Kostenfreie Alternativen zur Bildbearbeitung - welche Programme lohnen sich?

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Das Internet ohne Bilder wäre einfach nur ein Fließtext, der am Bildschirm angezeigt wird. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram leben davon, dass Nutzer die Plattform stetig mit Inhalten füttern – sprich Videos und Bilder. Allein Instagram hat 2017 etwa 800 Millionen aktive Nutzer erreicht. Digitale Fotos haben die klassische Fotografie schon vor Jahren abgelöst. Letztere wird heute von Künstlern zwar immer noch gern benutzt. Im Alltag hat sich das Digitalfoto aber schon lange durchgesetzt. Abgelichtet mit der Handykamera oder einer digitalen Spiegelreflexkamera, landen jeden Tag tausende Fotos im Netz.



Die Software für die Bildbearbeitung bedeutet in vielen Fällen eine deutliche Investition. Glücklicherweise haben sich gerade für Anfänger erstaunliche kostenfreie Alternativen etabliert.​


Bilder, die mit dem Smartphone geschossen werden, lassen sich sofort bearbeiten, „aufhübschen“ und können direkt gepostet werden. Für einfache Schnappschüsse mag dies vollkommen ausreichen. Was, wenn ein Sonnenuntergang oder spektakuläre Blitze mit der DSLR eingefangen werden? In diesem Fall wird nach Möglichkeiten gesucht, die Fotos digital zu bearbeiten. Programme zur Bildbearbeitung werden von verschiedenen Softwareschmieden angeboten. Deren Funktionsumfang richtet sich oft an Profis, die damit ein Bild komplett verändern und nachbearbeiten können. Das Problem: Solche Programme kosten mitunter mehrere hundert Euro. Geht das Ganze vielleicht auch günstiger – eventuell sogar zum Nulltarif?


Täglich werden tausende Bilder mit Smartphones geschossen und in sozialen Netzwerken hochgeladen.

Welche Grundfunktionen sollte ein Bildbearbeitungsprogramm abdecken

Programme, mit denen sich Bilder bearbeiten lassen, gehören in die Gruppe der Grafikanwendungen. Prinzipiell lassen sich hier die verschiedenen Programmtypen unterscheiden in Software zum Fotos entwickeln, Verwaltungstool und Bildbearbeitung. Zwischen den Softwarevarianten verläuft nur auf den ersten Blick eine scharfe Grenze. Profis bzw. versierte Foto-Amateure wissen, dass sich sowohl mit einem Programm zum Fotos entwickeln die Bilder (innerhalb eines gewissen Rahmens) bearbeiten lassen. Und die Software zur Bildbearbeitung kennt Funktionen, die in der Fotoentwicklung originär angesiedelt sind. Aus diesem Grund ist eine strikte Trennung in der Praxis teils schwierig. Und auch die Werkzeuge sind teils identisch. Im Hinblick auf die Grundfunktionen sollte ein Programm zur Bildbearbeitung unter anderem eine Bearbeitung von Schärfe, Bildrauschen und Helligkeit ermöglichen. Darüber hinaus sind gerade die leistungsfähigen Tools mit weiteren Funktionen ausgestattet. Hierzu zählt beispielsweise die Möglichkeit, den Weißabgleich anzupassen oder die Farbsättigung und Intensität der Farben anzupassen. Diese Veränderungen können entweder auf das ganze Bild angewandt werden – oder nur einzelne Bildbereiche. Wie umfangreich die Palette der Funktionen letztlich ist, lässt sich nicht pauschal am Preis festmachen. Besonders Open-Source-Varianten – wie Gimp oder Rawtherapee – bringen inzwischen viele Funktionen mit, die eher aus dem Paid-Segment bekannt sind.

Tipp: Umfangreiche Funktionen sind nicht immer der beste Gradmesser in der Bewertung einer Bildbearbeitung. Jeder Nutzer sollte sich Gedanken machen, was er mit der Software vorhat. Gerade Einsteiger sind mit sehr umfangreichen Programmen schnell überfordert.

