Informatik – Freude oder Frust?

Diskutiere Informatik – Freude oder Frust? im IT-News Forum im Bereich IT-News; Die Jobchancen für Informatiker sind so gut wie schon seit Jahren nicht mehr. Dennoch bricht jeder zweite das Studium ab. Andere fangen erst gar...
#2
Rebecca M.

Rebecca M.

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zu viel überflüssiger Stoff im gesamten Bildungsystem

Die Jobchancen für Informatiker sind so gut wie schon seit Jahren nicht mehr. Dennoch bricht jeder zweite das Studium ab. Andere fangen erst gar nicht damit an.
Die Lehrpläne im Bachelor-Studium nehmen überhaupt keine Rücksicht auf die sozialen Probleme der Studenten, und sind einfach überfrachtet, nur um Arbeitsplätze der Tutoren zu sichern.

Ebenso ist die Studienfinanzierung ein Problem.
An die Studiengebühren werden sich wohl erst nachfolgende Generationen gewöhnt haben, und sie akzeptieren.

Alles hier ein riesen Durcheinander; morgen kann schon alles anders sein... :nixweis!

Bildung für alle ist, bei den gegenwärtigen Interessenkonflikten in Deutschland wohl erst mal gescheitert.

Unsere Tochter wird im August nicht in Deutschland beginnen zu studieren, aus den o. g. Gründen.

Gruß


Rebecca :sing
 
#3
DerZong

DerZong

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Weiterhin sollte man gerade den Begriff "Informatiker" differenzierter betrachten.

Wenn es um den reinen Informatiker (Studiengang "Informatik") geht, so ist am Markt so gut wie kein Bedarf mehr (und gerade dieser wird in der News-Meldung angesprochen - seltsamerweise :sleepy)

Schaut man sich dann die "Rand"-Studiengänge an, so besteht tatsächlich ein hoher Bedarf:
z. B. Wirtschaftsinformatiker (egal, welcher Schwerpunkt) werden in der Tat händeringeng gesucht, da sie gute "Mittelsmänner" sind.

Aber auch "Quereinsteiger" anderer Studienrichtungen sind immer wieder gerne genommen, da sie meist Expertiese im geschäftlichen Umfeld sammeln konnten (Ja, die Kommunikation zwischen BWL'ern und Informatikern ist nicht einfach, aber wird im Bezug auf die Integration der Informatik in die Geschäftsprozesse der Unternehmen immer wichtiger, siehe Wirtschaftsinformatiker :hehe)

Weiterhin sollte Differenziert werden, um was es sich bei dem Studiengang handelt:
Ist dieser theoretisch angesiedelt, so sind die Absolventen kaum direkt zu integrieren, da sie zwar ein umfassendes Fachwissen haben, dieses aber nicht sinnvoll in vorhandene Geschäftsprozesse integrieren können (Stichpunkt: "Fach-i-diotenen").
Bei praktisch orientierten Studiengängen hingegen ist das etwas einfacher, da die Absolventen schon direkt (oder indirekt) im Unternehmen ihr Können einsetzen konnten und somit in etwa wissen, was sie erwartet.
 
#4
E

elordenador

Gast
Irgendwie hat das eine mit dem Anderen nichts zu tun.

Ich höre immer, dass Informatiker gefragt sind. Die Stellenausschreibungen jedoch sagen etwas anderes.
Es gibt auch unterschiede zwischen Informatik-Studiengängen wie zb theoretische oder Technische Informatik und natürlich die Wirtschaftsinformatiker.

Gerade bei Wirtschaftsinformatik kann ich bestätigen das die Nachfrage relativ hoch ist, jedoch nur als „Verkäufer im Außendienst“ oder zu Neudeutsch: Berater bzw. Consultant.

Zu den Studienabbrüchen:
Nach meinem erfolgreichen Studium kann ich sagen, dass es 2 Arten von Abbrechern gibt:

1. Diejenigen die nicht Mithalten können und eben aufgrund ihrer schlechten Leistungen hängen bleiben.
2. Diejenigen die eine falsche Vorstellung über das Informatikstudium haben. Beispiel: Ich piele gerne am Kompjuter und jetzt studiere ich Informatik weil ich gerne mit Kompjutern arbeite (spielen).

Zugegeben, die 2 Sorte ist sehr häufig vertreten und bleiben spätestens nach der 3. Mathe-Vorlesung lieber zuhause. Zugegeben, es Informatiker-Mathe ist nicht gerade einfach… :confused

Ich selber kenne keinen, bei dem das Geld ein Grund gewesen wäre abzubrechen.

MfG
 
#5
S

schnydra

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Studienabbrüche gibt es ehrlich gesagt überall mehr oder weniger. Das Niveau des an der Uni vermittelten Stoffes ist nicht mehr ein Pappenstiel und nicht jeder hat den Kopf und/oder die Lernbereitschaft in genügendem Masse.

Und wie weiss ein angehender Student heute, was in 4 Jahren hoch im Kurs steht? Plötzlich ein Einbruch in einer Sparte und weg ist der sichere Job (obwohl: gibt es den überhaupt? :unsure). Wenn ein Lehrer sagt: "Ingenieure sind gefragt, werdet Ingenieure!" kann man nur lachen, in einigen Jahren sind es möglicherweise die Physiker oder Chemiker oder .....

