Kurztest: Scorpion - Disfigured

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Hallo

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B-Cool Interactive hat mit Scorpion: Disfigured eine Art F.E.A.R. mit Rollenspielelementen fabriziert. Ein Spiel, das sich der Entwickler aus Russland hätte sparen können.

In einem Laborkomplex wurden Experimente mit neuartigen Viren durchgeführt, die aus harmlosen Zivilisten skrupellose Bestien machen. Natürlich passierte ein verheerender Fehler, woraufhin Testsubjekte ausbrechen konnten und das Personal mit dem Erreger infiziert wurde. Ein Typ namens Scorpion wird schwer bewaffnet in den Komplex entsendet, um der Sache auf den Grund zu gehen und die Seuche aufzuhalten. Über Funk wird er von Judith, einer Wissenschaftlerin, die als einzige Überlebende entkommen konnte, regelmässig instruiert.

Schon früh wird klar, dass der Ego-Shooter ein bestenfalls mittelmässiges technisches Grundgerüst mitbringt. Repetitive, oft blasse Texturierung und ein furchtbares Treffermodell vermiesen schnell die Lust aufs Weiterspielen. Kommt euch eines der zombieähnlichen Wesen entgegengehumpelt, erkennt ihr nur schwer, ob eure Pistolen- oder MG-Schüsse ihr Ziel wirklich treffen. Blutspritzer fallen als Indikatoren weg, was Ataris Zensur für die deutsche Version zu verdanken ist. Manch ein Monster zuckt immerhin leicht bei Treffern - sieht trotzdem nicht gut aus. Das gilt auch für die Söldnerarmee, die im Komplex ebenfalls ihr Unwesen treibt und offenbar an den Experimenten interessiert ist. Immerhin muss man den Söldnern aber die recht brauchbare KI zugutehalten. Sie suchen Deckung, schiessen um Ecken und ziehen sich bei Gefahr auch mal zurück.

Eine nette Idee ist der Kampfanzug des Helden, dank dem ihr unter Zuhilfenahme von Psi-Energie diverse Kräfte entfesseln könnt, darunter Zeit verlangsamen, ein Kraftfeld erzeugen oder einen Widersacher per Gedankenkontrolle kurzzeitig als Verbündeten gewinnen. Durch das Töten von Gegnern sammelt ihr Erfahrungspunkte, womit ihr Wummen und Kräfte nach Wahl aufstufen dürft. Das ist zwar alles nicht neu, sorgt aber als einziges Spielelement überhaupt für eine gewisse Motivation. Mit Batterien muss die Energieversorgung stetig nachgefüllt werden. Es ist zeitweise ganz witzig, zwei Soldaten via Berserker-Fähigkeit zum Ausrasten zu bringen, so dass sie ihren eigenen Trupp dezimieren. Wirklich nötig sind solche Spielereien aber nur selten.

Geradezu lächerlich wird es im akustischen Bereich. Wenn euch Monster mit einem gelangweilten "Abendessen!"-Spruch entgegenkommen oder der Held einem Viech "Nenn mich Michael!" entgegenruft, weiss man nicht, ob man schmunzeln oder die Stirn runzeln soll. Judith ist der einzige Charakter, der über eine halbwegs brauchbare Synchronisierung verfügt. Peinlich sind die Schussgeräusche der meisten Waffen geraten, die an alles erinnern, aber nicht an scharfe Wummen. Ist eine X-Fi-Soundkarte im System, kann es ausserdem zu Soundfehlern kommen. So fehlten in unserem Test etwa die Fahrgeräusche einer U-Bahn gänzlich. Zudem waren ständig nervtötende Hack- und Klopfgeräusche im Hintergrund zu vernehmen. Sollte das ein Stilmittel zur Erzeugung einer Gruselatmosphäre sein, ist das genauso zum Scheitern verurteilt wie die scheinbaren Leichen alle paar Meter, die - oh Schreck - plötzlich zum Leben erwachen und euch angreifen.

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Fazit von Daniel Boll

Eigentlich regen mich Spiele wie Scorpion: Disfigured gar nicht mehr auf. Sie versprühen von Beginn an einen hohen Trash-Faktor und zeigen in fast allen Belangen ein derartiges Amateurniveau, dass ich den Test mit einem müden Lächeln abschliessen kann. Die Grundidee "Horror-Shooter mit RPG-Elementen" ist eigentlich nicht übel, nur kommt man in keinem einzigen Punkt an das grosse Vorbild F.E.A.R. heran. Abgesehen von groben Soundaussetzern und absolut null Gruselatmosphäre ist auch noch ein gewisser Frustfaktor vorhanden, weil manche Missionsziele unklar definiert sind und man der Verwirrung oder Unkenntnis wegen nur allzu schnell in eine tödliche Situation hineingerät.

Selbst ohne technische Patzer würde das Spiel in der Mittelmässigkeit verbleiben. Sollte sich ein Patch in der Mache befinden, wäre es schön, wenn die Steuerungseinstellungen des Nutzers dadurch langfristig gespeichert bleiben. Aktuell werden Selbige nämlich nach einem Neustart wieder zurückgesetzt.

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Kurztest: Scorpion - Disfigured

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