Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt"

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  1. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #1
    Moderator Avatar von Eric-Cartman

    Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt"



    Bill Gates äußert sich im ZDNet-Interview zu den Lehren aus der Entwicklung von Vista, der Zukunft von Win-Fs und zu freier Software. Zudem kritisiert er FSF-Chef Stallman für dessen Ablehnung kommerzieller Einflüsse auf Open Source.

    Bill Gates ist zuversichtlich, dass jede neue Technologie sich auch durchsetzt, von der er überzeugt ist. Nur an der zeitlichen Einordnung hapert es manchmal.

    Tablet-Computing und interaktives Fernsehen sind nur zwei Bereiche, in denen Gates Microsoft involviert sehen wollte, obwohl die Märkte sich nur langsam entwickeln. "Wenn mich mein Instinkt trügt, geht es meistens nicht darum, was richtig ist", sagte der Microsoft-Gründer in einem Interview mit News.com im Silicon Valley. "Es geht meistens um das richtige Timing."

    CNET/ZDNet: Das letzte große Windows-Release liegt fünf Jahre zurück. Windows Vista kommt schon sehr bald für Unternehmen, demnächst auch für Endanwender. Welches Feature von Vista gefällt Ihnen am besten?

    Bill Gates: Vista ist ein umfangreiches Release, und es ist schwer, ein Feature herauszupicken. Die Desktop-Suche ist wahrscheinlich einer meiner Favoriten. Man fragt sofort: "Wie konnte ich ohne die Funktion auskommen? Naja, ich habe Addons gekauft." Aber das integrierte Interface macht im Vergleich zu Addons einen großen Unterschied.

    Die Zukunft von Win-Fs

    CNET/ZDNet: Sie haben lange Zeit ein Projekt namens Win-Fs unterstützt, ein völlig neues Dateisystem für Windows. Konnten Sie wie vor einiger Zeit angekündigt ihren Nachfolger Ray Ozzie davon überzeugen, das Projekt weiterzuführen?

    Bill Gates: Es fehlt definitiv noch ein stukturierter Überblick für bestimmte Arten umfangreicher Abfragen. Wenn wir alle E-Mails, Dateien und Fotos zusammenbringen wollen, brauchen wir mehr als einen Such-Index. Ich würde sagten, dass der Index leistungsfähiger ist als viele Leute denken. Aber irgendwann braucht man einen datenbankartigen Ansatz für diese Dinge.

    Wir nutzen unsere SQL-Server-Technologie und setzen sie auf breiterer Basis ein. Das ist unsere Codebasis für alle umfangreichen Storage-Szenarien. Ich glaube immer noch, dass die Frage lautet, ob wir es im nächsten oder übernächsten großen Windows-Release umsetzen. Wenn wir es machen, wird es ein großer Durchbruch.

    CNET/ZDNet: Machen Ray und Steve da mit? Oder müssen Sie das noch vor 2008 umsetzen?

    Bill Gates: Meinen Sie Steve Sinofsky oder Steve Ballmer?

    CNET/ZDNet: Steve Ballmer.

    Bill Gates: Steve weiß, dass meine Instinkte meistens nicht hinsichtlich der Sache trügen, sondern hinsichtlich des Timings. Wenn es um Speichergröße und Performance geht, wird er sich auf die Teams verlassen. Wir haben jetzt eindeutige Kriterien, nach denen wir entscheiden.

    Bevor man die wichtigsten Features für ein Produkt auswählt, muss man sich fragen, ob die Technologien dafür bereit sind. Ich bin zuversichtlich, dass Ray den richtigen Zeitpunkt wählt. Außerdem werde ich ja nicht verschwinden. Ich werde auch nach Mitte 2008 involviert sein. Es gibt einige Dinge wie Tablet-PC und Win-Fs, mit denen ich eng in Verbindung stehe. Die Leute erwarten, dass sie weiter unter meine Obhut stehen.

    Lehren aus der Entwicklung von Windows Vista

    CNET/ZDNet: Ist das die große Lehre aus Longhorn? Einen anderen Ablauf einzusetzen und zu prüfen, was aktuell machbar ist?

    Bill Gates: Ja, das ist eine Sache. Man lernt sehr viel, wenn man diese Releases entwickelt. Wir mussten einen Durchbruch bei der Sicherheit erzielen. Wir mussten das XP SP2 entwickeln, das aus unserer Sicht ein vollständiges Release war, auch wenn die Endanwender dies nicht wahrnehmen.

    Meinem Eindruck nach können wir aufgrund der Erkenntnisse über den Aufbau in Schichten und die Organisation der Feature-Teams in den nächsten fünf Jahren mehr schaffen als in den letzten fünf. Wir wünschten, wir hätten in einigen Bereichen mehr erreicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir uns in den letzten acht Monaten so aufgestellt haben, dass wir den nächsten Schritt machen können.

