Im Anfang war der Sputnik-Schock – Eine kurze Geschichte des Internets vom APRANET bis Web 4.0

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Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Große Teile unser Arbeits- und Privatwelt finden dort statt und werden teilweise sogar hineingetragen. In den sozialen Netzwerken wird diskutiert und geteilt was das Zeug hält. Dank Smartphones & Co. ist das Internet auch unterwegs ein ständiger Begleiter, wer nicht in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet ist, gilt meist als altmodisch. Längst gibt es mehr als eine Generation der Digital Natives, die sich nicht oder kaum mehr an eine Zeit erinnern, als die Musik von Kassetten kam und Filme auf VHS lagen. Dank Internet gibt es das Streaming und wer immer online ist, der braucht überhaupt keine Datenträger mehr. Auch keine CDs, DVDs oder Blu-rays.


Der Griff nach den digitalen Sternen. Bis es zur - heute selbstverständlichen - mobilen
Vernetzung von Nutzer kam, war es ein langer Weg.​

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass heutzutage auch wirklich alles online stattfindet? Wer hat das Internet erfunden? Und welchen Einfluss hat das Netz auf die Welt der Wirtschaft? Wir schauen uns die wichtigsten Meilensteine bei der Entstehung des allgegenwärtigen Netzes an und schwelgen dabei in Nostalgie.

Woher kommt das Internet?

Das Internet war nicht einfach von heute auf morgen da, sondern hat sich in den vergangenen fast 50 Jahren stets weiterentwickelt, bis es sein aktuelles Format erreichen konnte.

Die Ursprünge beim US-Militär

Wie so oft entstehen bedeutende Entwicklungen in den Forschungszentren des Militärs. Nach dem Sputnik-Schock sahen sich die USA im Zugzwang und erprobten die Entwicklung vernetzter Computer. Daraus geht im Jahr 1969 das APRANET hervor – die erste Vernetzung mehrerer Computer. Im Folgejahr wird der Ausbau des Netzes bis zur Ostküste der USA vorangetrieben.

Bis sich das ARPANET auf andere Kontinente ausdehnt, dauert es weitere zwei Jahre. Erst 1973 entstehen die ersten internationalen Knoten des ARPANETs in Großbritannien und Norwegen.

Der E-Mail-Verkehr startet


Lange bevor sich die Bundeswehr überhaupt mit Cyberkriegen auseinandersetzen konnte, geschweige
denn an eine Cyber-Teilstreitkraft dachte, war das US-Militär Geburtsstätte des ersten Internets.​

Im Jahr 1971 gelingt es dem Informatiker Ray Tomlinson, über das ARPANET die erste E-Mail der Welt zu versenden. Ein Jahr später veröffentlicht er das erste E-Mail-Programm und legt mit dem @-Zeichen den bis heute gültigen Grundstein für die Unterscheidung verschiedener Netze. 1976 nutzen Jimmy Carter und Walter Mondale E-Mails für die Planung des Wahlkampfes zur US-Präsidentenwahl, die Queen ist die erste Person an der Spitze eines Staates, die eine E-Mail versendet.

Bis in Deutschland die erste E-Mail versendet wird, dauert es jedoch noch weitere zwölf Jahre. Erst 1983 wird an der Uni Karlsruhe die erste E-Mail in Deutschland empfangen.

Übertragungssteuerung durch TCP

Bob Kahn und Vint Cerf entwickeln mit dem TCP das erste Übertragungsprotokoll, mit dem Nutzer aus verschiedenen Netzen miteinander kommunizieren können. Eines dieser Prototolle ist das FTP, mit dem Nutzer Dateien auf ihrem Computer freigeben und Zugriffe auf andere Computer nehmen können. Damit nimmt das Internet erstmals konkrete Formen an, der Begriff taucht 1982 erstmals öffentlich auf.

Nachdem TCP/IP im Jahr 1983 zum Standard wird, um Rechner innerhalb eines Netzwerkes zu identifizieren, programmiert Fred Cohen einen der ersten Computerviren der Welt. Schon fünf Jahre später kursiert mit Morris ein Wurm, der tausende Rechner weltweit befällt.