Klar ist es erfreulich wenn die Wirtschaft nach Informatiker sucht, aber es ist doch eine Sinuskurve und keine Konstante. Von daher: Machen was einem Spass macht und nicht auf ein momentan in Mode stehender Beruf spekulieren.
 
#6
Rebecca M.

Rebecca M.

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die Leute sind intelligenter, als die Politiker glauben...

Ich selber kenne keinen, bei dem das Geld ein Grund gewesen wäre abzubrechen.
gut , gehen wir mal von den weniger "betuchten" Studenten aus, welche die geforderten mathematischen Grundlagen verinnerlicht haben, aber während der Studienzeit noch jobben müssen :aah , um an das finanzielle Niveau eines H.IV - Bescheids zu kommen.

Möglicherweise verlängert sich auch (mit-) dadurch die Studiendauer.
Wenn sie dann kurz vor der "Menopause" :D fertig sind, hat der Markt seinen Bedarf längst mit jüngeren Kollegen aus dem Ausland gedeckt. Akademiker Import...:sneaky .

Zum Schluß:
Wer sein Studium selber zahlt, sollte auch entsprechende Qualität, in Abhängigkeit der Kosten, geboten bekommen.

Hier muss GEZahlt werden, egal wie schlecht das Studium ist = kein Gegenwert für´s Geld.

Und das wissen interessierte Kandidaten auch, und fangen gar nicht erst an, oder hören frustriert auf.

Viele Grüße


Rebecca :sing
 
#8
S

Soilwork

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Die Lehrpläne im Bachelor-Studium nehmen überhaupt keine Rücksicht auf die sozialen Probleme der Studenten, und sind einfach überfrachtet, nur um Arbeitsplätze der Tutoren zu sichern.

Ebenso ist die Studienfinanzierung ein Problem.
An die Studiengebühren werden sich wohl erst nachfolgende Generationen gewöhnt haben, und sie akzeptieren.

Alles hier ein riesen Durcheinander; morgen kann schon alles anders sein... :nixweis!

Bildung für alle ist, bei den gegenwärtigen Interessenkonflikten in Deutschland wohl erst mal gescheitert.

Unsere Tochter wird im August nicht in Deutschland beginnen zu studieren, aus den o. g. Gründen.

Gruß


Rebecca :sing
Improvisation ist alles! Ziel erfassen! Weg zum Ziel suchen! Ressourcen optimieren! Eure Tochter würde es schaffen in Deutschland zu studieren mit Eure Hilfe natürlich!!
 
#9
MountWalker

MountWalker

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Der wohl wichtigste grund stand vorgestern auf Tagesschau.de:

Bei der Umstellung der Studiengänge auf das "neue" Bechelor/Master System wurden insbesondere bei den technischen Studiengängen (Fach-i-dioten) der Schwachfug betrieben, den gesamten Stoff, der früher das gesamte Studium ausmachte (Diplom/Magister/Examen) bis zum Bachellor abzuhandeln, obwohl eben der Bachelor wesentglich weniger Semester umfasst und der komplette Stoff von früher auch erst mit Master, und damit mit genauso vielen Semestern wie früher, abgehandelt werden sollte.

Ich finde das ganze schon recht aberwitzig - nicht nur bei der Informatik, auch bei den klassischen Ingenieurswissenschaften trauen sich gelegentlich Professsoren als kommentatoren ins Fernsehen um dort zu prokmlamieren, dass die bösen Stduenten heutzutage viel dümmer seien als früher - dabei sollten gerade diese Professoren mitbekommen haben, dass sie bei der Einführung von Bachelor den gleichen Stoff in weniger Semestern durchnehmen, wodurch ja nun unausweichlich weniger Leute in der Lage sind mitzukommen... (laut Tagesschau.de in allen technischen NStudiengänge seit Bachelor/master wesentlich mehr Abrecher ohne Abschluss als vorher)

P.S.
Ich frag mich nach dem Tagesschau-Artikel auch, was man dann eigentlich noch nach dem Bachelor bis zum Master macht.
 
#10
T

Tikonteroga

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Also ich kenn es auch so, dass viele Studenten nicht durch das Grundstudium kommen, welches den Schwerpunkt auf die Grundlagen Mathematik, Physik und Elektrotechnik legt. Klar es erwartet auch fast niemand, dass man in einem Studkengang ala Softwaretechnik oder Technische Informatik die ersten 3 Semester nur wild irgendwelche Sachen berechnen muss. Die Leute kommen alle mit der Erwartung Programmiersprachen zu lernen und rumzucoden. Das Problem ist halt nur .... Programmieren kann jeder .. auch die in Indien ... mittlerweile sind auch andere Qualitäten gefragt.

Ich lerne zwar auch Programmiersprachen aber ein großer Schwerpunkt liegt auch bei Systemarchitekturen, Analyse, Modellierung und Simulation von (komplexen) Softwaresystemen. Das eigentliche Programmieren macht innerhalb von einem Projekt vielleicht 30 % aus ...

Gruß

Tikonteroga
 
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