Festplatten Managment beim Server.

Diskutiere Festplatten Managment beim Server. im Linux Forum im Bereich Weitere Betriebssysteme; Hallo! Nach vieln Nachfragen : Grundsätzliches Bei der Installation sollte man sehr darauf achten, nicht zu viel zu installieren. Ein Server...
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misco

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Hallo!
Nach vieln Nachfragen :

Grundsätzliches
Bei der Installation sollte man sehr darauf achten, nicht zu viel zu installieren. Ein Server sollte nicht als Workstation missbraucht werden. Man sollte also komplett auf eine grafische Oberfläche verzichten (sprich: wir verzicten auf die XFree86-Implementation). Das spart Resourcen, so dass es sogar ausreicht, einen alten 486er mit 40 MHz und 20 MB Ram für seine Zwecke zu nutzen (sofern man nicht einen Proxyserver wie Squid oder einen aufwendigen Apache Webserver verwenden will/muss). Außerdem ist man meist auch auf eine einfache Telnet- oder SSH-Verbindung zur Administration angewiesen, so dass dort sowieso keine grafischen X-Eigenschaften von Nutzen wären. Eine grafische Administration ist später jedoch über das Netzwerk mit z.B. VNC möglich.

Wir starten

So schön das neue YaST2 auch sein mag, für unsere Zwecke verwenden wir immer noch das gute, alte YaST1. Dort kann man am Besten selbst in die Installation eingreifen.

Wir starten also YaST1 (von CD/DVD oder Diskette) und wählen dann den "Expertenmodus" für die Installation. Ironischerweise ist genau diese Vorgehensweise für mich die einfachste, weil ich dort ganz konkret auswählen kann, was ich möchte und nicht von irgendwelchen um drei Ecken gestellten Fragen genervt werde.

Festplatten-Management

Zur Festplattenverteilung ist folgendes zu sagen: Sollte man nur eine kleine Festplatte sein Eigen nennen (1-4 GB), so kann man die Festplatte getrost in einem Stück lassen (eine root- und eine Swap-Partition). Bei größeren Festplatten macht es sinn, sich zu überlegen, verschiedene Partitionen für verschiedene Bereiche des Dateisystems zu reservieren. Das hat den Vorteil, dass bei einem Partitions- oder Datenfehler nicht die gesamte Festplatte betroffen ist und somit die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlustes sehr viel geringer ist. Außerdem könnte man auch für jeden User eine eigene Partition anlegen, damit auch diese Daten physikalisch voneinander getrennt sind. Dies macht jedoch nur sinn, wenn man bereits im Voraus weiß, dass mit diesem Server nur eine gewisse Anzahl von Benutzern arbeitet. Ist dies der Fall, so überspringen Sie am Besten auch gleich den nächsten Absatz.

Seit neuestem hat man auch die Möglichkeit, einen Logical Manager, kurz LVM, zu installieren. Dieser bietet vielerlei Vorteile, wie sie auch für viele kleinere Server interessant sein können. In Verbindung mit einem modernen Journaling-Dateisystem wie z.B. reiserfs oder auch ganz neu ext3 kommt da richtig Freude auf. Natürlich erst recht, wenn man das ganze dann noch mit Soft-/Hardware-RAID verbindet (damit beschäftigen wir uns hier aber – noch? – nicht). So kann man später im laufenden Betrieb Partitionen löschen, anlegen oder verändern. Außerdem verteilt sich die Last auf alle Festplatten, so dass eine insgesamt höhere Performance allein schon durch das Verteilen der virtuellen Partitionen (Logicals) auf mehrere Festplatten gegeben ist. Bei nur einer Festplatte ist das natürlich nicht der Fall – hier sollte überlegt werden, ob man überhaupt LVM einsetzen möchte.
Für das Logical Management fasst man besonders als LVM gekennzeichnete Partitionen (ID 8E) zu einer großen virtuellen Festplatte zusammen (Volume Group). Diese kann man dann später beliebig in die Logicals aufteilen und diese während der Laufzeit des Systems beliebig vergrößern/verkleinern.