Im Jahr 2010 werden die IP-Adressen der Version 4 zunehmend knapp. Insbesondere der asiatische Raum aber auch der zu erwartende Ansturm neuer Internet-of-Things-Geräte (IoT) sorgt für Engpässe. Die neue Version 6 wird deshalb ins Leben gerufen.

Die wichtigsten Internetprotokolle

Das Internet basiert auf Internetprotokollen, die die Adressierung und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Computern und Netzwerken regeln.
TCP: Das Transmission Control Protocol definiert, auf welche Art und Weise Netzwerkkomponenten Daten austauschen.

IP: Die IP ist die eindeutige Adresse eines Computers. Während IPv4 aus vier Byte (32 Bit) besteht, die als vier Dezimalzahlen im Bereich von 0 bis 255 durch einen Punkt getrennt angegeben werden, ermöglicht IPv6 (128 Bit) acht durch Doppelpunkt getrennte Blöcke aus je vier hexadezimalen Ziffern.

Beispiel für eine IPv4-Adresse: 192.168.0.254

Beispiel für eine IPv6-Adresse: 2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7347

Es lässt sich schnell erkennen, dass es aufgrund des deutlich größeren Zahlenraumes auch viel mehr IPv6-Adressen geben kann. Bei ungefähr 340 Sextillionen Möglichkeiten kann jedes Gerät eine eigene Adresse bekommen, um in einem Netzwerk ansprechbar zu sein.

DNS: Durch den Domain Name Server wird eine IP-Adresse in einen Domainnamen übersetzt und umgekehrt. Das funktioniert im übertragenen Sinne wie ein Telefonbuch. Ein Client schickt dem Server eine IP-Adresse, z. B. 216.58.210.3 und der DNS-Server antwortet: Das ist „google.de“.

http / https: Das Hypertext Transfer Protocol dient der Übertragung von Daten auf der Anwendungsschicht über ein Rechnernetz, z. B. um Webseiten aus dem World Wide Web in einen Webbrowser zu laden. Mit HTTPS gibt es eine verschlüsselte Variante. So wird der Datenverkehr zwischen User und Webserver unlesbar.

FTP: Das File Transfer Protocol kann Dateien von einem Server zu einem Client schicken (Herunterladen), vom Client zum Server (Hochladen) oder auch Dateien zwischen zwei FTP-Servern übertragen.

Suchmaschinen

Internet-Suchmaschinen erstellen einen Schlüsselwort-Index für die Dokumentbasis, um Suchanfragen mit einer nach Relevanz geordneten Trefferliste zu beantworten. Zweifelsohne ist Google hier die unangefochtene Nummer 1 auf dem Markt – der Marktanteil liegt weltweit bei fast 90 %, gefolgt von Bing (ca. 5 %) und Yahoo (ca. 3,3 %). Dabei lassen sich verschiedene Suchmaschinen unterscheiden:

  • indexbasierte Suchmaschinen
  • Meta-Suchmaschinen (schicken Anfragen gleichzeitig an mehrere indexbasierte Suchmaschinen)
  • Hybridformen
  • föderierte Suchmaschinen (Suchanfrage läuft über einzelne Rechner, die eigene Suchmaschinen betreiben), z. B. Peer-to-Peer

Personal Computer

Nachdem Computer bisher große Maschinen waren, die in eigens dafür vorgesehenen Räumen Platz fanden, bringt IBM im Jahr 1980 mit dem 5150 den ersten Personal Computer auf den Markt.

Domains

Das Domain Name System entsteht. Erstmals lassen sich Webseiten mit nationalen Endungen registrieren. Mit nordu.net wird im Jahr 1985 die erste Domain der Welt registriert. Bereits 14 Jahre später, im Jahr 1999, wird noch vor der Jahrtausendwende die einmillionste Domain registriert. Ab 2003 können dann auch internationalisierte Domainnamen unterhalb von .de, .at und .ch registriert werden. Und während es 14 Jahre bis zur ersten Million registrierter Domains dauerte, gibt es 2006 bereits über 92 Millionen. Anfang der Neunziger gibt es erstmals Versuche, das Internet zu indexieren.


