PC-Gehäuse effektiv kühlen, worauf man achten sollte

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Die Kühlung und die damit verbundenen thermischen Eigenschaften eines PCs hängen von vielen Faktoren ab. Den meisten Einfluss nimmt dabei der CPU-Kühler, doch auch der beste CPU-Kühler kann seine volle Leistung nicht entfalten, wenn das Drumherum nicht stimmig ist.



Der Sommer steht erneut vor der Tür und da Vorsichtsmaßnahmen meist besser als nachträglicher Ärger sind, wollen wir noch einmal auf die richtige Kühlung in einem Computer hinweisen. Leider wird neben der richtigen Reinigung eines PCs oftmals auch die richtige Belüftung selbigens vergessen, was oftmals zu einem recht hohen Lehrgeld führen kann. Wer die hier beherzten Ratschläge befolgt, kann letztenendes nur sparen.




Original-Artikel vom 26.07.2013 15:35 Uhr
Das bedeutet, wenn keine oder nur sehr schwache Gehäuselüfter vorhanden sind, oder diese falsch positioniert sind respektive nicht den richtigen Airflow verursachen, dann kommt selbst der stärkste CPU-Kühler schnell an seine Grenzen, da diesem vielleicht nur warme Luft aus einem sogenannten Luftstau zur Verfügung steht.
Worauf man bei einer guten Gehäusekühlung achten muss, und was für Alternativen möglich sind, möchten wir euch in diesem Ratgeber erklären.


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PC-Lüfter bei Amazon


Anmerkung: Die wenigsten sind Physiker oder Energietechniker, so dass die Kühltechnik nur auf logischer Denkweise und nicht auf hochgradigen Berechnungen basieren kann. Das subjektive Empfinden sowie die Ergebnisse von separaten Programmen und Temperatursensoren können die Verbesserung auch bestätigen.

Vorbereitung

Erste Anzeichen für einen schlecht gekühlten bzw. belüfteten PC sind laute Lüftergeräusche, z.B. Lüfter vom CPU- und GPU-Kühler, Netzteil- und Gehäuse-Lüfter, falls vorhanden. Denn steigt die Temperatur im inneren des Rechners an, laufen die Lüfter mit höherer oder sogar maximaler Drehzahl, insofern diese über Pulsweitenmodulation, sprich eine automatische Lüftersteuerung verfügen. Zusätzlich kann es zu Abstürzen von Programmen, Rucklern oder Freezes kommen. Zu solchen Problemen kommt es meist, wenn die Temperatur von Hauptprozessor, Grafikkarte, Ram oder Mainboard eine kritische Grenze überschreitet, und die Leistung automatisch reduziert wird.

Um auf einfachen Weg herauszubekommen, ob die Temperatur zu hoch ist, gibt es kleine Tools wie Speed-Fan, Core-Temp, GPU-Z um mal ein paar zu nennen. Mittels dieser Programme lassen sich die Temperaturen über Sensoren auslesen, insofern diese vom Board unterstützt werden. Die angezeigten Werte sind aber niemals 100%ig korrekt, sie dienen lediglich als Anhaltspunkt.


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bei AMD lässt sich die Grafikkartentemperatur auch über das Catalyst-Center ablesen, ansonsten ist GPU-Z ein sehr mächtiges Tool​


Obwohl die Temperaturen weitestgehend Hardwarespezifisch sind und zusätzlich auch stark von der Umgebungstemperatur abhängig sind, sollten die Temperaturen der CPU im Idle um die 30 Grad und unter Vollast nicht mehr als 60 Grad betragen. Während niedrigere Temperaturen möglich sind, verkürzen höhere Temperaturen die Lebensdauer der Hardware. Die Grafikkartentemperatur darf im Vergleich zur CPU etwas höher ausfallen, was aber kein Grund zur Besorgnis darstellen sollte. Während bei Grafikkarten im Leerlauf je nach Modell zwischen 40 und 50 Grad als normal gelten, sollte die Temperatur unter Volllast nicht mehr als 75 bis 90 Grad betragen.

