AMD und ATI: Alle gegen Intel

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Eric-Cartman

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Die Übernahme von ATI durch AMD erhitzte Anfang der Woche die Gemüter. ZDNet fragte bei den beiden Topmanagern Thomas McCoy von AMD und Peter Edinger von ATI nach, was sie sich davon erhoffen. Geht es nach den beiden, dann steht Intel eine harte Zeit ins Haus.

Von Dietmar Müller, 27. Juli 2006


AMD hat Anfang der Woche die Übernahme des kanadischen Grafikchip-Hersteller ATI für 5,4 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) mitgeteilt. AMD erhält Direktzugang zu der Grafikchip-Technologie von ATI, die eine immer größere Bedeutung für leistungsstarke PCs, Video-Spielekonsolen und andere Verbraucherelektronik-Geräte hat. ATI und der Erzrivale Nvidia dominieren den Markt für Chips, die Computerspiele ermöglichen. AMD und Intel sind beide große ATI-Kunden.

Der Deal muss noch von den ATI-Aktionären sowie Aufsichtsbehörden abgesegnet werden. Die Übernahme soll bis zum vierten Quartal 2006 vollzogen werden. ZDNet fragte bei Thomas McCoy, Executive Vice President Legal Affairs & Chief Administrative Officer von AMD sowie Peter Edinger, Managing Director und Vice President EMEA von ATI, nach.

ZDNet: Herr McCoy, was glauben Sie: Wer profitiert von dem Merger am meisten?

McCoy: Uns geht es in erster Linie um unsere Kunden, die Hardware-Hersteller dieser Welt, und was sie wollen.

ZDNet: Was wollen die Hardware-Hersteller denn?

McCoy: Sie wollen von uns, dass wir von der low-cost- bis zur high-value-Plattform die beste möglichen Lösungen anbieten. Egal ob es sich um Mobile-Computer, Commercial Computers, Consumer-Electronics oder um integrierte Plattformen handelt. Sie brauchen diese Lösungen schnell, und zwar nicht nur hier und den USA sondern auch in allen schnell wachsenden Märkten wie China, Osteuropa, Südamerika, Afrika, mittlerer Osten und so weiter.

Edinger: Nicht zu vergessen sind der Embedded-Markt und Workstations.

ZDNet: Haben Sie im Vorfeld der Übernahme eine gemeinsame Roadmap für Produkte erstellt? Können Sie schon etwas über konkrete Devices sagen, die aufgrund der neuen Situation denkbar wären?

McCoy: Nein, noch nicht. Wir haben keine gemeinsame Roadmap erstellt, dafür ist es jetzt einfach noch zu früh.

Trend zur Integration von Graphics in die CPU

ZDNet: Aber Sie haben doch konkretre Pläne für eine CPU/GPU mitgeteilt? Wird es denn diese CPU mit Grafikeinheit geben?

Edinger: Wir sehen einen Trend zu Plattform-orientierten Lösungen Insofern macht der Zusammenschluss der führenden Graphics-Firma mit dem CPU-Experten AMD wohl sehr viel Sinn.

ZDNet: Das leuchtet ein, allerdings hat Intel mit Timna bereits etwas Vergleichbares versucht - und ist gescheitert. Was wollen Sie besser machen als Intel?

Edinger: Ich denke, die Zeit war damals (1999/2000) einfach noch nicht reif für ein solches Produkt.

McCoy: Ich erinnere mich kaum mehr an diese Geschichte.

ZDNet: Nun gut. Was aber bedeutet die Übernahme für die ATI-Brands? Werden sie vom Markt verschwinden, oder wird es neue geben?

Edinger: Wir haben keine Intentionen, bestehende Produkte oder deren Namen vom Markt zu nehmen. ATI per se stellt einen starken Brand dar. ATI Produkte sind erfolgreich im Markt positioniert. Was in fünf bis zehn Jahren sein wird, kann ich derzeit jedoch noch nicht sagen.

ZDNet: Wenn sie für uns in ihre Kristallkugel gucken, was sehen sie denn in fünf Jahren für Produkte aus dem Hause ATI/AMD?

Edinger: Das ist sehr schwer zu sagen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass durch die Verschmelzung von CPU und GPU ganz neue Applikationslösungen entstehen, die wir heute noch gar nicht sehen. Ich spreche von ganz spezifischen Anwendungen etwa für die Küche oder das Bad oder das Wohnzimmer, etc. Daraus ergeben sich komplett neue Produkte, vor allem mobile Produkte. Beispiel sind Handhelds oder PDAs, an deren Performance und Displayqualität noch ernorme Verbesserungen notwendig sind oder der Bereich der Spiele: Wahrscheinlich verlagert sich da das Geschehen in wenigen Jahren komplett auf die Spielekonsolen also auch hier der Focus auf anwendungsspezifische Lösungen, Vielleicht haben Sie demnächst sogar einen kleinen Server im Haushalt stehen, der speziell high Resolutions in das Kinderzimmer liefern, dem Herd und dem Kühlschrank jedoch niedrigere Resolutions zubilligt. Da ist vieles vorstellbar und bald möglich.

