Concorde-Unglück als Spam-Aufhänger

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Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde im Pariser Vorort Gonesse in der Nähe des Flughafens Charles de Gaulle ab. 131 Menschen starben bei dem Unglück, darunter zahlreiche Deutsche. Sechs Jahre später versuchen Cyberkriminelle immer noch, aus dem Unglück Profit zu schlagen - mit einer dreisten Spam-Mail.


Name missbraucht

Der Computersicherheits-Spezialist Sophos warnt vor einer neuen Spam-Kampagne, bei der Cyberkriminelle versuchen, an vertrauliche Informationen der E-Mail-Empfänger zu gelangen. Die Spammer geben vor, die Nachricht stamme von Wirtschaftsprüfern, die auf das Londoner Bankkonto eines deutschen Passagiers gestoßen seien, der bei dem Absturz mit seiner Familie ums Leben kam.

In der Spam-Mail wird behauptet, das Vermögen des damals 57-jährigen BMW-Mitarbeiters in Höhe von 20,5 Millionen englischen Pfund werde nach Ablauf einer Frist von drei Monaten genutzt, um Waffen zu kaufen. Da es keine Erben gäbe, werden die Empfänger aufgerufen, so schnell wie möglich auf die E-Mail zu antworten, damit 25 Prozent des Geldes an sie überwiesen werden können.

Nigeria Connection

Um die E-Mail glaubwürdiger erscheinen zu lassen, verweisen die Spammer auf mehrere offizielle Online-Berichte zum Absturz der Concorde. "Der betreffende Passagier und seine Familie gehörten tatsächlich zu den Opfern des schrecklichen Flugzeugunglücks in Paris", sagt Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos. Antworten die Empfänger auf die Nachricht in der Hoffnung, einen Teil des beträchtlichen Vermögens zu bekommen, werden sie aufgefordert, eine Vorauszahlung zu leisten oder persönliche Daten für die vermeintliche Überweisung preiszugeben.

Das klingt nach Nigeria Connection. In dem afrikanischen Staat hat sich eine regelrechte Industrie rund um den E-Mail-Betrug nach immer dem gleichen Schema gebildet. Die "Vorschussbetrug" oder nach dem entsprechenden Paragrafen im nigerianischen Gesetz auch "419er" genannte Masche ist immer wieder auch bei weniger leichtgläubigen Opfern erfolgreich. Neu ist die Nummer allerdings nicht: Schon 2002 haben die nigerianischen Betrüger den Concorde-Absturz als Aufhänger für ihre Geschichten genutzt.

Bei E-Mails, in denen unerwartete Geldsegen winken, sollten Computernutzer generell Vorsicht walten lassen. Sie zählen zu den typischen Tricks, mit denen Spammer ihre Opfer in die Falle locken. Doch gibt es inzwischen zahlreiche Empfänger, die den Spieß umdrehen und sich einen Spaß mit den Betrügern machen, zum Beispiel 419eater.com oder 419zeros.com. Die Lektüre des Mailverkehrs gibt auch Aufschluss über die Methoden der Betrüger.

Quelle: Onlinekosten.de
 
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