Nokia-Comeback: was macht eigentlich Ex-Chef Stephen Elop?

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Nokia war der unangefochtene Marktführer bei Mobiltelefonen - bis Stephen Elop kam. Ab da ging es steil bergab, was untrennbar mit dem Namen des gebürtigen Kanadiers verbunden ist. Dieser wurde zwischenzeitlich sogar als neuer Microsoft-Chef gehandelt, doch daraus ist bekanntlich nichts geworden. Wir blicken auf die Karriere des Managers zurück und verraten, welchen Job er aktuell hat


Im September 2010 wechselte Stephen Elop von Microsoft zu Nokia und löste den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Olli-Pekka Kallasvuo ab, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit 30 Jahren im Unternehmen tätig war und dort maßgeblich am Wandel vom Gummistiefel-Hersteller zum High-Tech-Konzern beteiligt war. Nicht einmal sechs Monate nach seinem Amtsantritt verkündete Elop einen radikalen Systemwechsel: statt dem selbst entwickelten Betriebssystem Symbian sollten die Smartphones der Finnen künftig mit Windows Phone laufen - und zwar ohne Ausnahme. Angesichts der etablierten Konkurrenz von Apple (iOS) und Google (Android) eine sehr gewagte Entscheidung, die sich im Nachhinein als fatal erwies und der den Untergang von Nokia einläutete.

Doch Elop ging noch weiter, denn er sorgte dafür, dass die komplette Mobilfunksparte von Nokia an seinen ehemaligen Arbeitgeber verkauft wurde. Dort wollte man mit der komplett neuen Lumia-Serie den bereits erwähnten Mitbewerbern auf die Pelle rücken, was letztlich aufgrund zahlreicher Fehlentscheidungen und Fehlern krachend scheiterte. Inzwischen ist Lumia Geschichte, auf der Strecke blieben neben reichlich verbranntem Kapital mehrere zehntausend (Ex-)Mitarbeiter von Nokia, die von Microsoft entlassen wurden. Dabei zeigte Elop dann seine dunkle Seite, denn der Multimillionär hatte nur wenige Worte und noch weniger Mitleid für die Betroffenen übrig.

Trotz dieser Entwicklung wurde Stephen Elop lange als Kronprinz von Microsoft-Boss Steve Ballmer gehandelt. Nicht wenige "Experten" gingen davon aus, dass Elop dessen Posten übernehmen würde. Doch es kam anders, denn neuer CEO wurde bekanntlich Satya Nadella. Und dieser zog nach etwas mehr als einem Jahr im Amt den Stecker und jagte den gescheiterten Manager Mitte 2015 vom Hof, was offiziell natürlich etwas freundlicher verpackt wurde: "Stephen and I have agreed that now is the right time for him to retire from Microsoft. I regret the loss of leadership that this represents, and look forward to seeing where his next destination will be."

Nach einigen Monaten (freiwilliger oder unfreiwilliger) Pause bekam Elop eine neue Stelle, die einen "kleineren" Umzug erforderte. Statt Kanada oder den USA ist jetzt Australien die neue Heimat. Dort ist Elop inzwischen bei Telstra als größtem Kommunikationsunternehmen des Landes beschäftigt. Er bekleidet dabei seit April 2016 die eigens für ihn geschaffene Stelle des "Group Executive, Technology, Innovation and Strategy", auf der er für die Unternehmensstrategie zuständig ist. Über seine Erfolge lässt sich allerdings im Internet nur wenig finden, doch angesichts der Vorgeschichte dürfte kaum jemand verwundert sein, wenn diese Episode bald wieder vorüber ist.

Das Nettovermögen des 1963 in Ontario geborenen Elop wird auf rund 40 Millionen US-Dollar geschätzt. Ein guter Teil davon stammt aus einem äußerst umstrittenen 19-Millionen-Dollar-Bonus, den Elop für den Verkauf von Nokia Mobile an Microsoft sowie den anschließenden Wechsel dorthin kassierte. Doch einiges des Geldes dürfte für Unterhaltszahlungen draufgehen, die Elop zu leisten hat. Nutznießer sind seine Ex-Frau, von der er sich 2013 nach 26 Jahren Ehe trennte, sowie sowie die fünf Kinder, von denen eines adoptiert wurde.
(Bildquelle: Telstra)​


Meinung des Autors: Hoch geflogen, tief gefallen, halbwegs weich gelandet - so lassen sich die letzten Jahre in der Karriere des Ex-Nokia und -Microsoft-Managers Stephen Elop zusammenfassen. Inzwischen hat er einen neuen Job, doch dieser hat längst nicht den Glanz vergangener Tage und ist zudem auch noch am anderen Ende der Welt.
 
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