Exklusiv: Überraschende Details zu Windows 7

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Eric-Cartman

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Windows 7 wird nicht nur ein virtuelles XP enthalten, sondern auch über eine neue Multimedia-Funktion: Remote Media Sharing. PC-WELT sprach mit Microsofts Mike Nash über Windows 7 RC.

Mike Nash, Microsofts Corporate Vice President für Windows Product Management, hat sich am Mittwoch abend - 24 Stunden vor dem Erscheinen von Windows 7 RC - per Telefonkonferenz den Fragen von Journalisten aus der ganzen Welt gestellt und dabei unter anderem auch drei bisher geheime Windows-7-Funktionen enthüllt.

Interessant für alle Multimedia-Fans: Mike Nash kündigte als neue Windows-7-Funktion "Remote Media Sharing" an. Diese Funktion wird es Windows-7-Nutzern erlauben, auf ihre Multimedia-Sammlung von überall aus auf der Welt per Internet zuzugreifen. Wer also daheim den Windows-7-Rechner am Strom- und Netzwerk angeschlossen lässt, der kann von unterwegs etwa per Laptop auf die daheim abgespeicherten Videos, TV-Sendungen und Musik-Dateien zugreifen. Der volle Zugriff auf alle Windows-Media-Funktionen wird möglich sein. Somit lässt sich also auch über die Ferne TV ansehen, wenn der Rechner daheim über eine TV-Karte verfügt.

Vor allem bei Unternehmen ist immer noch Windows XP im Einsatz und eigens dafür entwickelte Software. Gerade für kleine Unternehmen rentiert es sich nicht, die Software extra für ein neues Betriebssystem anzupassen. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Der wichtigste Grund: Die Software ist so alt, dass nicht mal mehr der Quellcode existiert, sodass Anpassungen an ein neues Betriebssystem nicht mehr möglich sind und damit eine kostspielige komplette Neuentwicklung notwendig wäre. Für dieses Problem liefert Microsoft mit dem "XP Mode" (XPM) in Windows 7 eine Lösung.

Und das steckt dahinter: Käufer von Windows 7 Professional, Windows 7 Ultimate und Windows 7 Enterprise erwerben nicht nur eine Windows-7-Lizenz, sondern erhalten zugleich auch eine Lizenz für Windows XP. Diese Lizenz erlaubt es Ihnen, innerhalb von Windows 7 eine virtuelle Maschine von Windows XP zu betreiben. Diese virtuelle XP-Maschine müssen die Anwender nicht einmal selbst aufsetzen. Microsoft wird Windows XP als virtuelle Maschine zum Download anbieten. "XPM" soll zeitgleich mit Windows 7 erscheinen. Vorher wird es auch noch mindestens eine Beta-Version geben.

Als dritte neue Funktion kündigte Mike Nash an, dass es eine Windows-7-Fassung des Windows Upgrade Advisors geben wird. Ähnlich wie beim Windows Vista Upgrade Advisor werden Endanwender und Unternehmenskunden das Tool einsetzen können, um bequem feststellen zu können, ob der Rechner für Windows 7 geeignet ist.

Deshalb trägt Windows 7 die Versionsnummer 6.1

Eine häufig gestellte Frage: Wieso trägt Windows 7 eigentlich intern die Versionsnummer 6.1 und nicht 7.0. Zur Erinnerung: Windows Vista trägt die Versionsnummer 6.0.

Die einfache Erklärung: Microsoft hat aus den Erfahrungen mit Windows Vista gelernt. Das Produkt kam auf den Markt und viele Software und Hardware war noch nicht für das Betriebssystem geeignet. Mike Nash räumt Fehler bei der Fertigstellung von Windows Vista ein. So habe man kurz vor der Veröffentlichung noch viele Dinge geändert und damit quasi die Software-Entwickler und Hardware-Hersteller quasi überrascht. Diese hatten gar nicht mehr die Zeit, ihre Produkte anzupassen. Die Folge war Frust bei den Anwendern, in den ersten Monaten, nachdem Windows Vista erschienen war.

Windows 7 profitiert dagegen von den Investitionen, die Microsoft bei Windows Vista getätigt hatte, indem das neue Betriebssystem zu großen Teilen auf Windows Vista aufbaut. Außerdem, so betonte Nash im Telefongespräch, habe man bei Microsoft früh die Entscheidung getroffen, ab einem gewissen Zeitpunkt keine dramatischen Änderungen mehr in Windows 7 durchzuführen. Aus diesem Grund sei man auch in der Lage gewesen, mit der PDC-Version von Windows 7 bereits im Oktober 2008 eine Version des Vista-Nachfolgers an Entwickler auszuliefern, die weit fortgeschritten ist. Im Januar 2009 folgte dann die Beta-Version von Windows 7, die man als "Feature Complete" bezeichnen konnte.

Dar Windows 7 auf Windows Vista aufbaut, wird nicht mit Hardware- oder Software-Problemen zu rechnen sein. Das habe auch die Beta-Phase gezeigt. Nur bei Software, die tief in das System greift - wie etwa Antivirensoftware- seien Anpassungen notwendig. Diese fallen aber nicht extrem umfangreich aus, so seien beim Erscheinen von Windows 7 Beta auch neun Antiviren-Programme als Beta-Version verfügbar gewesen, die Windows 7 unterstützen.

