland eine Musik-Flatrate anbietet.

Quelle: http://www.freenet.de/freenet/computer_und...dia_max/02.html

Kommentar: Ein mal riesen Probleme mit dem Kopierschutz reichen SonyBMG wahrscheinlih noch nicht um die Verkaufszahlen auf 0 zu drücken daher schicken sie gleich noch einen hinterher.

ModellbahnerTT
 
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