(Daten: Denic)​

Vom ARPANET zum WWW

Am Genfer Kernforschungszentrum CERN entwickelt Tim Berners-Lee 1989 das World Wide Web und ebnet mit den technischen Standards den Weg für eine massenhafte Verbreitung des Internets. Bereits im folgenden Jahr wird der Betrieb des ARPANET eingestellt und die kommerzielle Nutzung des Internets beginnt.

Im Jahr 1993 beträgt der Anteil des WWW am gesamten Datentraffic im Internet jedoch gerade mal 1 %.

Die ersten Internet-Browser

Blieb die Nutzung des Internets trotz seines kommerziellen Anspruchs nur wenigen Menschen vorbehalten, die sich mit der Welt der Zahlen auseinandersetzen wollten – alle Webseiten waren nur über die Eingabe der IP-Adresse erreichbar – gelingt mit dem ersten Webbrowser der Welt ein Durchbruch: Der Webbrowser Mosaic, entwickelt an der Universität Illinois, bietet erstmals in der Geschichte des Internets die Möglichkeit, Bild und Text gleichzeitig darzustellen.

Marc Andreessen, der bereits den Mosaic-Browser in die Welt gesetzt hatte, ist auch für den ersten kommerziell nutzbaren Browser Netscape verantwortlich. Erstmals übersteigt jetzt die Anzahl normaler User die Anzahl der wissenschaftlichen Nutzer. Doch nur wenige Jahre später ist der Netscape-Browser jedoch bereits Geschichte. 1995 bringt Microsoft sein legendäres Betriebssystem Windows-95 heraus (für Nostalgiker haben wir eine Anleitung, wie das System auch auf heutigen Rechnern benutzt werden kann). Dazugehörig: Das Erweiterungspaket Microsoft Plus. Neben diversen anderen Programmen enthält dieses Package auch den Internet Explorer, Version 1.0. Durch den Hype um Win-95 wird der IE somit zur ersten Wahl für alle User des Betriebssystems und bekommt daher einen immensen Startvorteil. Und noch im gleichen Jahr schiebt Microsoft die Versionen 1.5 sowie 2.0 nach. Sie können nicht nur auf anderen Versionen wie Windows-NT installiert werden, sondern Marc Andreessen, der bereits den Mosaic-Browser in die Welt gesetzt hatte, ist auch für den ersten kommerziell nutzbaren Browser Netscape verantwortlich. Erstmals übersteigt jetzt die Anzahl normaler User die Anzahl der wissenschaftlichen Nutzer. Doch nur wenige Jahre später ist der Netscape-Browser jedoch bereits Geschichte. 1995 bringt Microsoft sein legendäres Betriebssystem Windows-95 heraus (für Nostalgiker haben wir eine Anleitung, wie das System auch auf heutigen Rechnern benutzt werden kann). Dazugehörig: Das Erweiterungspaket Microsoft Plus. Neben diversen anderen Programmen enthält dieses Package auch den Internet Explorer, Version 1.0. Durch den Hype um Win-95 wird der IE somit zur ersten Wahl für alle User des Betriebssystems und bekommt daher einen immensen Startvorteil. Und noch im gleichen Jahr schiebt Microsoft die Versionen 1.5 sowie 2.0 nach. Sie können nicht nur auf anderen Versionen wie Windows-NT installiert werden, sondern MS erlaubt sich auch einen kleinen Geniestreich, indem man den Internet Explorer auch für Macintosh-Computer anpasst.

Da der Browser jetzt auch JavaScript und Cookies unterstützt, werden dem Netscape-Navigator viele Kunden abspenstig gemacht. Als Microsoft die Version 3.0 dann auch noch kostenlos für alle Betriebssysteme anbietet und ab Windows-95A sogar direkt integriert, ist der Sieg nicht mehr aufzuhalten.

Zeitgleich starteten auch die der ersten Dial-Up-Systeme im Jahr 1995 durch und dadurch zieht das Internet auch in die Privathaushalte ein. Anfangs gestaltet sich die Einwahl über das 56K-Modem jedoch schwierig und erfordert viele Geduldsproben durch häufige Unterbrechungen. Auch ist das Angebot noch überschaubar, die Attraktivität einer regelmäßigen Nutzung hält sich in Grenzen. Dennoch: Bereits ein Jahr später sind 44 % der US-Haushalte online.

