Amazon Dash Button: Bestellungen via Button für Verbraucherschützer bedenklich - UPDATE

Diskutiere Amazon Dash Button: Bestellungen via Button für Verbraucherschützer bedenklich - UPDATE im IT-News Forum im Bereich News; Der Amazon Dash-Button, welcher in der vergangenen Woche Online-Versandriesen nun auch in Deutschland und Österreich eingeführt worden ist um...
Der Amazon Dash-Button, welcher in der vergangenen Woche Online-Versandriesen nun auch in Deutschland und Österreich eingeführt worden ist um 1-Click-Bestellungen von Waschmittel, Toilettenpapier, Rasierklingen, Tierfutter oder anderen alltäglichen Gebrauchsgütern vorzunehmen, halten die Verbraucherschützer aus mehreren Gründen für bedenklich, wie die neueste Pressemitteilung Auskunft gibt




UPDATE: 15.09.2016 15:19 Uhr

Nachdem der Verbraucherschutz von Amazon eine Unterlassungerklärung hinsichtlich des monierten Geschäftsgebahrens gefordert hat, die seitens Amazon nicht unterzeichnet worden ist, hat sich die Verbraucherzentrale NRW dazu entschlossen, den Vorfall gerichtlich klären zu lassen. So muss jetzt ein Richter entscheiden, ob der Dash-Button unter den aktuellen Bedingungen weiterhin verwendet werden darf.

Als Kritikpunkte wurden nochmalig der Fehlende Hinweis auf dem Button angesprochen, dass bei Betätigung eine kostenpflichtige Bestellung ausgelöst wird. Des weiteren fehlen wichtige Informationen zu der Bestellung wobei auch noch unklar ist, welche konkreten Produkte bestellt werden beziehungsweise von Amazon geliefert werden. Zusätzlich wird kritisiert, dass sich Amazon den Preis und die Versandkosten für das entsprechende Produkt zu ändern. Die App teilt dem Kunden allerdings nur Preisveränderungen "um mehr als zehn Prozent" mit. Sollte ein Artikel nicht in der geforderten Form verfügbar sein, behält es sich Amazon vor, ein vergleichbares Produkt der selben Marke, jedoch mit abweichender Füllmenge auszuliefern.



Original-Artikel vom 05.09.2016 18:41 Uhr

In der vergangenen Woche hat der Online-Versandhändler Amazon nun auch in Deutschland und Österreich den 1-Click-Bestellbutton namens "Dash Button" eingeführt, mit welchem ganz alltägliche Dinge nachbestellt werden können, wenn man merkt, dass diese zur Neige gehen. So kann man den Dash Button zum Beispiel an einer Waschmaschine befestigen und bei der Feststellung, dass das Waschpulver ausgeht, diesen drücken, woraufhin eine neue Packung automatisch nachbestellt wird. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Prime-Mitgliedschaft.

Wie zu erwarten gewesen ist, weist die Verbraucherzentrale NRW in einer Pressemitteilung auf die Mängel des Dash Buttons hin, worauf ich mich frage, womit sich die Verbraucherschützer eigentlich täglich beschäftigen (müssen).

Die Verbraucherschützer bemängeln den Amazon Dash Button insofern, dass ein Button, der automatisch ein Produkt (nach)bestellt, nicht ausreichend als solcher gekennzeichnet sei. So würde der Nutzer eines solchen Dash Buttons nicht im ausreichenden Maße darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass der Druck auf den Button eine zahlungspflichtige Bestellung vornehmen würde. Obwohl der Online-Händler darauf hinweist, dass eine Fehlbestellung auch im Nachhinein noch geändert, storniert oder sogar vom 14-tägigen Rückgaberecht Gebrauch gemacht werden könne, lassen die Verbraucherschützer diese Aussage nicht gelten, da sie der Meinung sind, dass diese Vorgehensweise nicht gesetzeskonform sei. Zudem weist man bei den Verbraucherschützern darauf hin, dass auch Kinder oder Gäste bewusst oder unbewusst diesen Button drücken könnten, woraufhin eine Bestellung ausgelöst werden würde.