Wenn die Temperaturen zu hoch sind, sollte man über den Airflow im Gehäuse nachdenken sowie einer Verbesserung dessen in Betracht ziehen.

Die herkömmliche Gehäusebelüftung kann man in Überdruck und Unterdruck unterteilen. Der Unterdruck bedeutet, wenn mehr Luft herausgesogen wird, als eigentlich hineingelangen kann. Ein Überdruck entsteht, wenn mehr Luft in das Gehäuse gelangt als heraustransportiert wird, wobei dieser die schlechtere beider Möglichkeiten darstellt, da schnell ein Hitzestau entstehen kann weil die aufgewärmte Luft nicht schnell genug heraustransportiert werden kann.


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Dabei bestimmt das Gehäusemodell den möglichen Airflow, denn es gibt Gehäuse mit sehr wenigen bzw. gar keinen Lüfteraufnahmen, andere dagegen haben übermäßig viele, schon fast zu viele, wo man des Öfteren nach dem Sinn fragen müsste. So gibt es einfache Desktop- und HTPC-Gehäuse, die ausschließlich mit einem rückwärtigen Lüfter ausgestattet werden können. Dort zieht der Propeller die aufgewärmte Luft aus dem Gehäuse und der Unterdruck sorgt dafür, dass die benötigte kühle Frischluft durch sämtliche Öffnungen und Spalten hineingesaugt wird. Im Gegenzug gibt es auch Modelle, meistens zur Gattung der Midi- oder Big-Tower gehörend, die neben Lüfterhalterungen im Heck, auch einige in der Front, im Seitenteil, im Deckel und sogar im Gehäuseboden besitzen. Unserer Erfahrung nach bringen Ventilatoren im Seitenteil so gut wie keinen Temperaturgewinn, sondern erreichen eher das Gegenteil, da sie den natürlichen Luftstrom von der Front zum Heck stören. Wer eine wirklich effektive Luftkühlung bevorzugt, sollte den natürlichen Kamineffekt mit in die Belüftung des Gehäuses einkalkulieren (warme Luft ist leichter als kalte und steigt auf). Das bedeutet, dass man bei Gehäusen die in der Bodenplatte und im Gehäusedeckel Lüfterhalterungen besitzen, diese eher benutzen sollte als nur die Möglichkeit von der Front bis zum Heck.

Anmerkung: Silverstone bietet mit dem Raven und dem Fortress FT02 ein bereits Schallgedämmtes Gehäuse, was sich ausschließlich den natürlichen Kamineffekt zu Nutzen macht. Möglich wird dies durch eine Drehung des Mainboards um 90 Grad, so dass sich sämtliche Anschlüsse im Gehäusedeckel befinden. Die Luft wird durch 3 leise 180 Millimeter Lüfter im Gehäuseboden in eingesogen und mittels einem 120 Millimeter-Pendant im Deckel wieder herausbefördert. Durch den Kamineffekt reicht dieser eine herausblasende Lüfter aus, da durch den Kamineffekt die warme Luft auch alleine entweicht, was den Geräuschpegel nachhaltig verbessert. Mit ca. 200 Euro sind die Gehäuse zwar nicht billig, aber das Preis/Leistungs-Verhältnis spricht für sich, da die Gehäuse schon mit allen erdenklichen Lüftern bestückt sind.


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Kamineffekt beim Silverstone Fortress FT02​


Standort des Rechners:

Auf der Rückseite des PCs befindet sich das Netzteil, der Ausgang der Grafikkarte sowie die Heck-Rotoren vom Gehäuse, so dass dort genügend Platz zur Wand existieren sollte, damit es nicht zu einem Wärmerückstau kommt. Des Weiteren sollte der PC nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.

Gehäuse aufräumen und reinigen:

Viele Gehäuse lassen es mittlerweile zu, sämtliche Kabel hinter dem Mainboardtray entlang zu legen, das schafft mehr Platz für die durchströmende Luft „oberhalb“ des Boards.

Ebenfalls ist es essentiell wichtig, das Gehäuse regelmäßig zu reinigen, mehr dazu in unserem Reinigungs-Ratgeber.

