Netzneutralität: Streaming-Dienste wie Netflix kritisieren zusätzliche Gebühren für schnelle Datenübertragung zum Kunden

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Der CEO des us-amerikanischen Streaming-Dienstes Netflix, Reed Hastings, hat sich kürzlich für eine stärkere Auslegung der Netzneutralität ausgesprochen, einhergehend mit einer strengeren Einhaltung durch entsprechend konsequenteren Gesetzen




Laut Reed Hastings reiche es nicht, das Internet-Anwender einen unbeeinflussten Zugang zu sämtlichen Diensten bekommen, sondern es müsse zusätzlich verhindert werden, dass die Internet-Service-Provider (ISP) ausgewählte Dienstleister zur Kasse bitten, damit deren Dienst in der entsprechenden Geschwindigkeit übertragen werden kann. In Nordamerika gibt es derzeit eine steigende Zahl an ISPs, die beispielsweise Streaming-Portalen wie Netflix nur gegen eine Gebühr garantieren, die Videostreams an die Zuschauer in der erforderlichen Bandbreite weiterzureichen, was folglich Reed Hastings Anlass zur Kritik gibt. Zur Verteidigung verweisen die Internet-Service-Provider darauf hin, dass Netflix in Stoßzeiten für bis zu 30 Prozent des Gesamten Netzwerkverkehrs verantwortlich sei und demzufolge einen Teil der Kosten zu tragen habe.

Reed Hastings argumentiert natürlich folgerichtig, dass sich die Provider auf Dauer damit selber schaden würden, denn letztendlich würde der Unmut der Internetnutzer durch stockende Videos nicht auf Netflix, sondern auf den Provider zurückfallen. Sobald die Kunden von ihren Providern einen Vertrag mit beispielsweise 10, 25 oder 50 Mbit verkauft bekommen, dann sollte diese Bandbreite auch immer zur Verfügung stehen, egal woher die Daten für den aufkommenden Traffic kommen. Hastings spricht auch davon, dass obwohl er momentan durch die Internetprovider zu einer Zahlung aufgefordert worden ist, diese auf Dauer nicht tätigen wolle: "Uns bietet im Gegenzug ja auch keiner an, am Gewinn mit den Kunden, die über ihren Internetanschluss Netfix benutzen, beteiligt zu werden".

Hastings weiß allerdings auch, dass seine Argumente bei der derzeitigen Gesetzes- und Marktlage nicht fruchten können: "Die großen Internetanbieter können sich diese Forderungen leisten [...], sie haben diese Macht". "Zum Schutz der Erfahrung unserer Nutzer werden wir deshalb kurzfristig weiter zahlen, wenn wir dazu aufgefordert werden", fährt Hastings fort. Der Internetanbieter Netflix zahle in diesem Falle allerdings nicht, um gegenüber Wettbewerbern besser dazustehen, sondern um derzeit überhaupt angemesssen durchgeleitet zu werden, damit die Netflix-Kunden ein ruckelferies Bild erhalten. Aber kleinere Anbieter oder Merktneulinge könnten sich diese Zahlungsanforderungen gar nicht leisten, die ihnen von den Internet-Service-Providern auferlegt werden.

Derzeit ist zwischen den Internet-Dienstleistern und den Service-Providern noch keine Lösung der grundsätzlich gegensätzlichen Positionen in Sicht. Obwohl sich schon weltweit etliche Politiker für eine strenge Einhalt der Netzneutralität ausgesprochen haben, scheint es bezüglich dieser Thematik noch an entsprechend konsequenten Gesetzen zu fehlen.
 
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