[DE] »Killerspiele«-Verbot: GameStar-Leser wehren sich

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Eric-Cartman

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GameStar-Leser wehren sich

Sehr geehrte Leser,

wie Sie vielleicht gelesen haben, hat die Innenministerkonferenz der Länder beschlossen, dem Deutschen Bundestag ein Verbot der so genannten »Killerspiele« zu empfehlen. Gemeinsam mit unseren Kollegen der PC Games empfehlen wir allen wahlberechtigten Spiele-Fans, sich direkt an Kandidaten, Abgeordnete, Parteien und prominente Politiker zu wenden. Das erfolgreich abgewendete Paintball-Verbot, das einzig und allein durch den massiven Protest der Betroffenen gekippt wurde, zeigt die Wirksamkeit solcher Aktionen.

Wir bitten Sie: Wenn Sie sich GEGEN diese unsachliche, vorurteilsbehaftete Diskriminierung wehren möchten und Sie sich stattdessen FÜR wirksamen Jugendschutz einsetzen wollen, dann machen Sie mit! Nutzen Sie die Wahlkampfphase -- in dieser Zeit hören Ihnen jene zu, die von Ihnen gewählt werden möchten!

Ihre Redaktion GameStar

Ein PDF mit einem Textentwurf finden Sie am Ende dieser News. Die Namen der aktuellen Abgeordneten Ihres Wahlkreises finden Sie auf http://www.abgeordnetenwatch.de/

Sie können den Text natürlich auch von hier herauskopieren und individuell anpassen. Den vollständigen Text finden Sie unter dieser News.

» PDF mit Textentwurf herunterladen





Sehr geehrter Abgeordneter, sehr geehrter Kandidat,

im Vorfeld der anstehenden Europa- und Bundestagswahl wende ich mich heute an Sie persönlich. Aktueller Anlass ist der am 5. Juni 2009 erfolgte Beschluss der Innenministerkonferenz der Länder, der ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" von Action-Computerspielen vorsieht.

Dieser Beschluss ist eine Reaktion auf den entsetzlichen Amoklauf eines 17-jährigen Jugendlichen im baden-württembergischen Winnenden, der die Diskussion um die Wirkung von Computer- und Videospielen neu entfacht hat. (Vor-)schnelle Verbotsforderungen werden den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht, wirken im Gegenteil eher verharmlosend und verhindern so eine gründliche Aufarbeitung. Mit Bedauern stelle ich fest, dass die Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen der Politik.

"Gewaltverherrlichende" Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten. Doch ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu Artikel 5 unseres Grundgesetzes ("Eine Zensur findet nicht statt").

Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind. In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert. Seit 1. April 2003 versieht die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) Computer- und Videospiele - analog zu Spielfilmen - mit eindeutigen, auffälligen Alterskennzeichnungen; fünf Prozent der im Jahre 2008 geprüften Spiele sind auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten und werden daher mit "Keine Jugendfreigabe" eingestuft. Diese Kennzeichnung ist ein hoheitlicher Verwaltungsakt durch die Obersten Landesjugendbehörden. Produkte, die den strengen Kriterien nicht genügen, werden nicht gekennzeichnet und können demnach von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert werden.

Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter bitte ich Sie nachdrücklich, ...


• den irreführenden und diskriminierenden Begriff "Killerspiele" aus der politischen Diskussion zu nehmen.

• das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.

• den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.

• Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen.


• die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.
 
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