Weiterhin bemängelt man die starke Bindung an Amazon Prime sowie die einmaligen Kosten für den Button in Höhe von 4,99 Euro (mit dem Hinweis auf den Gutschein in Verrechnungshöhe von 4,99 Euro bei der ersten Bestellung). Das würde beim Kunden zusätzlichen Druck aufbauen, mit dem Dash Button eine Bestellung aufzugeben, wobei man dabei nur auf die Auswahl einer eingeschränkten "Produkt)-Palette angewiesen wäre.

Der Druck auf den Kunden würde zudem noch verstärkt werden, da die Kunden, die solch einen Dash Button nutzen wollen, weniger auf die Preise achten und somit mehr bei Amazon und dessen Partnern einkaufen würden. Letzten Endes seien die Preise bei einer Bestellung via Dash Button nicht transparent genug, da die Verbraucher keine regelmäßigen Preisvergleiche mehr durchführen könnten und somit bei einem günstigeren Anbieter wie zum Beispiel unabhängige Marketplace-Verkäufer bestellen würden.

Abschließend wird auch Kritik an der App des Online-Händlers geübt, da diese laut Verbraucherzentrale nicht nur den Zugriff auf die Kamera, sondern auch das Mikrofon, abgespeicherte Kontakte sowie den aktuellen Standort des Nutzers verlangen würde. Das Amazon empfiehlt, das Wlan-Passwort auf seinen Server zu speichern, da somit die Einrichtung mehrerer Dash-Buttons wesentlich leichter von der Hand geht, ist für die Verbraucherschützer ebenso bedenklich, wie der Zustand, dass Amazon genauere Daten über das Kaufverhaltens der Kunden sammeln könnte, welche mit Kaufzyklen, Packungsgrößen und Markenloyalität aufgezählt werden.

Meinung des Autors: Irgendwie verstehe ich manchmal die Verbraucherschützer nicht. Für wie (Entschuldigung) "dumm" müssen die die deutsche Bevölkerung halten, die doch selbst entscheiden kann, ob sie sich solch einen Dash Button zulegt oder nicht. Zumal weist Amazon meiner Meinung nach hinreichend auf die Benutzung und die "Gefahren" hin, wenn man eben von "Gefahren" sprechen kann. Eine Massenbestellung ist zum Beispiel ausgeschlossen, auch wenn Amazon-Prime-Mitglieder ihre Bestellungen am gleichen oder spätestens am nachfolgenden Tag erhalten. Klar ist hier das Zeitfenster einer Änderung oder Stornierung der Bestellung extrem kurz, doch hat man doch immer noch das 14-tägige Rückgaberecht, was bei Amazon besser als irgend woanders, ohne Angabe von Gründen möglich ist. Das mit der Speicherung des WLAN-Passwortes auf dem Amazon-Server muss jeder mit sich selbst ausmachen, es ist ja kein Muss, sondern nur eine Empfehlung. Und da WLAN keine 200 Meter weit reicht (in Gebäuden erst recht nicht), was soll Amazon mit dem Passwort anfangen? Selbst wenn der Server gehacked werden sollte und das WLAN-Passwort auch noch direkt mit meiner Adresse in Verbindung gebracht werden könnte, dann müssten sich die "Kriminellen" immer noch direkt vor mein Haus setzen, um in irgendeiner Weise Nutzen daraus ziehen zu können - sehr unwahrscheinlich, dass sich jmd. diesen Aufwand macht. Okay, ich würde mein Passwort vielleicht auch nicht auf deren Servern abspeichern, aber es ist doch nett, dass diese Möglichkeit angeboten wird. Meiner Meinung nach gibt es viel viel schlimmere Vereinigungen, die vom Verbraucherschutz mal genauer unter die Lupe genommen werden müsste. Wie denkt ihr darüber?
 
C

Castle

Gast
Klar ist hier das Zeitfenster einer Änderung oder Stornierung der Bestellung extrem kurz, doch hat man doch immer noch das 14-tägige Rückgaberecht, was bei Amazon besser als irgend woanders, ohne Angabe von Gründen möglich ist.

Bis man wegen zu vieler zurück gesendeter Produkte verwarnt wird.

Ich finde das Ding Nutzlos. Blind ohne den Aktuellen Preis zu kennen kaufen. Jeden Kleinkram den man um die Ecke bekommt bestellen damit man noch mehr Verpackungsmüll Produziert (Waschmittel? Klopapier? Ernsthaft?). Und dann in ferner, hoffentlich fiktiver Zukunft sich über das Sterben der Läden Aufregen und zu Hause Munter den Button Drücken.
 

