Adblock-Plus: Werbeblocker von weiteren OLG legalisiert, allerdings benötigt Whitelist-Modell eine Überarbeitung

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maniacu22

maniacu22

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Noch in der vergangenen Woche hat es hinsichtlich der Legalität der Werbeblocker recht ungewiss ausgesehen, da sich die klagende Seite an höhere Instanzen wenden, ja sogar die Politik einbeziehen wollte. Ende vergangener Woche wurde durch ein weiteres Oberlandesgericht die Zulässigkeit des Werbeblockers Adblock-Plus erkämpft, bekam allerdings auch ein paar Auflagen die Whitelist betreffend




Adblock-Plus zählt zweifelsohne zu den beliebtesten Browser-Addons, welches von den PC-Nutzern mit als allererstes installiert wird, da die Schaltung von Werbeeinblendungen mittlerweile so rigoros ist, dass ein vernünftiges Surfen einfach nicht mehr möglich ist. Einer der größten Gegner dieser Werbeblocker ist der Axel Springer SE, welcher Ende vergangener Woche hinsichtlich eines Verbotes eben jener Werbeblocker eine weitere Teil-Niederlage einfahren musste.

Nach dem Urteil des OLG Stuttgart hat nun das OLG Köln als zweites Oberlandesgericht den Werbeblocker Adblock Plus als "legal" daklariert. Das Blockieren von Werbung sei an sich nicht wettbewerbswidrig ist, da sich einerseits die PC-Nutzer für oder gegen die Installation eines solchen Programms entscheiden könnten und zudem die Webseiten-Betreiber auch Maßnahmen gegen Nutzer solcher Adblock-Tools einleiten können.

Allerdings musste der Adblock-Plus-Entwickler Eyeo hinsichtlich des betriebenen Whitelist-Modells eine Rüge einfahren, da das Programm in der Standardeinstellung "akzeptable Werbung" erlaubt. Um auf dieser Whitelist stehen zu dürfen, müssen einige Webseiten-Betreiber einen Anteil ihrer Einnahmen an Eyeo abtreten. Dies stellte für das OLG Köln allerdings eine unzulässige Ausnutzung einer Machtposition nach dem ausschließlich in Deutschland geltenden § 4a UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb) dar.


Eyeo Gründer Till Faida:
"Das Urteil ist für uns sehr erfreulich, kommt aber nicht überraschend. Denn zum wiederholten Male bestätigt ein Gericht das Recht der Nutzer, werbung zu blockieren. Die Popularität von Adblock Plus sollte allen Beteiligten ein deutliches Signal sein, dass sich Online-Werbung im Sinne der Nutzer verbessern muss, um auch langfristig einen Beitrag zur Finanzierung kostenloser Inhalte leisten zu können. Statt sich dieser Herausforderung zu stellen, versucht Springer mit großem Aufwand den alten Status Quo aus Print-Zeiten zu verteidigen und digitale Innovationen notfalls per Gericht zu verhindern. Diese Blockadehaltung ist zum Scheitern verurteilt. Wir bieten Axel Springer daher für die Geltungsdauer des Urteils an, kostenlos die Vorteile innovativer und nutzerfreundlicher Werbung zu testen, genau wie wir es schon jetzt gegenüber kleinen und mittleren Webseiten tun."
Da Eyeo seine Software allerdings den rechtlichen Vorgaben des § 4a UWG anzupassen habe, würde das zwangsläufig auch in Einnahmeeinbußen münden. Aus diesem Grund plant man bei Eyeo auch den Weg der Revision einzuschlagen.



via eyeo.com


Meinung des Autors: Nach diesem, zweiten Urteil eines OLG hinsichtlich der Legalität eines Adblockers sollten wir Nutzer uns keine weiteren Gedanken mehr machen. Inwieweit die Geschichte mit der zu bezahlenden Whitelist ausgeht, dürfte mehr die Medienanstalten sowie die Entwickler solcher Tools betreffen. Allerdings muss ich Till Faida mit seiner Aussage absolut Recht geben, dass sich die Online-Werbung im Sinne des Nutzers verbessern muss. Das heißt nicht, dass ich Werbung gegenüber abgeneigt bin, wenn der Zutritt zu den Medien kostenlos sein soll, aber ich bin nicht damit einverstanden, dass ich als Nutzer auf einer Seite 99% Werbung schließen muss, um den eigentlichen Artikel lesen zu können. Die ganzen Adblocker sind doch nicht aus Langerweile entstanden, sondern weil sich die Werbung nicht mehr im Zaum gehalten hat.
 
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