Luxemburger Microsoft-Prozess beginnt mit hartem Schlagabtausch

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Eric-Cartman

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Redmonder Riese wartet mit 60 Anwälten und Experten auf

Zum Auftakt des Luxemburger Microsoft-Prozesses haben sich der weltgrößte Softwarekonzern und die EU-Wettbewerbshüter einen harten Schlagabtausch geliefert. Microsoft warf der EU-Kommission vor, die von ihr erzwungene Version des Betriebssystems Windows ohne das Multimedia-Programm Mediaplayer sei an der Ladentheke ein beispielloser Flop. Die Kommission bestand hingegen vor dem zweithöchsten EU-Gericht in Luxemburg darauf, der US-Konzern habe sein Quasi-Monopol bei PC-Betriebssystemen zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern missbraucht.

Microsoft-Chefjurist Brad Smith sagte am Montag am Rande der Mammut-Verhandlung: «Die Fakten zeigen, dass es eine starke Konkurrenz gibt und dass die Verbraucher die Wahl haben.» Der seit Jahren aufgefochtene Streit mit den EU-Wettbewerbshütern gehe weit über Microsoft hinaus. «Das Recht auf Innovationen ist entscheidend für den Erfolg eines jeden Unternehmens - und für jeden Staat», sagte die Nummer Drei des Konzerns. Seine direkte Kontrahentin, EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, war nicht nach Luxemburg gekommen. Für ihre Behörde sprachen hohe Beamte.

Die mündliche Verhandlung vor dem EU-Gericht Erster Instanz läuft noch bis zum Freitag. Ein Urteil wird erst im kommenden Jahr erwartet. Die Kommission hatte den Konzern vor zwei Jahren mit einem Rekordbußgeld von 497 Millionen Euro bestraft und ihn zur Öffnung von Windows für mehr Wettbewerb verurteilt. Microsoft hatten gegen die Strafen geklagt. Um Erfüllung der Auflagen gibt es auch in Brüssel noch Streit - Kroes droht mit täglichen Bußgeldern von bis zu zwei Millionen Euro. Ein Beschluss dazu wird bis zum Sommer fallen.

Microsoft-Anwalt Jean-Francois Bellis sagte der Großen Kammer des Gerichts mit 13 Richtern, weder Computerhersteller noch Verbraucher wollten die abgespeckte Windows-Version ohne den Mediaplayer haben. Nur knapp 1800 Exemplare der Variante Windows XP «N» seien verkauft worden. Das seien gerade mal 0,005 Prozent der gesamten Verkäufe in Europa. «Es gibt keine Nachfrage dafür», bilanzierte der belgische Jurist. Die Kommission hatte vor zwei Jahren die Spar-Version von Windows verlangt, um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Aus Kreisen der Behörde hieß es, Microsoft habe nichts Neues in Luxemburg präsentiert.

Sowohl Microsoft als auch die Kommission werden im dem kompliziertesten Brüsseler Wettbewerbsfall von mehreren Organisationen und Unternehmen unterstützt. Die Interessengemeinschaft ECIS, die auf Seiten der Kommission steht, wies die Microsoft-Argumentation beim Mediaplayer zurück. Das kommerzielle Scheitern der abgespeckten Windows-Version zeige deutlich die beherrschende Stellung von Microsoft. «Die Auflagen (der Kommission) für Microsoft kamen zu spät und waren zu schwach», sagte ECIS-Vertreter Thomas Vinje. «Falls Microsoft hier gewinnt, können sie in Windows integrieren was sie wollen.» ECIS vertritt nach eigenen Angaben erste Adressen der Branche wie IBM, Nokia oder Oracle.

Der zweite große Bereich der EU-Sanktionen, die Preisgabe von Schnittstelleninformationen für Microsoft-Konkurrenten, soll vom Mittwoch an zur Sprache kommen. Gerichtspräsident Bo Vesterdorf hatte vor eineinhalb Jahren in einer vorgeschalteten Eil-Prozedur die EU- Sanktionen erst einmal bestätigt. Falls die Kommission unterliegen sollte, wäre ihre Handhabe gegen marktbeherrschende Konzerne stark beeinträchtigt, hieß es am Rande der Verhandlung.

Microsoft bot zum Prozessauftakt etwa 60 Anwälte und Experten auf. Die fünftägige Verhandlung stellt alles bisher Dagewesene bei dem EU- Gericht in den Schatten. Die Große Kammer wird nur bei außergewöhnlichen und sehr komplizierten Fällen formiert. Richten wird auch der aus Deutschland stammende Jurist Jörg Pirrung. Der Konflikt dürfte sich noch lange hinziehen. Als Berufungsinstanz wartet das höchste EU-Gericht, der Europäische Gerichtshof (EuGH) - ebenfalls in Luxemburg.



Quelle: CNET Networks Deutschland GmbH/ZDNet.de und CNET.de
 
#2
M

myoto

Gast
Eine Version ohne Media Player wird genauso gut verkauft werden...

