Noch in diesem Jahr möglich: Windows Vista auf Linux

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Der weltgrößte Linux-Distributor Red Hat hat verschiedene Schritte bekannt gegeben, mit denen er sein Enterprise-Linux bis zum Ende des Jahres für Virtualisierung bereit machen will. Dann laufen mehrere Betriebssysteme unter der Pinguin-Haube. Bei geringeren Kosten.

Von Stephen Shankland und Dietmar Müller, 3. April 2006

Die Erhöhung der Systemauslastung durch das Ausführen mehrerer Betriebssysteme auf einem Rechner ist eigentlich ein alter Hut. Mittlerweile ist diese Technologie aber auch für x86-Rechner marktauglich geworden. Intel und AMD beispielsweise rüsten ihre Prozessoren mit zusätzlichen Funktionen aus, um die Virtualisierungsperformance und -fähigkeiten zu verbessern.
Das größte reine Open-Source-Unternehmen der Welt, Red Hat mit Sitz in Raleigh, North Carolina, ist Partner sowohl von AMD als auch von Intel. Und es setzt ebenso ganz auf das Thema Virtualisierung. Das Unternehmen hat dazu gerade seine Roadmap vorgelegt: Die Geschäftsführung um Mathew Szulik will eine wichtige Virtualisierungskomponente, die Software Xen Hypervisor, in sein nächstes Premium-Produkt Red Hat Enterprise Linux Version 5 integrieren. Xens Virtualisierungssoftware bietet die Basis für den Einsatz mehrerer Betriebssysteme. Erscheinungstermin ist voraussichtlich Ende dieses Jahres. Zu diesem Zeitpunkt soll auch die erste Testversionen von Windows Vista vorliegen, das ansonsten in das nächste Jahr hinein verschoben wurde. So kann es noch 2006 heißen: Vista läuft unter Linux.

Red Hat plant zudem Linux-Testversionen mit vollständigem Xen-Support, ein Pilotprogramm für Kunden, Services für Technologie-Bewertung und -Migration, eine Website mit verschiedenen Schulungsmaterialien sowie eine Libvirt-Bibliothek mit wieder verwendbarer Software für Virtualisierung. Red Hat will außerdem eine Stabilisierung der Xen-Interfaces erreichen, die zur Steuerung der Software verwendet werden.

"Wenn die Auslastung von Servern weniger als 20 Prozent beträgt, und wir diesen Wert auf 80 Prozent steigern können, dann ergibt das nicht nur bei der Hardware erhebliche Einsparungen. Wir benötigen dann auch weniger Platz, verbrauchen weniger Strom, müssen weniger kühlen und sparen an den Systemmanagementkosten", so Brian Stevens, CTO von Red Hat.

Red Hat geht davon aus, dass Xen mit der Veröffentlichung von Fedora Core 5 umfassender getestet wird. Die Vorgängerversion Fedora Core 4 enthielt ebenfalls Xen, jedoch nur in einer primitiven Form, Diese verlangte Programmierern die manuelle Integration zahlreicher Komponenten ab. "Fedora Core 4 war ein nicht-integriertes Programm", erklärte Stevens. Bei Fedora Core 5 dagegen liege die Priorität auf der Tauglichkeit für den Massenmarkt. Daher unterstütze Fedora Core 5 Intels Virtualisierungstechnologie und wird zudem AMDs Technik bei ihrer Veröffentlichung unterstützen.

Laut Tim Yeaton, stellvertretender Vice President für Unternehmenslösungen bei Red Hat, wird der nächste konkrete Schritt in diesem Sommer die Veröffentlichung der Betaversion von RHEL 5 sein.

Xen macht nur langsame Fortschritte

Xen erfreut sich bei Server- und Prozessor-Unternehmen umfangreicher Unterstützung. Aber die Einführung der Software hat länger gedauert, als von Red Hat erhofft. Insbesondere hätte man sich die Integration von Xen in den Hauptkernel von Linux gewünscht. Das hätte es Red Hat einfacher gemacht, seinen Quellcodezweig mit dem Linux-Software-Stammbaum zu synchronisieren.

"Es geht nicht so schnell voran, wie wir es uns wünschen. Wir telefonieren wöchentlich mit den Jungs von Xen. Sie machen Fortschritte", berichtete Stevens. "Es ist ein wenig frustrierend. Wir müssen jetzt ein Produkt raus bringen, das nicht Teil des Stammbaums ist. Da müssen wir durch. Wir wollten RHEL 5 nicht ohne integriertes Xen veröffentlichen, aber jetzt scheint es so, dass wir keine andere Wahl haben."

Das Problem liegt darin, dass die Xen-Software noch nicht ausgereift ist. "Die Codebasis ändert sich ständig. Der Versuch, etwas integrieren zu wollen, das sich so schnell entwickelt, ist der schwierige Teil", so Stevens. Er ist immer noch davon überzeugt, dass Xen noch in diesem Jahr in den Hauptkernel integriert werden kann. Dennoch muss Red Hat eine frühere Version in RHEL 5 - vermutlich Version 2.6.17 - nutzen, um Zeit zum Testen zu haben.

Grünes Licht für Open VZ

Die Ausführung mehrerer Betriebssysteme ist lediglich das erste Virtualisierungsziel von Red Hat. Das Unternehmen will außerdem die Aufteilung eines Betriebssystems in mehrere Partitionen erreichen, damit es wie mehrere aussieht. Dieses Konzept, das bereits von Suns Solaris Containers verfolgt wird, wird dank Swsofts Open VZ-Projekt nun auch für Linux Realität.

"Wir sehen einen überzeugenden Anwendungsfall für einfache Container-basierte Virtualisierung. Der schwierige Part besteht darin, die Fähigkeiten in Linux selbst zu integrieren", sagt Stevens. Linux-Gründer Linus Torvalds akzeptiert mittlerweile einige notwendige vorzeitige Anpassungen, um eine Veröffentlichung der Software zu erreichen. Aber laut Red Hat-Pressesprecherin Leigh Day geht das Unternehmen nicht von einer Integration der Software bereits in RHEL 5 aus.

Das Start-up-Unternehmen Xensource beschäftigt mehrere Xen-Programmierer der ersten Stunde und arbeitet an der Vermarktung der Software. Im Februar hat Xensource die Ernennung eines neuen Management-Teams und Geschäftsmodells bekannt gegeben. Diese Neuerungen haben gerade den Zuspruch seitens Red Hat erhalten.

Bisher gibt es keine direkten Geschäftsbeziehung zwischen Red Hat und Xensource, berichtete Stevens in einem Interview. Aber er fügte hinzu: "Wir würden eine Partnerschaft begrüßen und unsere Planungen sehen auch eine Partnerschaft mit Xensource vor - wir wissen nur noch nicht in welcher Form."


Quelle: CNET Networks Deutschland GmbH/ZDNet.de und CNET.de
 
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