Flightradar24: Premium-App im Test - Vergleich mit der Browser-Version - UPDATE

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Nach längerer Nutzung der App von Flightradar24 machen sich einige Nachteile bemerkbar, die wir in der Rubrik "Bedienung der Premium-App" in kursiver Schrift eingefügt haben.

11.08.2015, 13:16 Uhr:
Flightradar24 ist ein internetbasiertes Angebot, mit dem sich fast alle Flugzeuge am Himmel mehr oder weniger in Echtzeit verfolgen lassen. Am Computer ist das über einen Browser möglich, auf Smartphone und Tablet stehen alternativ Apps zur Verfügung. Wir haben uns beispielhaft auf einem Apple iPhone 5S angesehen, wie sich die mobile Nutzung von der am PC oder Laptop unterscheidet und ob die kostenpflichtige Vollversion der App ihr Geld wert ist


Hinweis: Neben iOS gibt es Flightradar24 auch als App für Android, Windows, Windows Phone und Mac. Die Ergebnisse des nachfolgenden Tests dürften sich zumindest teilweise auf diese Versionen übertragen lassen.

Daheim am PC:

Mit Flightradar24 lassen sich nahezu alle Flüge quasi live verfolgen, zumindest was den europäischen Luftraum angeht. Beim Aufruf der Internetseite über einen Computer wird eine Live-Ansicht geboten, auf der bereits auf den ersten Blick ein guter Überblick aller Flugzeuge möglich ist, denn diese werden je nach Typ mit unterschiedlich großen und verschieden gestalteten Symbolen dargestellt. Zudem lassen sich vielfältige Einstellungen wählen, und dank diverser Filterfunktionen ist auch eine gezieltere Auswahl bei der Anzeige möglich. Einzelne Flüge lassen sich gezielt live verfolgen, und über die sogenannte History lässt sich auch die Flugroute vergangener Flüge nachvollziehen. Eine detaillierte Übersicht über die Möglichkeiten von Flightradar24 sowie eine erste Einweisung in die Funktionen haben wir in einem großen Ratgeber veröffentlicht.

Unterwegs mit Browser oder Gratis-App:

Gerade beim Thema Flugzeuge bietet sich allerdings die mobile Nutzung eines solchen Angebots an. In einem ersten Versuch wird über den Browser des Smartphones auf die Internetseite zugegriffen, im Falle des iPhone ist das standardmäßig Safari. Bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass das nicht die beste aller Ideen ist. Sowohl in einem WLAN-Netzwerk als auch über schnelles LTE wird die Performance als wenig überzeugend empfunden. Längere Ladezeiten, fehlerhafte oder verzögerte Darstellung beim Verschieben der Karte, Hänger und eine kleine Displayansicht wegen eines großen schwarzen Balkens für Werbung am unteren Bildrand verleiden die Nutzung auf Dauer. Aber dafür hat der liebe Gott ja die App erfunden, und davon gibt es für Flightradar24 gleich zwei: eine kostenlose, die sich über Werbung finanziert, sowie die werbefreie Premium-App für immerhin 3,99 Euro. Zuerst wird natürlich die Gratis-App getestet, und das Ergebnis ist relativ ernüchternd. Die allgegenwärtigen Werbeeinblendungen sind eindeutig zu viel des Guten, zudem sind viele Funktionen, die früher auch in der kostenfreien Ausgabe vorhanden und die man von der Internetseite gewohnt ist, nur noch in der Vollversion verfügbar. Die gerade einmal 2 von Sterne bei iTunes für die aktuelle App sprechen da eine klare Sprache: die Gratis-App von Flightradar24 ist nur bedingt und für Wenig-Nutzer empfehlenswert.

Unterwegs mit der Premium-APP:

Ganz klarer Fall also: wer Flightradar24 öfter und zudem mobil nutzt, kommt im Prinzip um die Premium-App nicht herum. Diese wird, wie auch die Basisversion, nur mit englischer Menüführung angeboten, doch selbst mit rudimentären Sprachkenntnissen ist die Nutzung problemlos möglich. Trösten darf man sich zudem damit, dass das Geld wirklich gut angelegt ist, denn die Vollversion kann in fast allen Punkten den Erwartungen entsprechen. Es stehen diverse Einstellungen zur Verfügung, um die man sich als erstes kümmern sollte. Über das "Hamburger"-Symbol oben links können die "Settings" erreicht werden, wo sich beispielsweise die voreingestellten Maßeinheiten auf die für hierzulande gebräuchlicheren Werte ändern lassen. Dort finden sich auch die Einstellmöglichkeiten, wie auf der Karte sichtbare Flugzeuge gekennzeichnet werden. So kann unter anderem die Anzeige des Flugzeugtyps ausgewählt werden. Das ist insofern wichtig, da die oben beschriebene unterschiedliche Darstellung der Flugzeug-Symbole und -Größen nicht im Kaufpreis enthalten ist. Um diese ebenfalls zu bekommen, ist ein In-App-Kauf in Höhe von 1,99 Euro fällig - das ist nicht wirklich optimal. Neben dem Flugzeugtyp können auch weitere Daten wie Flugnummer, Route und mehr ausgewählt werden. Bis zu vier Angaben sind möglich, wobei auf dem relativ kleinen Display des iPhone zwei eigentlich die Obergrenze darstellen. Eine durchaus wichtige Einstellung für "Plane Spotter" ist die die "Never Sleep"-Funktion, die ein automatisches Ausschalten des Displays verhindert. Apple-typisch müssen einige der Einstellungen, etwa die Freigabe der Kamera oder des GPS, im Menü des iPhone gemacht werden.