Doch zunächst einmal müssen die vorhandenen Festplatten sinnvoll aufgeteilt werden. Der Punkt zum Partitionieren der Festplatten befindet sich unter „Einstellungen zur Installation“ -> „Festplatte(n) partitionieren“. Als Beispiel habe ich hier bei mir zwei 40GB Festplatten folgendermaßen aufgeteilt:

Partition
Größe in KB
Typ
Mountpoint

/dev/hda1 (primär)
257008
82 - Linux swap
swap

/dev/hda2 (primär)
257040
83 - Linux native
/

/dev/hda3 (primär)
39688582
8e - Linux LVM
----

/dev/hdb1 (primär)
125829120
8e – Linux LVM
----

/dev/hdc1 (primär)
39078081
8e – Linux LVM
----

/dev/hdd1 (primär)
39078081
8e – Linux LVM
----


Wer keinen LVM einsetzen möchte, bekommt hier ein Beispiel ohne LVM mit nur einer 40GB Festplatte:

Partition
Größe in KB Typ
Mountpoint

/dev/hda1 (primär)
257008
82 - Linux swap
swap

/dev/hda2 (primär)
257040
83 - Linux native
/

/dev/hda4 (erweitert)
39688582
83 - Linux native
----

/dev/hda5 (logisch)
983004
83 - Linux native
/usr

/dev/hda6 (logisch)
204788
83 - Linux native
/opt

/dev/hda7 (logisch)
1228756
83 - Linux native
/var

/dev/hda8 (logisch)
37272034
83 - Linux native
/daten


Um zu wissen, wie viel Platz man selbst für die einzelnen Partitionen rechnen muss, sollte man einen Blick in das SuSE Handbuch wagen. Dort wird erklärt, was genau in welchen Verzeichnissen abgespeichert wird.
Diese Methode der Festplattenaufteilung lässt sich natürlich noch weiter verwenden: Hat man z.B. mehrere kleine Festplatten, kann man so das Dateisystem auf die verschiedenen Platten ohne großen Aufwand verteilen. Hier wieder der Hinweis, dass der nächste Absatz nur für die LVM Konfiguration gilt.

Hat man eine Konfiguration mit LVM gewählt, so muss man nun noch die Local Volumes, also die virtuellen Partitionen, anlegen. Dazu wählen Sie den Punkt „Logical Volume Manager konfigurieren“ und bestätigen die Sicherheitsabfrage mit JA. Bestätigen Sie dann nochmals einfach mit ENTER den Punkt „<Erzeuge neue Volume group>“. Geben Sie in dem nun folgenden Feld einen Namen für diese Gruppe ein. Sinnvoll ist hier z.B. den Namen des zukünftigen Servers gefolgt von einer laufenden Zahl. In unserem Beispiel nennen wir diese Gruppe einmal zion0. Die nun folgende Größe der Physical extent können Sie auf dem Standardwert 4 belassen. Darunter können nun die an dieser Gruppe teilnehmenden physischen Partitionen (Physical Volumes) ausgewählt werden. Das sind in unserem Beispiel diejenigen, die wir auch mit der Markierung „Linux LVM (ID 8E)“ versehen haben, also /dev/hda4 und /dev/hdc1. Lassen Sie die Volume Group nun anlegen. Nun können wir innerhalb dieser Gruppe durch Drücken auf F3 die Local Volumes definieren. Auch hier können wir wieder einen Namen für jedes Volume vergeben. Dieser sollte bei den System-Partitionen (/var, /usr, /opt) sinnvollerweise auch wieder den Namen des Servers enthalten. Die Anzahl der Stripes hängt davon ab, wieviele physikalische Partitionen nun durch die Volume Group zusammen geschlossen wurden. Im Zweifelsfall lässt man dort einfach die 1 stehen.
Für unser Beispiel legen wir also die folgenden Logical Volumes an:

