Gamer PC zusammenstellen

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Es gibt viele Vorteile, sich einen PC selber zu bauen. Einerseits weiß man, was man selber verbaut und es werden nicht wie bei Rechnern von der Stange an Komponenten gespart, die das System letztendlich ausbremsen. Andererseits kann man beim Selbstbau zukünftige Upgrademöglichkeiten für Später einplanen beziehungsweise Offen lassen, was bei einem Komplettrechner stark eingeschränkt ist. Als leicht negativer Punkt können die Gesamtkosten genannt werden, da man im Schnitt etwas mehr Geld auf den Ladentisch legt, dafür aber auch mehr geboten bekommt und man sich längere Zeit nichts nachkaufen oder dazu kaufen muss. Diese, und viele andere Punkte zeichnen einen PC zum selber bauen aus, wobei wir euch in diesem Ratgeber aufzeigen möchten, worauf man achten sollte


Einen Gamer PC zeichnen vor allem ein leistungsfähiger Prozessor sowie eine äquivalente Grafikkarte aus. In diversen Reviews kann man sich immer informieren, welche Grafikkarten bzw. CPUs in welchen Spieletests besonders gut abschneiden. Meistens werden mittels Performance-Diagrammen die Karten in den gängigsten Auflösungen (mit und ohne Qualitätsoptionen wie AA/AF) miteinander verglichen.
Daneben kann man auch die Google-Suche nutzen um Bewertungen der neuesten Grafikkarten zu finden. Neben Unterschieden im Preis/Leistungs-Verhältnis erfährt man auch diverse Vor- und Nachteile zwischen den beiden Herstellern NVIDIA und AMD.

Bei den Grafikkarten empfehlen sich aktuell folgende Karten im jeweiligen Preisbereich:

Bis 150,- Euro:

AMD: Radeon HD7770, HD7790 und HD7850,
NVIDIA: GeForce GTX650 unf GTX650Ti

Bis 250,- Euro:

AMD: Radeon HD7850 Boost, HD7950
NVIDIA: GeForce GTX760 und GTX660Ti
(eine GeForce GTX760Ti wird im Juni nicht mehr erscheinen und dürfte die 250,- Euro Marke auch überschreiten)

Ab 250,- Euro:

AMD: Radeon HD7970, HD7970 GHz Ed.
NVIDIA: GeForce GTX770, GTX780

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Bild: Gainward GeForce GTX 770 Phantom​


Anmerkung:
Bei Verwendung von GTX770/780 und ab HD7950 empfehlen wir ausdrücklich ein Netzteil mit mindestens 500 Watt.

Es gibt noch High-End Grafikkarten, die GeForce GTX 690 und Titan sowie die AMD Radeon HD7990. Diese fließen nicht mit in die Zusammenstellung ein, da ihre Mehrleistung nicht mit dem exorbitanten Mehrpreis im Verhältnis steht.


Momentan sind hinsichtlich der Leistung die CPUs von Intel das Non-Plus-Ultra. Wer aber nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, kommt an den Prozessoren von AMD kaum vorbei. Auch bei den Prozessoren lassen sich im Internet Diagramme sowie Tabellen finden, die Auskunft über die Leistungsfähigkeit der CPUs geben sollen. Aufgrund des Reichtums an Anwendungsgebieten wie Multimedia, Spiele, Synthetisch etc. sowie den unterschiedlichen Treading-Fähigkeiten lässt sich hier nur schwer ein Ranking realisieren. Jeder Prozessor, CPU als auch APU hat seine Vor und auch Nachteile.

Obwohl es so schwer ist ein vernünftiges Ranking zu erstellen, möchten wir dennoch versuchen euch die Preis/Leistungs-Sieger in den verschiedenen Preis-Klassen zu zeigen:

CPUs bis 150,- Euro:

Intel: Core i5-3350P „Ivy“; 4x3,1 GHz; 6MB-L3 Turbo; Sock1155
AMD: FX-8320 „Vishera“; 8x3,5 GHz; 8MB-L3; SockAM3+

CPUs bis 250,- Euro:

Intel: Core i5-4670k „Haswell“; 4x3,4 GHz; 6MB-L3; Sock1150
AMD: FX-8350 „Vishera“; 8x4,0 GHz; 8MB-L3; SockAM3+

CPUs ab 250,- Euro:

Intel Core i7-4770k; 4x3,5 GHz; 8MB-L3 Turbo/HT/Intel HD4600; Sock1150


Anmerkung:
Die hier gezeigten Prozessoren sind nur Beispiele und sollen lediglich aufzeigen, dass auch leistungsfähige Prozessoren durchaus in der 150-Euro-Klasse zu finden sind.