Der Start revolutionärer Dienste

Schon früh legten die heutigen Marktführer den Grundstein ihres Erfolges. Bereits 1995 geht Amazon.com als erster Online-Händler der Welt online.

Weitere drei Jahre vergehen, bis Google aus einem Wohnheimprojekt der Stanford-Universität hervorgeht.


1999 ist das Jahr, in dem die Musiktauschbörse Napster an den Start geht. Eigentlich als lokales Tauschnetzwerk an einer Universität gegründet, verbreitet sich die Software schnell und ruft schon bald die Musikindustrie, deren Ende bisweilen schon ausgerufen wurde, auf den Plan. Nach einem medienwirksamen Gerichtsverfahren stellt der Initiator Shawn Fannings sein Angebot im Jahr 2001 ein, nachdem Verhandlungen mit führenden Tonträgerunternehmen hinsichtlich legaler Bezahlmodelle scheitern. Nur zwei Jahre später startet Apple den iTunes Store, in dem jeder Song für 99 Cent heruntergeladen werden kann.

Wikipedia geht Anfang 2001 online und läutet damit den Übergang in das Web 2.0 ein, bei dem sich jeder Nutzer selbst an der Herstellung von Inhalten beteiligen kann. Das Mitmachnetz entsteht, die Medienhoheit geht in Teilen verloren, der Prosumer (als Verschmelzung von Produzent und Konsument) emanzipiert sich. Bis der Begriff „Web 2.0“ jedoch tatsächlich auftaucht, vergehen weitere vier Jahre.

Kaum zu glauben, aber Facebook ist erst (oder schon) älter als zehn Jahre. Im Jahr 2003 gelingt es Mark Zuckerberg ein Netzwerk an der Standford University zu schaffen, in dem sich Studenten miteinander austauschen können. Nachdem die Software in den folgenden Jahren einzelne Hochschulen miteinander verbunden hat, breitet sich das soziale Netzwerk auch außerhalb der Universitäten aus. Im Jahr 2012 verkündet das Unternehmen eine Milliarde Nutzer.

Mit der Steigerung der technischen Möglichkeiten – Speicherkapazitäten und Bandbreiten – verändern sich auch die Inhalte. Waren Inhalte in den ersten Jahren auf Bilder, später auch Audiodateien beschränkt, wird es nun möglich, ganze Videoclips hochzuladen und diese im Streamingverfahren anzuschauen. Das macht sich der Videokanal YouTube zur Aufgabe, der im Jahr 2005 an den Start geht.

Weitere zehn Jahre später sind Streamingportale kaum noch wegzudenken. Längst sind die Fernseher im Wohnzimmer häufig mit dem Internet verbunden, um direkten Zugriff auf Anbieter wie Apple TV, Google Chromecast oder Amazon Fire TV zu haben. Gleichzeitig nehmen nach einer massiven Strafverfolgung von Nutzern der illegalen Streamingportale auch die Anbieter von Online-Videotheken (z. B. Lovefilm, Watchever) und auf Serien spezialisierte Anbieter (Netflix) zu.

Die nächste Revolution: Das Smartphone

Das Internet war bereits eine die Welt verändernde Erfindung, die durch die Globalisierung begünstigt wurde und diese in weiten Teilen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs überhaupt erst ermöglicht hat. Die Welt wächst durch das Internet zu einem globalen Dorf zusammen, plötzlich sind Impressionen vom anderen Ende der Welt nur noch einen Mausklick entfernt, ohne Zeitverzug ist die direkte Kommunikation mit der ganzen Welt möglich.

Und doch: Mindestens genauso einschneidend ist die Erfindung des Smartphones: 2007 revolutioniert Apple – bereits seit Anfang der Achtzigerjahre für innovative Produkte bekannt – den Markt. Zwei Jahre später kommt mit dem iPad ein weiteres Gerät auf den Markt. 2014 konnte sich die mobile Datennutzung im Vergleich zum Vorjahr um sagenhafte 81 % steigern, die mobile Nutzung ist weiter auf dem Vormarsch.