LV-Name
Größe in MB Mountpoint
zion-usr
960
/usr

zion-opt
200
/opt

zion-var
1200
/var

daten
235598
/daten


Damit hätten wir jetzt alle notwendigen Partitionen angelegt. Nun wählen wir den Punkt „Ziel-Partitionen/Dateisysteme festlegen“. In den vorherigen Tabellen steht bereits der jeweilige Mountpoint für die entsprechenden Partitionen. Als Dateisystem-Typ sollte man hier unbedingt jeweils mit F3 reiserfs auswählen. Das funktioniert auch für die root-Partition (/ ).

„Endlich geht’s weiter“ werden jetzt vielleicht einige sagen. ;-) Mit "Installation festlegen/starten" geht es jetzt auch tatsächlich zur Tat. Doch zuvor kopiert man diese Datei noch auf eine leere Diskette und legt diese ein. Nun kann man unter "Konfiguration laden" und drückt F9, um die Konfiguration von Diskette zu laden. Schließlich bestätigt man mit "ersetzen" und bejaht die nun folgende Abfrage, ob man diese Komponenten wirklich nicht installieren wolle. Angemerkt sei noch, dass es sich hier um eine Konfiguration für SuSE Linux 7.3 handelt. Ältere Distributionen ab der 7.0 sollten nur geringe Abweichungen haben.

Ich gehe hier davon aus, dass man sich nicht mehr per Modem ins Internet einwählt. Erstens ist ISDN oder gar DSL heutzutage sehr verbreitet (das eine mehr, das andere weniger ;-)) und zweitens macht es wenig Sinn, einen Server, der ein LAN ins Internet bringen soll, nur mit einem langsamen, analogen Modem auszustatten. Der Verbindungsaufbau allein wäre dort schon so langsam, dass keiner der Nutzer später viel Freude mit dem System haben wird.

Nachdem nun alle notwendigen Pakete ausgewählt wurden, können Sie mit dem eigentlichen Kopiervorgang beginnen. Erfahrungsgemäß dauert dies nicht länger als 5-10 Minuten - genau richtig für eine Tasse Kaffee ;-)...
Nun kommen schon einige systemspezifische Einstellungen, die man aber auch später noch ändern kann. Zunächst gibt man als Zeitzone MET und "Lokale Zeit" an. Als Netzwerktyp gibt man echtes Netzwerk an und gibt in der darauffolgenden Eingabemaske die IP-Adresse, in unserem Fall nehmen wir für unseren Server 192.168.0.254, und die Subnetmask 255.255.255.0 ein. Alles andere lassen wir zunächst einmal leer. Nun wird gefragt, ob diverse Programme automatisch gestartet werden sollen. Hier bestätigen Sie immer mit "ja". Bei der Frage nach dem Computer- und Domainnamen nehmen wir hier als Namen zion und als Domain voyager.localserver.de. Bei der Aufforderung zur Sendmail-Konfiguration sollte man jetzt ruhig schon einmal einen Blick auf die Sendmail-Doku werfen.
Der Rest der Installation sollte mehr oder weniger selbsterklärend sein.
 
T

TomcatMJ

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Diese Anleitung war wohl für S.u.S.E. 6er releases gedacht,danach reichen 20 MB RAM defintiv nicht mehr für die Installation aus...
Ab den 8er SUSE releases reicht auch ein 486er nicht mehr aus,da die Kernel auf mindestens x586 optimiert sind...
LVM gibts übrigens schon seit einigen Jahren (übrigens schon länger als es Windows XP gibt) bei diversen Linux-Distributionen und nicht erst seit neuestem ;-)
Mit der 486er Lösung kann man heutzutage allenfalls ein Slackware,debian, LSF oder debian <3.1 installieren....
Dieses HowTo sollte daher mal dringend aktualisiert werden weil sonst falsche Erwartungen damit geweckt werden...

Bis denne,
Tom
 
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