Interessante kostenfreie Alternativen

1. Gimp

Viele Nutzer, die Bilder kostenlos bearbeiten wollen, landen schnell bei Gimp. Die etwas ungewöhnliche Bezeichnung leitet sich aus GNU Image Manipulation Program an. Gimp kann sowohl Pixel- als auch Vektorgrafiken bearbeiten bzw. erstellen. Das Programm ist im Netz leicht zu finden und auch schnell installiert. Einsteiger, die bisher keine Erfahrung mit der Bildbearbeitung haben, sollten etwas Zeit für die Einarbeitung einplanen. Das Programm ist allerdings sehr intuitiv und bietet für Einsteiger und Profis interessante Anwendungsmöglichkeiten. Zu den wichtigen Grundfunktionen gehört die Möglichkeit, in Bildern mehrere Ebenen anzulegen. Durch das Anlegen einzelner Werkzeuge auf die Ebenen bietet sich die Gelegenheit, Bilder zu schärfen oder Überblendeffekte einzubauen. Fundamental für das Arbeiten mit Gimp ist das Auswahl-Werkzeug, das mit:

  • Pinsel

  • Zauberstab
  • Freier Auswahl

Verwendung findet. Ein ebenfalls sehr wichtiges Element sind die verschiedenen Filter. Hiermit kann der Nutzer weichzeichnen, verzerren oder Licht und Schatten in einem Bild bearbeiten. Gimp bietet dem Nutzer zusätzlich die Möglichkeit, Bearbeitungsschritte durch Skripte zu automatisieren.

2. Paint.Net

Paint.Net wurde 2004 ursprünglich als Open Source entwickelt, ist inzwischen Freeware. Nach der Installation auf dem Rechner verfügen Anwender über ein sehr leistungsstarkes Tool, um damit Bild zu bearbeiten. Das Programm ist mit mehreren Auswahlwerkzeugen ausgestattet, zu denen unter anderem:

  • Lasso
  • Maske (elliptisch oder rechteckig)
  • Zauberstab

gehören. Nutzer können bei Paint.Net auch ein Werkzeug verwenden, um damit Text in ein Bild einzufügen. Parallel stehen die für eine Bildbearbeitung typischen Effekte zur Verfügung. Hiermit lassen sich zum Beispiel Helligkeit und Kontrast beeinflussen. Aber auch das Weichzeichnen ist mit dem Programm möglich – wie auch ein Entfernen roter Augen und andere Korrekturen. Zu einer guten Bildbearbeitung gehört natürlich die Möglichkeit, Farben anzupassen. Hierzu stellt Paint.Net verschiedene Optionen zur Verfügung.

3. PhotoFiltre

PhotoFiltre ist ein Freeware-Bildbearbeitung, die kostenlos von privaten Anwendern und nicht-kommerziellen Organisationen verwendet werden kann. Im Zusammenhang mit einer gewerblichen Nutzung ist der Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz erforderlich. Das Programm kann Bilddateien unterschiedlicher Formate öffnen. In der Programmversion 7 ist PhotoFiltre mit diversen Filtern ausgestattet. Diese ermöglichen dem Anwender unter anderem Korrekturen von Bildern – wie Helligkeit, Kontrast oder Sättigung. Zusätzlich können künstlerische Filter eingesetzt werden, um Bilder zu verändern, wie:

  • Ölgemälde
  • Konfetti
  • Wasserfarben.

Zusätzlich ist PhotoFiltre mit Vektor-Auswahl Optionen ausgestattet. Anwender können sich in der Bildbearbeitung zum einen für die Umrissauswahl entscheiden oder individuelle Auswahlen mit Polygon und Lasso vornehmen. Arbeiten sind in PhotoFiltre natürlich in mehreren Ebenen möglich, hierfür stehen dem Nutzer unterschiedliche Ebenentypen zur Wahl.

