Microsofts Azure-Cloud in Lv2-Instanz ab sofort mit EPYC-CPUs von AMD erhältlich

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In den vergangenen Jahren war der Server-Markt aufgrund fehlender Konkurrenz zu 99 Prozent von Intel-CPUs geprägt. Jetzt haben AMD und Microsoft bekannt gegeben, dass die neuen EPYC-Server-Prozessoren ab sofort zum Portfolio des Azure-Cloud-Dienstes aus dem Hause Microsoft gehören werden. Dieser Schritt könnte durch den wachsenden Bedarf an immer mehr Cloud-Rechenleistung ein durchaus sehr wichtiger für beide Partner darstellen




Wie viele Computer-Interessierte Leser sicherlich mitbekommen haben, hat AMD in diesem Jahr mit seinen Ryzen-Prozessoren einen ganz großen Wurf hingelegt. Wie auch die Ryzen-CPUs basieren auch die für die Server-Sparte entwickelten EPYC-CPUs auf AMDs neuer Zen-Technologie, wodurch sehr leistungsfähige Prozessoren zu einem verhältnismäßig günstigen Preis gefertigt werden können. Über den Microsoft-Azure-Blog haben AMD und Microsoft gemeinsam bekannt gegeben, dass die neuen EPYC-Prozessoren ab sofort auch als Bestandteil der Azure-Cloud-Instanzen ausgewählt werden können, welche in der aktuellen L-Serie als "storage optimized virtual machines for low latency workloads" beheimatet sein werden.

Das bedeutet, dass die bisher seit März 2017 verfügbaren Lösungen der L-Serie, die auf Intels Xeon E5 der v3-Serie (Haswell-EP-Serie) schon wieder abgelöst werden, und zwar dieses Mal durch Prozessoren des Konkurrenten AMD. Da Cloud-Betreiber in der Regel nicht zu den Flaggschiffen der Serie greifen, war bei den bisherigen Lösungen bei 16 Kern-CPUs auf einem Dual-Sockel-Mainboard das Ende der Fahnenstange erreicht. Durch AMDs neue EPYC-CPUs, welche ebenfalls maximal das zweitschnellste Modell der Serie in Form des EPYC-7551 beherbergt kann die Kernanzahl von vormals 16 auf nunmehr 32 verdoppelt werden, wodurch pro CPU bis zu 64 Threads, bei Dual-Sockel-Systemen sogar 64 Kerne mit insgesamt 128 Threads zur Verfügung stehen. Der Grundtakt wird mit 2 Gigahertz auf allen 32 Kernen angegeben, welcher beim Einsetzen des Turbo-Boost auf bis zu 3,0 Gigahertz beschleunigt werden kann. Während der integrierte L2-Cache 64 Megabyte beträgt, sollen der CPU bis zu 128 PCIe-Lanes zur Verfügung stehen, welche die Anbindung weiterer Komponenten ermöglichen.

Dazu kommt die Möglichkeit, den EPYC-CPUs aktuell bis zu 1 Terabyte RAM auf 32 Bänken zur Verfügung zu stellen. Im Status TBD sollen 2 Terabyte realisiert werden können, während laut Aussage von AMD selbst sogar maximal 4 Terabyte RAM möglich sein sollen. Wann das allerdings umgesetzt werden kann, steht aktuell noch in den Sternen.

Die Ausstattungsvariante mit EPYC-CPUs, welche als Lv2-Instanz an den Start gehen wird, sind ab heute in den folgenden vier Kombinationsvarianten möglich:
Größe virtuelle CPUs Speicherausbau lokale SSDs
L8s864 GB1 x 1,9 TB
L16s16128 GB2 x 1,9 TB
L32s32256 GB4 x 1,9 TB
L64s64512 GB8 x 1,9 TB



Meinung des Autors: Die Kooperation zwischen Microsoft und AMD finde ich persönlich gut, da selbst im Server-Bereich der jahrelange "Intel-Wahn" seine Schatten geworfen hat. Konkurrenz ist gut und belebt schließlich auch das Geschäft, wie man auch bei Ryzen gesehen hat. Durch diese Zusammenarbeit kann AMD jetzt wirklich sagen, dass sie zurück sind.
 
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