    CNET/ZDNet: Mit Windows Vista und Office 2007 kommen zwei der größten Vertreter kommerzieller Software auf den Markt. Zur gleichen Zeit kündigt Microsoft einen Deal mit Novell rund um Open-Source-Software an. Hat sich Ihr Denken verändert? Welche Rolle wird quelloffene Entwicklung spielen - abgesehen von der Tatsache, dass Kunden danach fragen?

    Bill Gates: Das sind mehrere Fragen. Unix ist im Server-Bereich schon seit Jahrzehnten vertreten, und es gab immer eine große Vielfalt. Auch Linux beschreibt eine große Zahl von unterschiedlichen Systemen. Ingesamt kommt das Volumen von Linux aber nicht an das von Windows auf Servern heran. Aber es spielt eine Rolle, und Kunden erwarten diese Art von Interoperabilität. Wir haben in diesem Bereich fantastische Dinge gemacht. Wir realisieren die Interoperabilität virtueller Maschinen. Man kann also einen Pool von Hardware und Anwendungen haben, die Linux nutzen, und Applikationen, die unter Windows laufen. Die VM kann dann verwalten, welche mehr Ressourcen benötigt, welche fertig ist und welche neu gestartet werden muss.

    Wir ermöglichen es Novell außerdem, seinen Kunden Schutz gegen rechtliche Probleme anzubieten, so wie wir es bei jeder Kopie von Windows machen. Das bekommt man selten bei Open-Source-Software. Wir beschreiten hier also Neuland.

    Die Rolle von Open-Source-Software

    CNET/ZDNet: Wie sieht es mit der Rolle von Open Source aus? Haben Sie ihre Ansichten geändert? Sehen Sie einen Wert darin?

    Bill Gates: Da muss man unterscheiden. Sprechen wir zunächst über freie Software. Freie Software war immer ein wichtiger Teil der Software-Welt, genauso wie kommerzielle Software.

    BSD Unix war kostenlos erhältlich. Viele Elemente davon wurden von Startups aufgegriffen und verbessert. Nehmen wir Sendmail: Sie haben Leute eingestellt, Arbeitsplätze geschaffen und Steuern bezahlt. Man hat also die wunderbare Situation, dass Leute Open-Source-Software verwenden sollen, da es ihnen nützt.

    Meistens bevorzugen Anwender kommerzielle Software, gerade wenn es um Support, Verbesserung und die langfristige Kundenbeziehung geht. Dank der Stückzahlen von Windows-PCs handelt es sich um eine Branche mit niedrigen Preisen und hohen Stückzahlen. Das war zu Zeiten des Mainframe noch nicht so.

    Menschen wählen meistens den kommerziellen Weg. Unternehmen zahlen Steuern und schaffen Arbeitsplätze. Die Regierung verwendet das Geld und gibt es an Universitäten zurück. Dort wird dann mehr freie Software erstellt. Es ist also ein wundervoller Kreislauf, ich mag das.

    Jetzt wollen einige Leute diesen Kreislauf unterbrechen, indem sie sagen, dass man mit Steuergeldern erstellte Dinge nicht für ein Startup nutzen kann. Und wenn man es macht und seinen Code mit ihrem vermischt, kann man es nicht lizenzieren.

    Wir sagen den Leuten, sie sollen damit vorsichtig umgehen. Aber wir glauben, dass freie Software toll ist. Wir konkurrieren mit Unix und sind damit interoperabel. In Bezug auf die Idee offener Zusammenarbeit, unseren Quellcode zu verbreiten und das Internet als einen Weg zur Kommunikation mit Entwicklern zu nutzen, wird uns das hoffentlich auf eine neue Stufe bringen. Es gibt sicherlich Best Practices in diesem Bereich - einige wurden von uns geschaffen, einige von anderen. Es ist also ein Mischung verschiedener Dinge.

    Der einzige Punkt, an dem Sie Unstimmigkeiten feststellen können, ist, dass wir glauben, dass Nutzer vorsichtig sein sollen, welches Lizenzmodell sie wählen. Denn damit brechen sie den Kreislauf. Richard Stallman ist im Gegensatz zu einigen anderen puristisch. Er will mit V3 (dritte Version der GPL, Anm. d. Red.) klarstellen, dass es eine "Kann-nie-kommerzialisiert-werden"-Welt gibt. Niemand kann jemals Geld damit verdienen, Webservices schreiben und so weiter. Er ist puristisch.