ZDNet: Neben den positiven Aspekten des Deals gibt es aber auch Stimmen, die sich kritisch äußern. Frage an AMD: Wie wirkt sich der Zusammenschluss mit ATI auf die Beziehung mit Nvidia aus, die ja die AMD-Plattform mit Chipsätzen für Desktop und Server unterstützt?

McCoy: nvidia ist einer unser wichtigsten Partner. Insofern befürchte ich keine Beeinträchtigung des Geschäfts. Überhaupt ist uns die Meinung unserer Kunden am wichtigsten. Viele davon setzen auf Nvidia-Chipsets, und wir wollen da nicht hineinfunken. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass ATI, AMD und Nvidia gemeinsam in einem Boot gegen den Monopolisten Intel antreten. Und ums noch komplizierter zu machen: ATI trägt zu Intel-Plattformen ja nicht unerheblich bei, viele Intel-Plattformen setzen ATI-Funktionen ein. Das werden wir natürlich weiter unterstützen - immer mit Blick auf die Wünsche unsere Kunden.

Wird Intel ATI bestrafen?

ZDNet: Hat Nvidia Ihnen schon Feedback gegeben, was sie von der Übernahme halten?

McCoy: Wir haben Nvidia im Vorfeld der Übernahme informiert. Zu uns sagten sie, dass sie das gut heißen. Es hat aber zudem Spekulationen gegeben, dass Intel ATI bestrafen will, aber niemand rechnet mit negativem Verhalten von Seiten Nvidias.

ZDNet: Und was glauben Sie, Herr Edinger? Wird Intel Ihre Firma bestrafen wollen?

Edinger: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Intel mit denen wir seit vielen Jahren sehr professionell zusammenarbeiten, sich dazu emotionell hinreisen lässt. Intel wird sich auch nicht von anderen Stimmen in der IT Branche dazu beeinflussen lassen.

Wichtig ist, was der Kunde braucht, und ich denke mit dieser Sehensweise konzentrieren wir uns auf unser gemeinsames Geschäft. Beispiel: Die Games-Convention und die IFA stehen vor der Tür. Für beide Veranstaltungen haben wir gemeinsame Aktionen mit geplant. Zudem treten wir auf den Messen gemeinsam auf.

McCoy: Genau. Nehmen Sie das Beispiel Apple: Die werden auch weiterhin ATI für ihre Intel-Dual-Core-Plattform einsetzen. Es bleibt also alles beim alten.

Edinger: Ich erwarte aber auch, dass Nvidia seine Kräfte noch weiter bündeln wird, um gegen ATI/AMD und Intel zu bestehen. Sie werden uns den Wettbewerb jedenfalls in Zukunft nicht einfacher machen, das ist mal sicher und spornt an. Wettbewerb treibt Innovationen.

ZDNet: Letzte Frage: Wie viel Mitarbeiter müssen durch die Fusion um ihren Job fürchten? Wird es Stellenkürzungen geben?

McCoy: Es wird wahrscheinlich welche geben, aber nicht viele. Da sollte man nicht drumrum reden, es kann mich sogar selbst erwischen. So ist das nun mal bei Übernahmen. Aber sehen Sie: Wir treten gegen den Giganten Intel mit seiner zigtausendköpfigen Belegschaft an. Ich denke, wir brauchen jeden Mann um das erfolgreich durchzustehen!

Quelle: CNET Networks Deutschland GmbH/ZDNet.de und CNET.de
 
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Dosenbomber

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Das Säbel-Rasseln hat begonnen, mal sehen wer am Ende die Schlacht gewinnt. Ich wette das es Intel sein wird... fragt mich nicht nach dem warum, ist nur so ein Gefühl.
 
#3
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alterknacker

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...und ich HOFFE....Intel hat die Nase vorne....denn mit dem "Schrott" von AMD konnte ich noch nie was anfangen....die machen nur Ärger
 
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thecaptain

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...und ich HOFFE....Intel hat die Nase vorne....denn mit dem "Schrott" von AMD konnte ich noch nie was anfangen....die machen nur Ärger
ich bitte darum solche bemerkungen sein zu lassen. hier im board bemühen wir uns um etwas mehr objektivität. da du hier neu bist, ist das noch verzeihlich.

was meine erfahrungen anbetrifft bin ich mit amd sehr zufrieden. ich hoffe nur, dass es dem wettbewerb gut tut. wenn intel prozessoren preiswerter werden, ist ja gar nichts daran auszusetzen sich mal ein system mit intel cpu zu holen.

mfg
 
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M

MoZ

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ich stimme thecaptain zu. ich hab nen alten intel und tendiere zu einem amd x2. ich hoffe es gibt einen ausgleich der positionen von amd und intel. wenn beide gleichstark sind is der wettbewerb umso größer was nur vorteile für den endkunden bringt.
 
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