Für aktuelle und auch viele zukünftige Spiele sind alle hier vorgestellten Prozessoren mehr als ausreichend. Auch bei der CPU sollte man sich erst im Internet informieren, bevor die restlichen Fragen im Forum geklärt werden können.

Die entscheidende Frage können wir aber schon hier klären: Muss es zum Spielen unbedingt ein Quad/OktaCore sein?

Die Antwort lautet: JA! Wir sind im Zeitalter der QuadCores angekommen und HexaCores sind bereits auf dem Markt. Support sowie Optimierung für vier und mehr Kerne sind größtenteils schon vorhanden.

Anmerkung:
Nicht falsch verstehen: Auch DualCores sind spielegeeignet und meistens auch schnell genug. Zudem sind sie günstiger. Auf allen Boards, auf denen DualCores laufen, lassen sich später auch Quads betreiben - einer späteren Nachrüstung steht also nichts im Wege.

Momentan reicht noch ein AMD Phenom II X4 965 oder ein Core i5 750/760 für aktuelle Spiele. Und wenn die Leistung mal zu knapp wird, kann auch durch moderates Übertakten ein Mehr an Leistung herausgeholt werden, was wir in einem anderen Ratgeber beschreiben werden.
Um die Prozessoren entsprechend zu kühlen, empfehlen wir die Kühler Scythe Mugen 3 und den Nactua NH-D14. Auch interessant, wenn auch teurer und ohne Lüfter, sind Prolimatechs Megahalems oder Genesis. Wer mehr Geld ausgeben kann, oder sehr übertaktungsfreudig ist, dem empfehlen wir eine Wasserkühlung, doch dazu mehr im kommenden Übertaktungs-Tutorial.


Das Mainboard dient als Basis für den gesamten Rechner und auch hier empfehlen wir ein hochwertiges zu erwerben; generell kommen dafür die „alteingesessenen“ Marken in Frage:


  • ASUS
  • ASRock
  • EVGA
  • Foxconn
  • Gigabyte
  • MSI
  • Sapphire



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Bild: ASRock Z87 Pro4​


Neben den Anschlussmöglichkeiten wie WLAN, USB-Support etc. ist bei den Mainboards der verbaute Chipsatz essentiell wichtig. Zur Zeit sind die empfehlenswerten Chipsätze bei AMD die 900er und AX85X-Chipsätze, wobei die hochwertigen Boards mit dem AMD 970/990 FX sowie dem A85X-Chipsatz bestückt sind.

Soll es ein Intel-System sein, so sollte man auf den Z77 oder H77 bei Sockel 1155-Systemen (Ivy-Bridge) setzen; bei dem neuen Sockel 1150 (für Haswell) ist auf den Chipsatz H87 oder besser Z87 zu achten. Wichtig ist, dass sich nur die Z-Chipsätze zum übertakten eignen und somit das volle Potential der Prozessoren ausreizen können.


<span style="color:#FF0000">Wichtig ist auch die Kühlung des Boards:</span>

Für einen stabilen Betrieb auch bei erhöhten Temperaturen, wie sie beim Spielbetrieb nun einmal vorherrschen, ist eine guten Kühlung des Mainboards wichtig. Da aktuelle Platinen fast immer über ein (heatpipe-unterstütztes) passives Kühlsystem verfügen, ist es sinnvoll, diese durch einen guten Luftstrom innerhalb des Gehäuses zu unterstützen.

Dafür empfiehlt sich eine Kombination aus 2 120- oder 140mm-Lüftern jeweils in der Front und im Heck des Gehäuses. Seitlich angebrachte Lüfter haben kaum einen Effekt, es sei denn, sie schaufeln Luft von außen direkt auf Chipsatz und/oder Grafikkarte.


Beim Arbeitsspeicher (RAM) sollte man darauf achten, dass es kein No-Name-RAM ist. Wirklich guten RAM kann man bereits am Preis erkennen, obwohl nicht gesagt ist, dass auch etwas günstigerer RAM ausreicht. Die Größe des Arbeitsspeichers ist in keinster Weise zu vernachlässigen. Neueren Spielen benötigen mittlerweile vier statt der bisher üblichen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Die kommenden Spiele werden schon eher 4-8 GB benötigen, um in höchster Auflösung flüssig zu laufen.

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Bild: G.SKILL Ares 8GB-Kit​


Empfohlen beim RAM ist der Einsatz von zwei identischen Riegeln, damit sich der Dual-Channel-Betrieb realisieren lässt, welcher erhebliche Geschwindigkeitsvorteile mit sich bringt. Für Übertakter vielleicht hilfreich: es gibt viele Boards, die bei einer Vollbestückung der Ram-Bänke keine Übertaktung mehr zulassen, doch dazu kommen wir später noch mal im Übertaktungs-Tutorial.