Fortan ist das Internet ein permanenter Begleiter, der es nicht nur ermöglicht, Informationen überall und zu jeder Zeit abzurufen, sondern umgekehrt auch ermöglicht, Informationen mit der Welt zu teilen. Über Fotos und Videos, die unmittelbar über das Smartphone aufgenommen werden, teilen Menschen jegliche Art von Lebenssituationen in den sozialen Netzwerken.

Apps


(Daten: BVDW)​

Mit dem mobilen Internet steigt auch das Bedürfnis nach kleinen Programmen, die mit wenig Speicherplatz eine interaktive Nutzung der Geräte ermöglichen. Wie eine kleine Software liegen mittlerweile auf fast jedem Smartphone mehrere Dutzend dieser Programme und informieren den Besitzer über das Wetter, die neusten Schnäppchenangebote, Fußball-Ergebnisse und aktuelle Staus. Es gibt kaum ein Thema, für das es nicht mindestens eine App gibt, viele davon sind in speziellen App Stores – Google nennt diesen für sein Betriebssystem Android Play, Apple hat den App Store.

Das Internet der Dinge

Die Vernetzung mit der Welt bleibt längst nicht mehr auf den heimischen PC beschränkt. Immer mehr intelligente Geräte – Fernseher, Fitnessarmbänder, Uhren – sind online und senden Daten an zugehörige Programme, die Auswertungen aller Art vornehmen und vorgeben, das Leben ungemein zu erleichtern.

Hier steht die Entwicklung erst am Anfang. Irgendwann wird alles digitalisiert sein, was es zu digitalisieren gibt, umso weiter greift die Entwicklung immer um sich: Inzwischen sind ganze Haushalte vernetzt, Kühlschränke ebenso smart wie das Auto und Krankenversicherer denken über eine Nutzung der Daten aus Gesundheitsarmbändern nach.

Das Online-Kaufverhalten deutscher Internetuser

Mit dem Startschuss von Amazon begann das Zeitalter des Onlinehandels. Immer mehr Menschen kaufen ihre Waren und Produkte nicht mehr im klassischen Ladengeschäft, sondern bestellen alle Dinge, die zum Leben notwendig sind, über den Onlinehandel. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Preisvergleiche in verschiedenen Shops sind mit nur einem Klick möglich
  • Das Einkaufen kann unabhängig von Tages- und Nachtzeit rund um die Uhr erfolgen
  • Das Sortiment ist nahezu unbegrenzt – wo ein Ladengeschäft nur eine bestimmte Fläche zur Verfügung hat, bedarf es im Internet keiner physischen Lagerhaltung.
  • Der potenzielle Käufer kann sich anhand von Bewertungen anderer Käufer ein Bild der Produkte machen.
  • Auch im Ladengeschäft sind Onlinevergleiche möglich.

Allerdings gibt es auch Nachteile: Die persönliche Beratung eines Ladengeschäftes und das haptische Erleben können Kundenchats und günstige Rücksendekonditionen nicht vollständig ersetzen.

Doch trotz einiger Nachteile geht der Trend ungebrochen immer weiter zum Onlinekauf. Lag der Umsatz in Deutschland im Bereich E-Commerce im Jahr 1999 noch bei 1,1 Milliarden Euro, liegt die Prognose für das Jahr 2016 bei 44 Milliarden. Dabei scheint das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, denn es existieren noch viele ungenutzte Potenziale.


Das Kaufverhalten von Konsumenten hat sich durch das Internet-Zeitalter grundlegend
geändert: Bestellt wird bequem von zu Hause aus, die Wartezeit hat sich verkürzt.​

Wie viel Einfluss hat das Internet auf das Leben?