Nachdem alle gewünschten Einstellungen gefunden wurden, gibt es einen Blick auf die Karte. Und hier spielt die App ihre Vorzüge aus, denn in der Regel arbeitet sie schnell und zuverlässig. Das übertragene Datenvolumen ist dabei trotz Kartenmaterial offenbar relativ gering, denn auch bei schlechter Netzversorgung (2G beziehungsweise Edge) wurden am Himmel sichtbare sowie alle anderen Flugzeuge präzise angezeigt. Durch einen gezielten Tipp auf einzelne Flieger lassen sich die von der Browser-Version gewohnten Zusatzinformationen abrufen, sofern diese verfügbar sind. Beim Klick auf die "Schlangenlinie" wird eine Übersicht der Flugroute angezeigt, in der sich leicht und schnell manövrieren lässt. Auch die bei vielen sehr beliebte 3D-Ansicht aus dem Cockpit heraus steht zur Verfügung, und diese funktioniert bei guter Datenverbindung durchaus gut. Eine interessante Funktion verbirgt sich hinter dem Fernglas-Symbol oben rechts: damit wird die Kamera aktiviert, und zusammen mit den Sensoren und GPS-Daten im Gerät lässt sich der Himmel in einem festlegbaren Radius nach Flugzeugen absuchen. Diese werden dann im Kamerabild mit Zusatzinformationen angezeigt, darunter auch die Entfernung von Standort bis zum Flugzeug. All das funktioniert - von seltenen Ausnahmen abgesehen - schnell und zuverlässig. Natürlich ist es auch möglich, über die Filterfunktion einzelne Flugzeugtypen gezielt anzeigen zu lassen, also etwa nur Airbus A380 oder Boeing 747. Verzichtet werden muss allerdings auf die Anzeige von Flügen aus der Vergangenheit, das ist mit der App nicht möglich.

Bedienung der Premium-App

Die Bedienung ist trotz englischer Sprachversion ziemlich einfach. Wer sich auch nur ein wenig mit Fliegerei beschäftigt, sollte mit den englischen Begriffen ohnehin kein Problem haben. Alle Einstellungen lassen sich schnell und einfach finden, zudem kann die App sehr umfassend angepasst werden. Bei der Verwendung im Kartenmodus lässt sich durch einen Klick auf das Ortungs-Symbol unten links jederzeit an den eigenen Standort zurückspringen, sofern der Zugriff dafür erlaubt wurde. Auf dem noch relativ kleinen Display des iPhone 5S ist eine Einhandbedienung fast durchgängig möglich. Ein Manko gibt es allerdings, denn es fehlt zumindest eine Plus-Taste für den Kartenausschnitt. Zwar lässt sich bei Bedienung mit einer Hand über einen doppelten Daumentipp in die Karte hineinzoomen, beim herauszoomen (pinch to zoom) müssen allerdings beide Hände genutzt werden. Das ist aber auch fast der einzige Kritikpunkt.

Update, 28.09.215, 15:40 Uhr: Im Lauf der Zeit haben sich noch einige Nachteile der App gezeigt. Größter Schwachpunkt ist dabei die starre Ausrichtung der Karte auf dem Display. Wer an fremden Orten Flugzeuge beobachten und identifizieren will, muss sich geographisch erst einmal mühsam orientieren, etwa unter Zuhilfenahme des Kompass oder zuvor beschriebenen Funktion über die Kamerasuche am Himmel. Hier wäre es wesentlich sinnvoller, wenn sich die Karte - ähnlich wie bei Navigationsprogrammen - in Fahrt- beziehungsweise Blickrichtung drehen würde. Zudem ist inzwischen aufgefallen, dass die in den Einstellungen festgelegten metrischen Datenangaben nicht überall genutzt werden. So wird beispielsweise in der Suchfunktion über die Kamera die Geschwindigkeit in Knoten anstatt in km/h angezeigt.

Etwas störend ist auch, dass man aus dieser Ansicht heraus nicht direkt ein gefundenes Flugzeug anklicken und zur entsprechenden Kartenansicht wechseln kann. Vielmehr muss man sich etwa Flugnummer und Position merken, um das entsprechende Flugzeug dann in der Kartenansicht wiederzufinden. Und zu guter (schlechter) Letzt wurde inzwischen festgestellt, dass es teilweise erhebliche Abweichungen zwischen realer und auf der Karte angezeigter Position eines Flugzeugs geben kann. So musste etwa mehrfach beobachtet werden, dass direkt über dem Standort befindliche Flugzeuge auf der Karte um einige Kilometer versetzt angezeigt werden. In diesem Zusammenhang wird dann auch ein in der Karte eingeblendeter Maßstab vermisst.


Fazit:

Die Premium-App von Flightradar24 ist ihr Geld wert, denn sie arbeitet flott, zuverlässig und präzise. Zudem bietet sie viele sinnvolle Funktionen und nette Spielereien, die die Nutzung zu einem kurzweiligen Vergnügen machen. Der Preis dafür ist angesichts der Möglichkeiten durchaus akzeptabel, und immerhin wird er im Gegensatz zur Premium-Mitgliedschaft im Internet nur einmal fällig. Weniger schön ist allerdings, dass die gewohnte Darstellung der Flugzeuge nur gegen zusätzliches Geld angeboten wird, was auch für zwei weitere Funktionen gilt.

Meinung des Autors: Flightradar24 ist ein nettes Spielzeug für diejenigen, die sich für Flugzeuge interessieren. Richtig spannend wird es natürlich unterwegs, und dafür ist die Premium-App fast schon zwingend notwendig. Unser Test verrät, ob das Geld gut angelegt ist.
 
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