    Der Konkurrenzkampf mit Sony

    CNET/ZDNet: Wird es schwieriger, damit zurechtzukommen?
    Bill Gates: Wer weiß? Ich weiß es nicht. Das ist seine Welt, die GPL. Die Welt freier Software ist deutlich größer als das. Der Rest wird immer da sein. Wir bieten einige unserer Produkte frei an, für andere verlangen wir Geld. Bis jetzt scheint es zu funktionieren.

    CNET/ZDNet: Für das Weihnachtsgeschäft spielt aber auch etwas anderes eine wichtige Rolle: die Xbox 360. Microsoft hat ein Jahr Vorsprung. Trotzdem scheint es immer noch Anerkennung und Nachfrage nach der Playstation 3 zu geben. Wie stehen Sie dazu?

    Bill Gates: Ich möchte nicht an ihrer Stelle sein. Wir wissen, wie es ist, ein Jahr zu spät zu sein. Wir fuhlen uns in unserer Situation gut. Sony wird in Japan aber viele Konsolen verkaufen.

    Wissen Sie, Sony kann 80.000 Stück herstellen, und die Leute werden sie kaufen. Der echte Konkurrenzkampf kommt also noch. Die Auswirkung unserer Innovationen und unseres Vorsprungs werden sie Weihnachten 2007 sehen. In diesem Weihnachtsgeschäft läuft es so: Die Xbox 360 wird sich sehr gut verkaufen, und Sony wird Stückzahlen in der Größe von Rundungsfehlern absetzen - so viele, wie sie herstellen können.

    Quelle: CNET Networks Deutschland GmbH/ZDNet.de und CNET.de

  2. Hi,

    schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man viele Hilfestellungen.
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  3. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #2
    Also bis auf einige Seitenhiebe und etwas Überheblichkeit kann man ihm im großen und ganzen schon zustimmen

  4. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #3
    Gallery / Moderator Avatar von Michel
    "Dank der Stückzahlen von Windows-PCs handelt es sich um eine Branche mit niedrigen Preisen und hohen Stückzahlen."

    Der Leibhaftige kann es wirklich schön ausdrücken, dass er ein riesiges Monopol geschaffen hat, mit dessen Ertrag seine Kinder irgendwann die Welt kaufen werden...

  5. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #4
    ich sag nur dito

  6. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #5
    Grüßt die Winboarder Avatar von Fireblade
    Der Leibhaftige kann es wirklich schön ausdrücken, dass er ein riesiges Monopol geschaffen hat, mit dessen Ertrag seine Kinder irgendwann die Welt kaufen werden...
    Der Billy Boy ist schon ok,damals mochte ich den auch nicht,aber seitdem ich weiß das er auch viel "Gutes" tut...spenden,seitdem ist er mir viel symphatischer.

  7. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #6
    Lach:

    also wenn mir beim essen ein paar Krümel auf den Boden fallen
    und das Ungeziefen sich davon ernähren kann macht es mich auch nicht
    besser, toller, schöner und die spenden sind für den Krümel!!!!
    die er wieder absetzen tut also hat der nix verloren!!!!

    Immage is alles

    mfg Max

  8. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #7
    @BadMax: Wenn er durch seine "Image-Kampagne" aber Menschenleben rettet, solls mir recht sein!

  9. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #8
    Schwergewicht Avatar von Bullayer
    Außerdem spendet er nicht nur "Krümel" sondern zig Millionen US-Dollar.

  10. Hallo,
    schau mal hier: Windows Wartungs Tool. Viele Probleme lassen sich damit einfach beheben. Oftmals ist der PC dann auch schneller!
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  11. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #9
    @PraesidentEvil: wenn das so wäre wäre es schön und da ich es nicht besser weiß lassen wir es mal so "hast recht" leider ist es aber oft so das es hier reingesteckt wird aber wo anders wieder abgezogen wird also nix bewirkt also hoffen wir das du recht hast!

    @bullayer: bei einem Brot von 10m Durchmesser juckt mich auch ne Scheibe nicht gelle geschweigeden Krümmel -> soviel zu den Mios bei Mrd's


    und ein so Toller Mensch wie der Billy sollte Konkurenz respektieren und nicht bei jeder Gelegenheit schlecht machen!!

    mfg

  12. Bill Gates: "Open Source wird mit Steuergeldern erstellt" #10
    Hier mal ne kleine ANmerkung zur Krümelgröße:
    362 Millionen Euro für neue Biotech-Produkte (z.B Impfstoffe die keine Kühlung benötigen. In Afrika wichtig)
    258,3 Millionen Dollar für den Kampf gegen Malaria
    Ich mag Billy nur nicht in seiner Funktion als MS Chef.
    In seiner Art als Philantrop ist er sehr erträglich.

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