Fußball-Bundesliga als Live-Stream: legal oder illegal und sonstige Aspekte

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Geronimo

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Ab heute Abend rollt in der Bundesliga wieder der Ball, und viele werden die Übertragungen dann im Internet verfolgen, weil ihnen ein Abonnement bei Sky zu teuer ist. Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir daher noch einmal unseren Ratgeber mit Hinweisen zu rechtlichen und technischen Risiken bei der Verfolgung der Livestreams.

14.08.2015, 11:09 Uhr:
Wenn heute Abend die Fußball-Bundesliga in die neue Saison startet, können die meisten Fernsehzuschauer live dabei sein, denn das Spiel wird auch in der ARD ausgestrahlt. Doch bereits ab morgen Nachmittag ist Schluss mit Lustig, denn dann überträgt ausschließlich der PAY-TV-Sender Sky, der sich die Sendung (teuer) bezahlen lässt. Als Alternative stehen Livestreams im Internet zur Verfügung, doch hier sollten die Nutzer vorsichtig sein. Wir informieren über die rechtliche Lage und was sonst noch beachtet werden muss


Auch die neue Saison der Fußball-Bundesliga verspricht viel Spannung und Unterhaltung: wird Bayern trotz oder wegen Guardiola wieder Meister, können die beiden Aufsteiger Darmstadt und Ingolstadt überzeugen, wird Dortmund mit neuem Trainer wieder erfolgreich, kann sich Gladbach in drei Wettbewerben halten und welche Highlights liefert der HSV - all das sind Fragen, die im Lauf der Saison geklärt werden. Und da wollen viele dabei sein, ohne jedoch die hohen Preise von Sky zu bezahlen. Dank Internet ist das mittlerweile auch mehr oder weniger ohne technische Probleme möglich, doch wie sieht es mit den rechtlichen Hürden aus? Dazu gibt es eine klare Meinung, die jedoch auch Haken hat.

Mit externer Software:

Zuerst einmal müssen die verschiedenen Wege des Empfangs betrachtet werden. Bei einigen Angeboten aus dem Internet muss zuerst eine Software auf dem Rechner installiert werden, die den Empfang überhaupt erst möglich macht. Darüber lässt sich dann oft sogar das von Sky produzierte Bildmaterial inklusive deutschem Ton ansehen. Da diese Angebote in der Regel die sogenannte Peer-to-Peer-Broadcasting-Technologie (P2P) verwenden, werden nicht nur Signale empfangen, sondern über die Software auch an andere Nutzer weitergeleitet. Damit tritt der Empfänger auch als Verteiler urheberrechtlich geschützter Programme auf, und somit handelt er illegal.

Mit dem Browser:

Etwas anders sieht die Lage aus, wenn die Streams ohne zusätzliche Software direkt über einen Browser angesehen werden. In diesem Fall werden nur Datenpakete empfangen, nicht jedoch weiterverteilt. Zudem wird eine Kopie nur im flüchtigen Arbeitsspeicher des jeweiligen Rechners angelegt, nicht jedoch im festen Speicher. Damit handeln Zuschauer nach Meinung des Kölner Rechtsanwalts Christian Solmecke nicht illegal, da sie weder Daten verbreiten noch zur späteren Nutzung speichern. Unterstützt wird diese Meinung durch eine Erklärung des Bundesjustizministeriums aus dem Januar 2014, laut der das "reine Betrachten eines Videostreams" keine Urheberrechtsverletzung darstellt. Bislang wurde diese Auffassung aber gerichtlich noch nicht bestätigt, weswegen ein kleiner Unsicherheitsfaktor bleibt. Zudem teilen längst nicht alle Anwaltskollegen die Meinung von Solmecke, denn einige vertreten die Ansicht, dass auch das Zwischenspeichern der Daten im Arbeitsspeicher bereits für eine Verletzung der Urheberrechte ausreicht.

Risiken:

Ganz sicher scheint aber zu sein, dass man bei allen Angeboten zu Livestreams sehr vorsichtig sein sollte, vor allem wenn diese über Server aus China oder Russland ausgestrahlt werden. Im günstigsten Fall muss man vor, während und nach der Betrachtung mit reichlich nervigen Werbe-Popups rechnen. Im ungünstigsten Fall wird jedoch versucht, Schadsoftware auf dem Rechner zu installieren, was ein Sicherheitsrisiko darstellen und für reichlich Ärger sorgen kann. Unabhängig davon muss bei den Livestreams aus dem Ausland damit gerechnet werden, dass diese zwischenzeitlich abstürzen (nach Murphys Gesetzt natürlich immer dann, wenn es besonders spannend ist) und nur mit Verzögerung oder gar nicht mehr weiterlaufen. Die anschließende Suche nach Alternativen dürfte nicht gerade für ein entspanntes Fußball-Vergnügen sorgen.

Fazit: es ist oft weder einfach noch sicher, sich die Fußball-Bundesliga kostenlos über das Internet anzusehen. Und da die Bildqualität oft bescheiden und der Kommentar nicht in Deutsch ist, bleibt der Spaß oft auf der Strecke. Auf Dauer ist ein Sky-Abo dann vielleicht doch der bessere Weg, und das gibt es offiziell bereits ab 19,99 Euro im Monat.

Meinung des Autors: Wer die Fußball-Bundesliga zwar live, aber kostenlos sehen will, muss mit diversen Nachteilen und Risiken leben. Da muss man sich schon fragen, ob es das wert ist, wenn die monatliche Ersparnis bei 20 Euro liegt. In jedem Fall sollte man vorher genau prüfen, auf welches Angebot man setzt, denn sonst sind Frust und Ärger vorprogrammiert.
 
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Geronimo

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Ja, nur hat deren Zahl rapide abgenommen, nachdem Sky ein neues Berechnungssystem für die monatliche Gebühr eingeführt hat. Vor allem in Städten mit vergleichsweise gutem Einkommen - was nämlich neben der Einwohnerzahl und der Bevölkerungsstruktur mit einfließt - waren und sind auf einmal Gebühren bis zu 800 Euro im Monat fällig. Selbst eine durchschnittlich große Kneipe in meiner Heimatstadt sollte ab diesem Jahr 630 Euro bezahlen. Und das volle 12 Monate lang, obwohl 4 Monate lang kein Fußball läuft. Da ist es klar, dass die Sportsbars deutlich weniger werden, bei mir sind gefühlt 50 bis 66 Prozent in den vergangenen zwei bis drei Jahren weggefallen. Und übrig geblieben sind diverse Wettbüros, nein Danke.
 
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