Amazon Fire TV Stick im Test: Langzeiterfahrungen und Verbesserungen - UPDATE II

Diskutiere Amazon Fire TV Stick im Test: Langzeiterfahrungen und Verbesserungen - UPDATE II im Hardware-News Forum im Bereich News; 13.07.2015, 15:52 Uhr: Vor ziemlich genau drei Monaten ist mit dem Fire TV Stick der kleine Bruder der Streaming-Box Fire TV in Deutschland auf...
13.07.2015, 15:52 Uhr:
Vor ziemlich genau drei Monaten ist mit dem Fire TV Stick der kleine Bruder der Streaming-Box Fire TV in Deutschland auf den Markt gekommen. In einem ersten Test konnte die kompakte Hardware in den meisten Punkten überzeugen, doch neben viel Licht gab es auch einigen Schatten. Nach einiger Zeit mit dem kleinen Stick ist es Zeit, sich die Erfahrungen im Alltagsbetrieb näher anzusehen

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In unserem ersten Test des Fire TV Stick haben wir unter anderem die ordentlich verarbeitete Hardware gelobt. Nach drei Monaten sieht das Ergebnis allerdings ein wenig anders aus, denn mittlerweile macht sich die kompakte Fernbedienung gelegentlich durch störende Geräusche bemerkbar. Besonders beim Betätigen der Tasten des Steuerkreises ist ein Knirschen der Tasten unüberhörbar. Hier scheinen die Bauteile so eng miteinander verbunden zu sein, dass diese teilweise lautstark aneinander reiben.

Gelobt haben wir auch die einfache und intuitive Bedienung. Doch auch diese hat im Alltag ihre Tücken, die wiederum mit der Fernbedienung zusammenhängt. Vor allem die fehlenden Lautstärketasten machen sich im Alltagsbetrieb immer wieder negativ bemerkbar. Selbst mit der App für das Smartphone ist keine Regulierung der Lautstärke möglich. Dazu kommt, dass Fire TV auf Bluetooth setzt, was nur von den wenigsten Universal-Fernbedienungen unterstützt wird. Insofern ist es oftmals unumgänglich, dass immer wieder zwischen zwei Fernbedienungen gewechselt werden muss. Doch auch sonst ist nicht alles Gold, was glänzt. Einmal beklagte die Box eine zu langsame Verbindungsgeschwindigkeit mit dem Internet, was zu Problemen mit der Bildqualität führt. Nach langer Fehlersuche wegen (vermeintlichen) Netzwerkproblemen stellte sich heraus, dass es sich um ein temporäres Problem von Amazon mit den eigenen Servern handelt. So etwas kommt bei einer DVD oder Blu Ray natürlich nicht vor. Allerdings kann man diesen Fehler nicht direkt dem Fire TV Stick ankreiden.

Etwas anders sieht das aber bei einem weiteren Problem aus. So hat sich der Stick erst kürzlich soweit aufgehängt, dass er nur durch Zurücksetzen auf Werkseinstellungen wieder in Betrieb genommen werden konnte. Hierbei erwies es sich als praktisch, dass die Rücksetzung auch über eine von mehreren Tastenkombinationen möglich ist. Zudem ist ein weiterer Fehler immer noch nicht beseitigt, denn beim Streaming über die Verwaltungssoftware Plex wird kein 5.1-Ton übertragen. Bei diesem Fehler ist allerdings unklar, ob es sich um ein Problem von Plex handelt, oder ob die Hardware verantwortlich ist. Theoretisch unterstützt Fire TV den 5.1-Stream, wie ein Vergleich mit Kodi (ehemals XBMC) gezeigt hat. Nervig ist auch, dass die Suche über den Stick umständlich ist und weiterhin zahlreiche Zusatzinformationen nicht mitgeliefert werden. Tipps zur besseren Suche gibt es hier.