WICHTIG:
RAMs mit hohem Heatspreader (Kühlkörper) können oft nur in den äußeren RAM-Bänken des Mainboards verwendet werden, die Heatspreader an sich sind aber generell eher nutzlos. Wenn also RAM wie der Corsair Dominator zum Einsatz kommen soll, empfiehlt es sich, die oberen Kühlfinnen abzuschrauben (die Schrauben besitzen einen relativ kleinen Innensechskant). Einfacher ist es, gleich RAM ohne ausladenden Heatspreader zu wählen.


Die Festplatte in einem Gamer PC ist auch in keinster Weise zu vernachlässigen.
Ein Gamer PC benötigt bei den Größenanforderungen heutiger Spiele beachtliche Speicherkapazität, solange man nicht nur 1-2 Spiele auf der Platte haben möchte.

Eine günstige Lösung sind derzeit Festplatten im Bereich von zwei bis vier Terabyte. Für schnelle Zugriffszeiten empfiehlt es sich, Modelle mit 7.200 Umdrehungen/min (rpm) zu wählen.

Wem das noch nicht schnell genug sein sollte, kann sich auch ein Solid-State-Drive anschauen. SSDs garantieren durch den verwendeten NAND-Speicher rasante Zugriffszeiten im Bereich von unter einer fünftel Millisekunde.
Zum Vergleich: Festplatten haben Zugriffszeiten zwischen 8 und 20 Millisekunden.
Der Effekt einer SSD zeigt sich somit hauptsächlich beim Arbeiten unter Windows oder beim Start und Laden von Spielen. Man sollte allerdings auch bedenken, dass SSDs im Vergleich zu einer HDD, auf Gigabyte pro Euro gerechnet, das Zehnfache kostet.

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Bild: Samsung 840 Pro 128 GB​


Durch das Netzteil können unseres Erachtens die meisten Probleme mit einem PC entstehen. Aus diesem Grund ist dieser Absatz relativ Wichtig:

Ein gutes Netzteil erkennt man meistens schon am Preis. Alles was unter 50,- Euro liegt, ist für einen Gamer PC meistens unzureichend. Viele denken sich, dass man gerade am Netzteil sparen kann, doch nach unseren Erfahrungen ist das der größte Trugschluss.
<span style="color:#FF0000">Am Netzteil zu sparen ist nett formuliert, nicht wirklich empfehlenswert.</span>
Moderne Grafikkarten benötigen in der Regel mindestens ein 500-Watt-Netzteil, alles darunter könnte das Gesamtsystem überlasten. Im Falle, dass das Netzteil den Dienst quittiert, kann dies Teile im gesamten Computer beschädigen oder gar zerstören.

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Bild: Cougar GX600v2 Modular 80+ Gold 600 Watt​


Deswegen: Hände weg von LC-Power und anderen No-name-Netzteilen.

Gute Netzteile sind z.B be quiet! (mit Einschränkungen, siehe Anmerkung), Cougar, Tagan, Seasonic und Enermax.

Bei diesen Marken kann man sicher sein, dass der PC in guten Händen ist!


Anmerkung:
be quiet!s Straight Power- und Pure Power-Serien hatten in der Vergangenheit stark mit Fertigungsschwankungen zu kämpfen. Hier ist also Vorsicht geboten. Die Dark Power Pro-Serie ist ohne Einschränkungen empfehlenswert.


Die Gehäusewahl ist eigentlich Geschmacksache, allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass ein großes, innen geräumiges Gehäuse neben einem bequemeren Zusammenbau und mehr Platz für diverse Komponenten, ebenfalls zu einer guten Kühlung beiträgt. Gamer PCs können zwar auch auf engstem Raum (Mini-ITX) untergebracht werden, sind dann aber aufwändiger und riskanter zu kühlen! Auch eine Gehäusedämmung kann von Vorteil sein, da viele hochgezüchtete High-End-Grafikkarten im Referenzlayout unter Vollast schon recht nervig hochdrehen können.

Nanoxia-Deep-Silence-2.jpg

Bild: Nanoxia Deep Silence 2​


Zu guter Letzt zeigen wir euch aller paar Monate aktualisierte Versionen eines Gamer PC bis 500,- Euro, bis 1.000,- Euro sowie einen High-End-PC um die 1.500,- Euro, welche ihr dann unter folgenden Links finden werdet:

<span style="color:#008000">Gamer PC bis 500,-€</span><span style="color:#008000">

</span><span style="color:#008000">Gamer PC bis 1.000,- €</span><span style="color:#008000">

</span><span style="color:#008000">High-End-PC 2.000,-€ und mehr</span>
 
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