AMD Radeon 400-Serie - Namensschema im Detail erklärt

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Um wieder etwas mehr Übersichtlichkeit in das Namensschema der eigenen Grafikkarten zu bringen, hat AMD im Rahmen des Launch-Day in München die neue Nomenklatur anhand einer Präsentationsfolie genauer erklärt. Die aktuellen und auch zukünftigen Pixelbeschleuniger der Radeon 400-Serie werden ähnlich wie bei Nvidia nur noch als Radeon 400 beziehungsweise als Radeon RX 400 Serie für die leistungsfähigeren Modelle bekommen




Wer sich über einen längeren Zeitraum nicht mit der Hardwareentwicklung hinsichtlich der Prozessoren und auch Grafikkarten beschäftigt, stößt beim "Wiedereintritt" auf ein wüstes Feld, welches nur noch für Verwirrung sorgt. Da sind einerseits die ganzen Intel- und AMD-Prozessoren, anhand deren Nomenklatur sich nicht mehr erkennen lässt, welche Leistungsfähigkeit diese an den Tag legen und andererseits kommen dann noch unzählige Grafikkarten aus den Lagern Nvidia und AMD dazu, die durch ihre Bezeichnungen das Chaos perfekt machen.

Während AMD mit der Änderung der Nomenklatur zur Einführung der Radeon-200-Serie keinerlei Verbesserung mit den Leistungskategorien R9, R7 und R5 herbeiführen konnte, sollen die Karten der Radeon-400-Serie nur noch als Radeon 400 und Radeon RX 400 bezeichnet werden, wobei letztere mit dem RX-Suffix vor allem die Gamer-Gemeinschaft ansprechen soll, welche mindestens 1,5 TFLOPs sowie eine Bandbreite von 1.000 GB/s erreichen müssen. Somit soll gewährleistet werden, dass auch die massentauglichen Games wie DOTA 2 oder LOL in Full-HD-Ausflösung mit 60 FPS laufen sollen.

Laut der sehr aufschlussreichen Präsentationsfolie gibt die erste der drei Ziffern die Generation, in diesem Fall die vierte Generation an. Die zweite Ziffer beschreibt ab sofort die Klasse (im englischen Tier). Interessant ist hier, dass mit den Ziffern 4 bis 9 auch das Speicherinterface ablesbar wird, was zugleich Rückschlüsse auf die empfohlene Auflösung geben soll. So steht eine 9 für ein Speicherinterface mit mehr als 256 Bit und 4K-Auflösung. Karten mit der Klassifizierung der Ziffern 7 und 8 sollen ein Speicherinterface von 256 Bit aufweisen und für WQHD-Gaming mit 1.440p ausgelegt sein. Grafikkartenmodelle der Klassen 5 und 6 verfügen dagegen über ein 128 Bit breites Speicherinterface und sind für Gaming in FullHD ausgelegt.
Die Low-End-Karten mit der Klassifizierungsziffer 4 haben dann ein 64 Bit breites Speicherinterface, welches für die angedachten Office- und Multimedia-Anwendungen und auch kleinere Games vollkommen ausreichend sein dürfte.

Die letzte Ziffer, welche entweder aus einer Null oder einer Fünf bestehen wird, beschreibt die Revisionsnummer, so dass ein späteres Nachlegen von Grafikkarten desselben Grafikchips mit höheren Taktraten oder einer anderweitigen Überarbeitung möglich sind.

Diejenigen, denen das jetzt zu viele Informationen gewesen sind, können die gesammelten Informationen auch in folgender Tabelle entnehmen, welche die Kollegen von 3DCenter.org zusammengestellt haben:
SpeicherinterfaceZiel-Auflösungbenutzter Grafikchip
Radeon RX 490größer 256 BitUltraHDvermutlich Vega 10
Radeon RX 480256 BitWQHDPolaris 10
Radeon RX 470256 BitWQHDPolaris 10
Radeon RX 460128 BitFullHDPolaris 11
Radeon RX 450128 BitFullHDvermutlich Polaris 11
Radeon 460128 BitFullHDunbekannt
Radeon 450128 BitFullHDunbekannt
Radeon 44064 Bitk.A.unbekannt


Meinung des Autors: Ob die Änderung des Namensschemas wieder für mehr Übersicht sorgen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich verstehe immer noch nicht, warum man 8 verschiedene Grafikkarten in einer Generation bringen muss, wo auch drei bis vier Modelle die Bedürfnisse der Kunden abdecken können. Ein Flaggschiff (Vega), eine gute Mittelklasse-GPU (RX 480), eine Gaming-Einsteiger-GPU (RX 460 oder 470) und zum Schluss noch eine Office-Karte mit Multimedia-Eigenschaften. Letztere ist aber auch nur sinnvoll, wenn man eine CPU ohne IGPU besitzt, was aktuell eher selten vorkommt. Vielleicht ändert sich das ja wieder mit der Einführung von ZEN.
 
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