Richtiger CPU-Kühler:

Die oft verwendeten Boxed-Kühler sind meist ausreichend für PCs, die genügend Gehäuselüfter besitzen bzw. kein Overclocking betrieben werden soll, jedoch werden sie bei höherer Last um einiges lauter. Wichtig ist es auch, den CPU-Kühler anhand des anzuwendenden Luftstroms auszuwählen. Falls man einen Top-Flow-Kühler, für kleinere Gehäuse wählt, ist es günstig, im Seitenteil ein Mesh-Gitter zu haben, damit der Lüfter genügend Frischluft ziehen kann. In größeren Gehäusen empfiehlt es sich immer, einen Tower-Kühler einzubauen, da diese in etlichen Tests die meiste Abwärme abtransportieren konnten, was die Propeller mit langsameren Geschwindigkeiten und somit weniger Lärm danken.


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Für Enthusiasten empfiehlt sich auch eine Wasserkühlung, die unabhängig von der Gehäusekühlung agiert. Vorteil der "Wakü" ist eine meist höhere Kühlleistung gekoppelt mit einem niedrigeren Geräuschpegel. Dass eine Wasserkühlung keine Geräusche verursacht ist Quatsch, denn die Radiatoren arbeiten ebenfalls mit Lüftern, die einen gewissen Geräuschpegel verursachen. Allerdings lassen sich über eine Wasserkühlung entsprechender Größe CPU, Grafikkarte, Northbridge und RAM mit Zusatzmodulen kühlen.

Für die Anwender, die absolute Silententhusiasten sind, empfiehlt sich eine komplett passive Kühlung, allerdings mit Einschränkungen in der Leistung. Meist reicht die Leistung derzeitig passiv gekühlter Systeme für einen Office- oder HTPC. Selbst Netzteile gibt es mittlerweile in passiver Bauweise, welche ein System komplett lautlos machen können. Man sollte aber dennoch beispielsweise einen langsam laufenden, leisen 120-Millimeter-Lüfter im Heck platzieren, damit die warme Luft auf Basis des Unterdrucks herausgesogen werden kann. Dieses Prinzip ist ebenfalls nahezu unhörbar und zweitens dankt es einem die Hardware mit einem längeren Leben.

Kühlung von Festplatten:


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Wer schnell drehende Festplatten in seinem System bevorzugt, sollte sich dessen bewusst sein, dass diese durch Reibung auch Hitze erzeugen. Gerade Festplatten mit 7.200 und mehr Umdrehungen sollten mit in den Luftfluss des Gehäuses integriert werden. Am besten erreicht man das durch die Platzierung von Gehäuselüftern vor den Festplattenkäfigen (die meisten Gehäuse besitzen dafür eine Vorrichtung). Nach Möglichkeit sollten die Festplatten auch nicht zu dicht gepackt werden, da das eine größere Wärmquelle abgibt und sich gerade dort Luft staut. Separate Festplattenkühlsysteme mögen zwar recht effektiv sein, stehen aber in keinem Verhältnis zum Geräuschpegel. In Zeiten, wo die SSDs immer günstiger werden, sollte man sich vor dem Neukauf überlegen, eine Mischung aus schneller SSD und einer langsam drehenden Festplatte in Erwägung ziehen, zumal SSDs keine große Wärmequelle darstellen, da es keine beweglichen Teile gibt, die Wärme erzeugen könnten.

Meinung des Autors: Bei der Belüftung eines PCs sollte man immer ein gesundes Mittelmaß an Notwendigkeit einhalten. Klar können mehr oder auch schneller drehende Lüfter Temperaturvorteile im Gehäuse erwirken, doch das geschieht alles auf Kosten der Lautstärke. Da das Empfinden von Kühlung im Verhältnis zur Geräuschkulisse von Person zu Person immer unterschiedlich ausfällt, kann man hier auch kein wirkliches Musterbeispiel nennen. Dennoch soll dieser Ratgeber euch einen Überblick verschaffen, worauf es bei der Gehäusekühlung ankommt.
 
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