Sollen die den doch einfach auf der CD mitliefern und ein Symbol zum installieren auf den Desktop packen


Ich glaube aber das das Problem eher das ist, das der Media Player eigentlich zu tief im Systemkernel sitzt...
 
#3
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Tikonteroga

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ZITAT(myoto @ 24.04.2006, 17:22) Quoted post
[...]

Ich glaube aber das das Problem eher das ist, das der Media Player eigentlich zu tief im Systemkernel sitzt...
[/b]
Bist du dir da sicher? Wer sagt denn so was?

Gruß

Tikonteroga
 
#4
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myoto

Gast
Naja, es ist doch bekannt das der Internet Explorer und der Media Player tief im System sitzen, da sie sich nicht de-installieren lassen
 
#5
T

Tikonteroga

Dabei seit
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Hallo,

also ich glaube, dass man den Internet Explorer nicht entfernen kann, weil andere Komponenten auf den Internet Explorer aufsetzen.

Ich habe mal mit dem Programm XPLite den Internet Explorer und die HTML-Engine entfernt. Danach konnte dann z. B. der Gerätemanager nicht dargestellt werden. Die Benutzeroberfläche scheint wohl (zum Teil) durch die HTML-Engine dargestellt werden. Die Funktion "Hilfe und Support" sowie "Windows Update" benötigen z. B. ebenfalls den Internet Explorer bzw. die HTML-Engine. Der Internet Explorer bzw. die HTML-Engine mögen zwar in dem Sinne tief in Windows integriert sein, dass die Funktionstüchtigkeit vieler Grundfunktionen von ihnen abhängt, aber im Kernel sind sie glaub nicht drinn...zumindest kann ich mir das nicht vorstellen...ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Gruß

Tikonteroga
 
#6
M

myoto

Gast
Also genau wissen tu ich es nicht

Aber der Windows-Explorer und der Internet-Explorer scheinen die selbe Engine zu haben, da der IE auch Ordner anzeigt und der Explorer auch Internetadressen auflöst und indirekt zum IE wird wenn man das macht ( also er wird zum IE Prozess )


Aber egal was beim Gericht rauskommt: Die Kunden sind doch wieder die gearschten
 
#7
Creeping Death

Creeping Death

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ZITAT(myoto @ 24.04.2006, 17:22) Quoted post
Eine Version ohne Media Player wird genauso gut verkauft werden...
[/b]
Es gibt so eine Version (steht auch im Text). Aber die kauft kaum jemand.
Ich frage mich sowieso, was sich manche User über den Mediaplayer aufregen. Wen dieses Programm stört muss es ja nicht benutzen?! Für Audio benutze ich den Mediamonkey und für Video den Zoomplayer. Was interessiert mich da der Mediaplayer?

ZITAT(myoto @ 24.04.2006, 21:36) Quoted post
Aber egal was beim Gericht rauskommt: Die Kunden sind doch wieder die gearschten
[/b]
Warum? Hoffentlich kommt jetzt nicht wieder das Argument von den Kosten, die dann auf den "armen" User abgewälzt werden! Microsoft wird die Preise für XP nicht nach oben schrauben - egal was passiert.
"Gearscht" ist höchstens einer der User, die einen MP3-Player mit MTP-Protokoll besitzen und auf einmal vor einem Windows ohne Mediaplayer sitzen :deal
 
#8
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myoto

Gast
Wenn die Leute wählen können zwischen XP und XP+Media Player dann nehmen die meisten den mit

Wenn es "nur" ein System ohne den MP gibt oder geben würde, dann würde sich das genauso verkaufen als wäre der dabei




Es geht bei den Kunden nicht um die Kosten, sondern darum das der Kunde wieder eingeschränkt wird, denn wenn Microsoft den dann nicht mal mehr mit auf die CD tun wird/darf, dann ...
 
#9
MountWalker

MountWalker

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Es geht bei der Sache darum, das auch bei OEms mehr Bewegung ins Spiel kommt, der Beschwerdepunkt Media-Player wurde vor allem von Real-Networks eingebracht, das Ziel ist, dass PC-Distributoren häufiger auf Alternativen für Media-Streaming und DRM zurückgreiffen. Wenn vorrausgesetzt werden kann, dass 98% aller PC-Nutzer WMV-DRM und -Streamingfähigkeiten installiert haben wirdeben kaum noch anderes benutzt, obwohl Real und Quicktime sehr wohl sehr fähige Konkurrenten in diesem Bereich sind. Dass sich Apple nicht beschwert, bzw. schon Jahre früher las Real-Networks hat bestechen lassen, liegt daran, dass Apple noch nicht auf Microsoft als Partner auf der Mac-Plattform für Office verzichten will.

Microsoft hats bei diesem Beschwerdeepunkt etwas eichter, weil sich vor drei, vier Monaten auch Real-Networks für einen Rückzug von allen Beschwerden ausbezahlen ließ - sowas nennt sich "Vergleich" und ist legal, stinkt aber trotzdem nach Bestechung. Sun Microsystems bekam übrigens Ende 2004 oder Anfang 2005 eine halbe Milliarde Dollar für den Rückzug von Berschwerden gegen Microsoft vor der EU-Kommission.
 
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