JumpingJohn

Dabei seit
09.05.2006
Beiträge
2.031
Alter
36
Naja, mal vom Nutzen, Sinnhaftigkeit und sonstigen Bedenken abgesehen. Stimmt die Meinung des Autors schon, jeder der sich einen Dash-Button zulegt hat sich doch schon im vorhinein darüber gedanken gemacht ob und für was er ihn nutzen möchte. Genauso wird dem Nutzer wohl auch bewusst sein das er das spezifische Produkt immer nur zum Amazon-Preis und nicht zum Discounter-Angebotspreis erwerben wird, das scheint ihm dann wohl im Sinne der Bequemheit als irrelevant.
Das sich da irgendwelche Verbraucherschützer in den Vordergrund bringen müssen um irgendwelche bedenken zu äußern finde ich auch mehr als lächerlich. Sollte der Dash-Button irgendwann mal Pflicht für jegliche Bestellung werden dürfen die gerne nochmal "Hallo gehts noch?" schreien, aber so...?
 

JumpingJohn

Dabei seit
09.05.2006
Beiträge
2.031
Alter
36
Ich werde ihn mir auch nicht zulegen. ;-)

Gesendet von meinem LG G Flex 2 mit BB Hub und Tastatur
 

Confuzia

Dabei seit
28.03.2011
Beiträge
5
Warum kaufen Verbraucher über Dash-Botton ein?
Z.B.: So ist es bequem / das ist neu und "schick" / es geht schnell
Was macht der Verbrauch (leider sehr oft nicht)? : Er denkt nach.
Die Verbraucherschützer versuchen da zum Nachdenken zu verleiten.
Das finde ich wichtig. Nur weiß ich nicht, ob der oben genannte Verbrucher Artikel der Schützer überhaupt liest.
 
C

Castle

Gast
Warum kaufen Verbraucher über Dash-Botton ein?
Z.B.: So ist es bequem / das ist neu und "schick" / es geht schnell
Was macht der Verbrauch (leider sehr oft nicht)? : Er denkt nach.
Die Verbraucherschützer versuchen da zum Nachdenken zu verleiten.
Das finde ich wichtig. Nur weiß ich nicht, ob der oben genannte Verbrucher Artikel der Schützer überhaupt liest.

Auf den Punkt! :up:up:up
 

Alfiator

On Air
Dabei seit
27.11.2008
Beiträge
30.172
Alter
54
Ort
Thüringen
Wer das Ding kauft weiss auch wozu es dient.Wozu also die Aufregung;einkaufen war noch nie so einfach.Immer schön den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen.Die Konsumenten verdummen halt mit der Zeit und die Anbieter freuts.Kohle um jeden Preis....
 
Thema:

Amazon Dash Button: Bestellungen via Button für Verbraucherschützer bedenklich - UPDATE

Amazon Dash Button: Bestellungen via Button für Verbraucherschützer bedenklich - UPDATE - Ähnliche Themen

Amazon Dash Button: Landgericht München bestätigt Gesetzesverstöße - UPDATE: Als der Amazon Dash-Button Ende August auch in Deutschland zur Verfügung stand, hagelte es kurze Zeit später seitens der Verbraucherschutzzentrale...
Amazon Dash Button nun auch in Deutschland verfügbar: Der Online-Versandhändler Amazon hat am heutigen Tag den Start des sogenannten Dash-Buttons für den europäischen und somit auch für den deutschen...
Amazon Prime USA: Premium-Abo-Dienst verteuert sich zum 11. Mai um weitere 20 Prozent: Der kostenpflichtige Premium-Dienst "Prime" aus dem Hause Amazon wird sich nach nunmehr vier Jahren seit der letzten Preiserhöhung um weitere...
Mitschnitte von Amazon, Apple, Google und Microsoft in Alexa, Google, Siri und Skype verhindern? Update!: Das nicht korrekt kommunizierte oder gar unerlaubte Mitschneiden von Sprachaufnahmen durch die großen Anbieter steht im Moment bei vielen im Focus...
Amazon verlängert in der Weihnachtszeit erneut Rückgabefristen: Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen, was für viele Menschen bedeutet, noch Weihnachtsgeschenke für die Lieben zu besorgen. Wer sich den...
Oben