Nach so viel Kritik zum Abschluss noch einmal Lob, und zwar ein kräftiges: Ganz offensichtlich hat Amazon deutlich an der Bildqualität von SD-Ausstrahlungen gearbeitet. Während wir in unserem ersten Test noch eine extrem bescheidene Qualität dieser Streams bemängelt haben, gibt es inzwischen nur noch wenig Grund zum Nörgeln. Gutes Quellmaterial vorausgesetzt, können Filme jetzt in einer Qualität gesehen werden, die der Ausgabe einer DVD über einen guten DVD-Player relativ nahe kommt. Ähnlich gut bestellt ist auch um die Bildqualität bei HD-Material, die offenbar ebenfalls noch mal ein wenig nachgebessert wurde. Auch hier sind nur relativ geringe Unterschiede zu einer Blu Ray feststellbar, wobei am ehesten fließende Farbabstufungen, etwa bei Sonnenuntergängen, und feine Details für kleinere Probleme sorgen. Nicht übersehen werden kann allerdings weiterhin, dass es ganz vereinzelt zu Bildruckeln kommen kann, da die Bildrate anscheinend nach wie vor nicht in allen Fällen optimal ans Ausgangsmaterial angepasst wird. Insgesamt hat sich aber auch die Situation etwas gebessert, dieses Problem tritt nur noch selten und in bestimmten Filmszenen auf, darunter langsame Kameraschwenks. Insgesamt ist die Bildqualität das große Plus des kompakten Stick, und mit einer angeblich bald kommenden Neuauflage des Fire TV Stick mit Ultra HD wäre man auch bei der Unterstützung von 4K ganz vorn dabei.

Fazit: nach wie vor ist der Fire TV Stick ein gutes Produkt, vor allem angesichts des relativ günstigen Preises. Allerdings trüben viele nervige Kleinigkeiten die Begeisterung nachhaltig, woran auch die Fernbedienung und das damit verbundene Bedienkonzept ihren Anteil haben. Doch im Prinzip kann man über die Mängel hinwegsehen, denn am Ende entscheiden die Bild- und Tonqualität, und da passt im Prinzip alles - sofern die Server von Amazon nicht mal wieder ein internes Problem haben.

Update, 29.07.2015, 10:40 Uhr: Seit kurzem gibt es eine deutliche Verschlechterung bei den Informationen auf dem Fire TV Stick. Aktuell wird dort nicht mehr angezeigt, ob ein Film oder eine Serie in HD ausgestrahlt wird, was bisher gut erkennbar gewesen ist. Auf dem jeweiligen Cover lässt sich nur noch erkennen, ob der Artikel kostenfrei im Rahmen der Prime-Mitgliedschaft angesehen werden kann.

Ob es sich dabei um einen kurzzeitigen Fehler handelt, oder ob dies dauerhaft so bleiben wird, ist derzeit unklar. Wer also Informationen zur Auflösung haben möchte, muss sich diese am PC über die Homepage von Prime Instant Video beschaffen. Das ist eine durchaus ärgerliche Änderung.

Update, 30.07.2015, 12:12 Uhr: Leider muss der Tipp im obigen Update revidiert werden, denn auch auf der Homepage von Prime Instant Video gibt es mittlerweile keine direkten Angaben mehr, ob ein Film oder eine Serie in HD verfügbar ist. Hier kann aber immerhin eine Vorsortierung helfen, wir in unserem Ratgeber zur Suchfunktion erklärt haben.

Meinung des Autors: Nach drei Monaten ist die Begeisterung über den Fire TV Stick immer noch da, weil die Bild- und Tonqualität passen. Aber es gibt leider einige Probleme, die nicht so schön sind. Und manche davon, darunter vor allem die fehlende Regelung der Lautstärke, nerven im Alltagsbetrieb mitunter gewaltig. Bei der zweiten Generation hat Amazon also definitiv noch Luft nach oben.
 

Abbadon

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Wieso sollten sich die Ruckler gebessert habe? Der Stick passt immer noch nicht die Bildrate des TVs an die des Quellmaterials an. Das würde der TV ja melden, zumindest bei mir.

Nervig ist auch noch, dass der Stick die oberen Kanäle im 5GHz Frequenzband (z.B. 120) nicht unterstützt.
 
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