4. RawTherapee

RawTherapee ist ein Programm, das eigentlich in die Kategorie der Entwicklungstools fällt. Durch die vielen Filter und Effekte lassen sich damit Fotos bereits sehr umfangreich bearbeiten. Die Software richtet sich an Fotografen, die im RAW-Format arbeiten. Hierbei handelt es sich gewissermaßen um ein Rohdaten-Bild, die Bildinformationen bleiben unbearbeitet und unkomprimiert. Dies hat den Vorteil, dass sich viele Parameter anpassen lassen. So sind Einstellungen:

  • des Weißabgleichs
  • der Farbintensität
  • der Farbsättigung
  • das Schärfen
  • das Entrauschen

möglich. Der Funktionsumfang von RawTherapee bietet auch die Möglichkeit, ein Bild zu komprimieren und es zu verkleinern. Gerade für Webanwendungen kann dieser Schritt sinnvoll sein, da viele Serveranwendungen die Größe hochgeladener Bilder beschränken. Sobald ein Foto in RawTherapee fertig bearbeitet ist, kann es vom Anwender importiert – und mit anderen Programmen zur Bildbearbeitung weiter angepasst werden.

5. Darktable

Wie RawTherapee ist auch Darktable originär keine reine Bildbearbeitung, sondern richtet sich mit seinen Funktionen eher an Anwender, die Bilder im Rohdatenformat bearbeiten und verwalten wollen. Hierfür stehen zwei Bereiche zur Verfügung. Über den sogenannten Leuchttisch kann der Nutzer Bilder sichten und deren Metadaten bearbeiten sowie Fotos verwalten. In dieser Ansicht ist auch das Entzerren der Objektivverzeichnungen möglich. Der eigentlichen „Workbench“ ist die Dunkelkammer-Ansicht. Hier können die Farben eines Fotos in ihrer Sättigung und Intensität verändert, das Bildrauschen entfernt oder die Schärfe angepasst werden. Zusätzlich stellt Darktable verschiedene Effekte zur Verfügung, welche bereits in das Bild eingebaut werden können. Ein Beispiel hierfür sind Überblendungen. Zu den Stärken des Programms Darktable gehört die Tatsache, dass die Ergebnisse in einer Vorschau angezeigt werden. Damit hat der Nutzer die Möglichkeit, alle Bearbeitungsschritte zerstörungsfrei in Augenschein zu nehmen. Sind alle Bearbeitungsschritte abgeschlossen, wird das Bild ins gewünschte Format exportiert – und hochgeladen oder mit anderen Tools weiterverarbeitet werden.


Mit Bildbearbeitungsprogrammen sind heute auch im kostenfreien Bereich viele Dinge möglich.


Fazit: Bildbearbeitung kann auch kostenlos sein

High-End Software zur Bildbearbeitung ist eine Investition! Wer so denkt, wird überrascht sein, dass ein Teil der Programme kostenlos ist. Ähnlich dem Office-Bereich haben sich Entwickler zusammengefunden, welche die Tools für Hobbyfotografen und Grafiker als Open Source entwickeln – sprich die Software ist kostenlos. Und im Vergleich mit den Bezahl-Varianten müssen sich diese Softwarelösungen auf keinen Fall verstecken. Im Gegenteil: Wie die Beispiele Gimp, Darktable oder RawTherapee zeigen, lassen sich mit den Gratis-Tools sehr professionelle Ergebnisse erzielen. Die Palette der Funktionen reicht von Anpassungen beim Kontrast und der Bildschärfe bis zu Veränderungen des Weißabgleichs. Allerdings müssen Anwender bereit sein, sich in die Software einzuarbeiten. Ein Grundsatz, der im Übrigen auch für teure Software-Lösungen gilt.

Bildquelle:
1.) Bild: Ivan Kurmyshov - Fotolia.com
2.) Bild: junpinzon - Fotolia.com
3.) Bild: Hanna Gottschalk - Fotolia.com
 
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