Russland: Bericht über ermordeten Spammer ist ein Hoax

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Eric-Cartman

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Am Donnerstag machte recht zügig ein Blog-Eintrag im Internet die Runde, demnach ein russischer Spammer namens Alexey Tolstokozhev erschossen in seiner Wohnung aufgefunden wurde. Recht schnell war klar, dass es sich um einen Hoax handelt. Was die Urheber mit der Meldung bezwecken wollen, ist allerdings unklar. Eventuell läuft alles wieder auf das Eine hinaus: Spam.

Anwender, die täglich mit Spam zu kämpfen haben, dürften den Urhebern der unerwünschten Mails so ziemlich alles an den Hals wünschen, Mord wird allerdings in der Regel kaum dabei sein. Genau dies soll allerdings in Russland geschehen sein, so zumindest ein Blog-Eintrag auf der Website loonov.com, der am Donnerstag im Internet seine Runde machte. Dort wurde behauptet, dass ein Spammer namens Alexey Tolstokozhev in seiner Villa in Moskau ermordet aufgefunden worden sei. "Auf ihn wurde mehrmals geschossen, eine Kugel steckte in seinem Kopf. Russischen Behörden zufolge sei dieser letzte Kopfschuss ein eindeutiger Hinweis auf russische Profikiller", heißt es in dem Blog-Eintrag.

Die Story schaffte es schnell auf diverse Blog- und News-Seiten, konnte einer näheren Untersuchung aber nicht lange standhalten. Erste Zweifel kamen auf, nachdem Sicherheitsexperten den angeblichen Namen des Spammers nicht in ihren Listen bekannte Spammer fanden. Dies war vor allem deswegen ungewöhnlich, da "Tolstokozhev" laut ursprünglichem Blog-Eintrag immerhin für "bis zu 30 Prozent des gesamten Viagra- und Genitalvergrößerungs-Spam" verantwortlich gewesen sein und im Jahr 2007 über zwei Millionen Dollar umgesetzt haben soll.

Die Vermutung, dass es sich um einen Hoax handelt, wurde auch durch die Tatsache bestärkt, dass die Website loonov.com am gleichen Tag registriert wurde, an dem auch der entsprechende Blog-Eintrag veröffentlicht wurde.

"Wir waren uns recht schnell sicher, dass es ein Hoax ist", so Dave Marcus, Security Research und Communications Manager bei McAfee Avert Labs. "Es wurde klar, dass es sich entweder um etwas handelt, dass jemand witzig findet, oder versucht wird, eine reale Person in Verbindung mit Spammern zu bringen", so Marcus.

Zweck des Tolstokozhev-Hoax noch unklar

Die Motivation hinter dem Tolstokozhev-Hoax ist den Sicherheitsexperten aber noch nicht klar. Avert Labs und andere Sicherheitsexperten haben bereits geprüft, ob die Site loonov.com mit Malware verseucht ist. Bei dem enormen Google-Traffic, den die Site mittlerweile haben dürfte, wäre es durchaus möglich gewesen, dass die Site dazu genutzt wird, Besucher mit Malware zu verseuchen. Bislang wurden die Forscher aber nicht fündig.

Ironischerweise könnte aber auch geplant sein, dass die Site irgendwann in eine Spam-Site umgewandelt wird. "Er (der Urheber, Anm. d. Red.) bekommt aufgrund der ganzen Aufmerksamkeit gerade eine Menge Traffic auf die Site. Ein Großteil davon über Google", so Marcus. "Wenn man sie als Spam-Site nutzen möchte, hätte man somit schon mal ein gutes Google-Ranking, aber das ist nur geraten."

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