Apple Touch ID: Fingerabdruck-Sensor des iPhone 5S vom Chaos Computer Club gehackt

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Der Fingerabdruck-Sensor ist eine der wenigen wirklichen Neuerungen am iPhone 5S, das Apple vor knapp zwei Wochen vorgestellt hat. Die neue Funktion Touch ID zur Freischaltung des Gerätes über den Fingerabdruck ist durchaus umstritten, gerade in Bezug auf den Datenschutz, aber auch auf die Sicherheit. Die jüngsten Aktivitäten des legendären Chaos Computer Club (CCC) dürften die Skeptiker in ihrer Meinung bestätigen


Der Fingerabdruck-Sensor ist letztlich nichts anderes, als ein CMOS-Sensor als Kamera. Ein solches System lässt sich durchaus täuschen und überlisten, wie der CCC jetzt wiederholt nachgewiesen hat. Die gleiche Technik, die man zuvor bereits bei anderen Sensoren eingesetzt hat, kam jetzt auch bei Apples neuem Hardware-Feature zum Einsatz. Allerdings musste der hergestellte künstliche Finger genauer ausgeführt werden: "Tatsächlich hat der Sensor von Apple nur eine höhere Auflösung im Vergleich zu bisherigen Sensoren. Wir mußten nur die Ganularität unseres Kunstfingers ein wenig erhöhen", sagte dazu ein Hacker mit dem Pseudonym starbug. Um den künstlichen Abdruck herzustellen, wird lediglich ein Foto eines originalen Abdrucks benötigt. Die notwendigen Schritte beschreibt der CCC so:
Zuerst wird der Fingerabdruck eines Benutzers mit einer Auflösung von 2400 dpi fotographiert. Das Foto wird dann am Computer bereinigt, invertiert und per Laserdrucker auf eine Transparenzfolie gedruckt. Dabei sollte eine Auflösung von 1200 dpi bei maximaler Druckstärke nicht unterschritten werden. Auf das Druckbild wird dann hautfarbene Latexmilch oder weißer Holzleim aufgetragen. Durch die Drucklinien entsteht ein Fingerabdruckbild in dem aufgetragenen Material. Nach dem Trocknen kann der gefälschte Finger abgenommen werden. Diesen feuchtet man leicht an, indem man ihn anhaucht. Dann kann man das iPhone damit entsperren.
Dieser einfache Trick lässt natürlich Zweifel an der Sicherheit der Touch ID genannten Entsperrung aufkommen. Über diese Funktion kann das Gerät entsperrt werden, aber auch Einkäufe im App Store und bei iTunes lassen sich darüber authentifizieren. Frank Rieger als Sprecher des CCC beschreibt die Bedenken so: "Wir hoffen, daß dies die restlichen Illusionen ausräumt, die Menschen bezüglich biometrischer Sicherheitssysteme haben. Es ist einfach eine dumme Idee, etwas als alltägliches Sicherheitstoken zu verwenden, was man täglich an schier unendlich vielen Orten hinterläßt. Die Öffentlichkeit sollte nicht länger von der Biometrie-Industrie mit falschen Aussagen an der Nase herumgeführt werden. Biometrie ist geeignet, um Menschen zu überwachen und zu kontrollieren, nicht um alltägliche Geräte vor dem Zugriff zu sichern.". Das gilt natürlich nicht nur für das iPhone 5S, sondern prinzipiell für alle Fingerabdruck-Scanner, die nach dem gleichen Prinzip arbeiten.

Der CCC weist noch auf eine weitere Problematik hin, die mit dieser Technologie entstehen kann. So ist es relativ leicht möglich, den Besitzer zu zwingen, das Gerät mit seinem Abdruck zu entsperren. Bei einer PIN lässt sich das schwerer bewerkstelligen, bei einem Abdruckscanner muss der Finger "lediglich" auf das Gerät gebracht werden. Aus den genannten Gründen sollten iPhone 5S keine sensiblen Daten auf dem Gerät speichern.
 
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