Das im Hinterkopf widmen wir uns wieder der Eingangsfrage: Wieso trägt Windows 7 die Versionsnummer 6.1?

Während der Beta-Phase haben die Windows-7-Entwickler gemerkt, so Nash, dass der häufigste Grund für Probleme mit der Software-Kompatibilität die zu rigorose Überprüfung der Versionsnummer durch die Software gewesen sei. "Die Software checkt die Versiosnummer des Rechners und verweigert anschließend einfach die Installation", so Nash. Aus diesem Grund habe man sich auch entschieden, Windows 7 die Versionsnummer 6.1 zu geben (Windows Vista: 6.0). "Es handelt sich im Vergleich zu Windows Vista sehr wohl um ein Major Upgrade. Wir haben uns für 6.1 entschieden, um die Kompatiblität von Windows 7 zu Windows Vista zu verbessern, denn viele Software checkt den Wert der Versionsnummer nur vor dem Komma und nicht hinter dem Komma", erläuterte Nash.

Durch diesen Trick wird erreicht, dass nahezu jede Vista-Software (mit Ausnahmen siehe oben) von Haus aus auf Windows-7-Rechnern lauffähig ist, weil der einprogrammierte Software-Check in der Regel davon ausgeht, dass es sich um ein Windows-Vista-Betriebssystem handelt.

Windows 7 Home Premium auch für Netbooks

Auch in einem anderen Punkt hat Microsoft aus den Erfahrungen mit Windows Vista gelernt: So wird es von Windows 7 zwar ähnlich viele Versionen geben. Diese Versionen werden allerdings aufeinander aufbauen. Jede höhere Version wird damit alle Funktionen der darunter liegenden Versionen enthalten. So war es völlig unnötig, dass Anwender von WIndows Vista Business auf die Multimedia-Funktionen von Windows Vista Home Premium verzichten mussten. Schließlich nutzen auch Geschäftskunden häufig ihren Rechner für private Zwecke.

Windows 7 Home Basic wird dagegen hierzulande erst gar nicht auf dem Markt kommen. Die Erfahrungen bei Windows Vista hätten immerhin gezeigt, so Mike Nash, dass alle Rechner mindestens mit der Home-Premium-Variante ausgestattet werden. Also wird die "niedrigste" Edition von Windows 7 in Nord-Amerika und Europa die Bezeichnung "Windows 7 Home Premium" tragen. In Schwellenländern wird Microsoft dagegen auch das günstigere Windows 7 Home Basic anbieten.

"Windows 7 Home Premium wird auch das Windows-7-System für den Einsatz auf Netbooks sein", sagte Mike Nash. Die Performance und die Skalierbarkeit des Betriebssystems seien zwei Eigenschaften, die die Windows-7-Variante ideal für Netbooks machen.

Windows 7: Upgrade per Mausklick

Damit ist klar: Für Endanwender wird Microsoft marketingtechnisch insbesondere die Windows-7-Version Windows 7 Home Premium anpreisen. Für Unternehmen und professionelle Anwender wird dagegen der Einsatz von Windows 7 Professional und Windows 7 Enterprise propagiert werden.

An Windows-Fans, die quasi das beste vom besten haben wollen, auch "enthusiastische Anwender" genannt, wird es schließlich auch wieder eine Windows-Fassung geben, die den Zusatz Ultimate trägt.

Hat man sich einmal für eine Windows-7-Version entschieden, dann wird es jederzeit möglich sein, über eine verbesserte Update- oder vielmehr Upgrade-Funktion auf die nächst höhere Windows-7-Version zu wechseln.

So verspricht Mike Nash: "Wer Windows 7 Home Premium erworben hat, wird per Mausklick beispielsweise auf Windows 7 Professional wechseln können." Wie genau dies technisch funktionieren wird, verriet Nash allerdings nicht. Klar ist, dass der Produktschlüssel festlegt, welche Version von Windows 7 man nutzen darf. Bei einem Upgrade erwirbt man also einfach einen neuen Produktschlüssel und kann das bereits vorhandene Installationsmedium weiter nutzen. Fraglich bleibt, ob ein "fließender" Wechseln von etwa Windows 7 Home Premium auf Windows 7 Professional möglich sein wird oder ob eine Neuinstallation fällig wird.

Windows 7 RC: In Kürze (sogar für Alle?) zum Download

Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann könnte Windows 7 Release Candidate bereits für MSDN- und Technet-Mitglieder verfügbar sein. Microsoft hat als Veröffentlichungstermin den 30. April genannt. Eine genaue Uhrzeit wurde vorab nicht verraten.

Der Rest der interessierten Windows-Anhänger muss sich noch ein paar Tage in Geduld üben. Die öffentliche Fassung des RC soll erst am 5. Mai erscheinen. Laut Angaben von Mike Nash werden alle interessierten Anwender die Möglichkeit erhalten, den RC von Windows 7 zu testen. Damit widerspricht Nash etwas früheren Aussagen von Microsoft, laut denen nur registrierte Windows-7-Beta-Tester den Release Candidate testen dürfen und dafür den bereits zugewiesenen Beta-Schlüssel verwenden dürfen.

So oder so: Jeder interessierte Anwender sollte in der Tat die Gelegenheit nutzen, das Betriebssystem vorab ausgiebig zu testen. Immerhin erhält man bis zum ersten Quartal 2010 die Möglichkeit, das praktisch fertige Windows 7 auszuprobieren.

 
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