Keine Frage – das Internet ist allgegenwärtig. Allein ein retrospektiver Blick auf die letzten 20 Jahre reicht, um zu erkennen, dass sich das Internet auf alle Lebensbereiche ausgedehnt hat. Kaum ein Unternehmen überlebt heutzutage ausschließlich offline (und sei es nur die Promotion über das Web), und auch der private Sektor verlagert sich immer mehr in eine Grauzone zwischen Off- und Online, wenn beispielsweise zentrale Lebensereignisse über soziale Medien verbreitet werden. Nur noch wenige Menschen verzichten auf den Besitz eines Smartphones, der Ausbau des WLANs geht auch in entlegenen Winkeln der Erde immer weiter voran. Damit muss man immer weniger auf das Smartphone verzichten und kann Informationen erhalten und sämtliche Lebenssituationen unmittelbar mit Freunden und Bekannten teilen. Nicht selten geht das so weit, dass sich ernste Entzugserscheinungen einstellen, wenn das Mobiltelefon für einen Moment nicht verfügbar ist. Auch die inzwischen weite Verbreitung von Mobbing ist ein negativer Aspekt, wenn Kameras allzeit bereit sind und auch unangenehme Situationen im Netz landen – mit ungeahnten Folgen.


Die Erfindung der weltweiten Vernetzung birgt enorme Vorteile für jeden Einzelnen, das Leben hat sich in vielen Bereichen stark vereinfacht. Gleichzeitig bringt das Bedürfnis, dauernd „on“ sein zu müssen, da man ansonsten etwas verpassen könnte, eine Schnelllebigkeit und Unruhe in das Leben Einzelner, wenn kein bewusster Umgang besteht. Auch die Diskussion um den gläsernen Bürger kommt nicht von ungefähr: Bei einem unbedarften Zurverfügungstellen von Daten, die nicht zuletzt mit dem Ziel einer passgenauen Werbung gesammelt werden, besteht immer auch die Gefahr des Datenmissbrauchs.

Der Dotcom-Bubble

Zusammen mit dem Internet wurden auch Unternehmen der New Economy groß. In den USA als Teil des NASDAQ, in Deutschland als eigenes Marktsegment auch als „Neuer Markt“ bekannt, der angeblich zukunftsweisende und stark wachsende Unternehmen handelt. Deren Erfolg sollte rein auf der Aufbruchstimmung im Bereich digitaler Technologien basieren. Eine Illusion, denn die steigende Nachfrage nach Technologieunternehmen seit Mitte der Neunzigerjahre, die damit einhergehende überzogene Börsenbewertung und den Expansionsdrang der Unternehmen selbst führte zu einer Spekulationsblase. Trotz allem stachelten die Medien die Euphorie weiter an, zahlreiche unerfahrene Kleinanleger drängten in den Markt. Seinen Höhepunkt fanden diese Spekulationen am 13. März 2000 mit dem Börsengang von Infineon.

Es zeichnete sich ab, dass viele Unternehmen ihren Buchwert kaum erreichen können, der an der Börse notierte Wert war nicht durch materielle Werte gedeckt. Schon bald meldeten die ersten Unternehmen Insolvenz an, erste Verkäufe lösten eine Kettenreaktion aus. Der Markt brach zusammen, als erfahrene Börsianer ihr Kapital aus dem Markt abzogen und unerfahrene Kleinanleger Aktien zu jedem Preis verkauften.

Die Folge: Zahlreiche Unternehmen gingen in die Insolvenz, das Vertrauen der Anleger in die IT-Branche blieb lange gestört, viele Unternehmen blieben bis etwa 2004/05 unterbewertet. Die USA reagierten auf den Crash mit einer Niedrigzinspolitik, welche einer der Hauptgründe für die nächste Preisblase – diesmal am Immobilienmarkt – war. Diese Preisblase gilt als Auslöser für die weltweite Bankenkrise 2008.

Wo die Reise hingeht

Schon seit 2014, so besagen diverse Statistiken, spielt das mobile Internet mittlerweile eine größere Rolle, als der Traffic über Desktop-PCs. Google hat neuerdings bekannt gegeben, dass deren Index jetzt zuerst für den Traffic über Mobilgeräte optimiert ist. Mehr als die Hälfte aller Suchanfragen werden laut Google mittlerweile über das Handy eingegeben – Tendenz steigend. Elon Musk plant 4.425 Satelliten in das Weltall zu schicken, um die ganze Erde mit Internet zu versorgen. Die Zukunft liegt also auf der Hand, oder in der Hand: Das Internet gibt es bald überall auf der Welt und die weitaus meisten Menschen werden es auf ihren Mobilgeräten benutzen, um alle Informationen und Medien dieser Welt abzurufen und die eigenen Geschäfte zu erledigen.

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