[DE] Neues BGH-Urteil zum Impressum auf Webseiten

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    Moderator Avatar von Eric-Cartman

    [DE] Neues BGH-Urteil zum Impressum auf Webseiten

    http://www.pcwelt.de/imgserver/bdb/347600/347692/168x168_only_scaled.jpg

    Inhalt
    Anbieterkennzeichnung
    Impresssum bei Fernabsatzgeschäften
    Weiterhin Abmahngefahr
    Fazit

    Wie das Impressum auf einer Website auszusehen hat, wollten Gerichten schon mit unzähligen - oftmals sich widersprechenden - Urteilen bestimmen. Nun hat der Bundesgerichtshof (BGH) viele der Streitfragen eindeutig geklärt.

    Immer wieder erfolgten in der Vergangenheit wettbewerbsrechtliche Abmahnungen gerade gegenüber gewerblichen Anbietern im Internet mit der Begründung, dass deren Internet-Präsenzen fehlerhafte Impressen enthalten würden. Die Umsetzung der in § 6 TDG vorgegebenen Pflicht zur Aufnahme eines Impressums auf einer „geschäftsmäßigen“ Internet-Präsenz ist allerdings auch nicht wirklich banal.

    Nun hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 20.7.2006 viele Streitfragen geklärt, die sich rund um das Thema „Impressum" drehten.

    Im Folgenden finden Sie die wesentlichen Kernpunkte des Urteils, die es fortan zu beachten gilt:
    Platzierung des Impressums

    Wohl der umstrittenste Punkt beim Thema „Impressum“ war, an welcher Stelle man es denn auf seiner Internet-Präsenz zu platzieren habe. Nun hat der Bundesgerichtshof hier eine Klärung herbeigeführt. So ist ab nun an wettbewerbsrechtlich nicht mehr zu beanstanden, wenn das Impressum erst durch mehrere Links von der Startseite aus zu erreichen ist. Dementsprechend ist es gerade nicht erforderlich, die Angaben eines Impressums auf der Startseite bereitzuhalten; es genügt vielmehr, wenn die Erreichbarkeit im Sinne des § 6 des Teledienstegesetzes (TDG) über zwei Links erreichbar ist. Der BGH folgte damit der Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) München als Vorinstanz. (Az. I ZR 228/03)

    Zitat des BGH: „Eine unmittelbare Erreichbarkeit scheitert nicht daran, dass der Nutzer nicht schon in einem Schritt, sondern erst in zwei Schritten zu den benötigten Informationen gelangt. Diesen Anforderungen genügt der Internet-Auftritt der Beklagten. Ein langes Suchen ist, anders als die Revision meint, nicht wegen der konkreten Gestaltung der Homepage der Beklagten erforderlich, die neben dem Link 'Kontakt' weitere Links enthält. Der Link 'Kontakt' befindet sich deutlich abgesetzt in der linken sogenannten Navigationsspalte, in der die einzelnen Links übersichtlich angeordnet sind.“

    Anbieterkennzeichnung

    Zweitens: Die Anbieterkennzeichnung darf auch tatsächlich unter dem Begriff „Impressum“ oder etwa „Kontakt“ geführt werden.

    Zitat des BGH: „Das Berufungsgericht hat festgestellt, dem durchschnittlich informierten Nutzer des Internets sei mittlerweile bekannt, dass mit den Begriffen 'Kontakt' und 'Impressum' Links bezeichnet würden, über die der Nutzer zu einer Internet-Seite mit den Angaben zur Anbieterkennzeichnung gelange. Haben sich im Internet-Verkehr aber die Begriffe 'Kontakt' und 'Impressum' zur Bezeichnung von Links durchgesetzt, die zur Anbieterkennzeichnung führen, und ist dies dem durchschnittlichen Nutzer bekannt, sind die Anbieterinformationen auch leicht erkennbar dargestellt.“

    Impresssum bei Fernabsatzgeschäften

    Keinesfalls muss im Rahmen des Bestellvorgangs eines Fernabsatzgeschäfts das Impressum vollständig angezeigt werden. Ein Hinweis, etwa in Form eines Links, kann hierbei vollkommen ausreichen.

    Zitat des BGH: „Dass die in § 312c Abs. 1 Satz 1 BGB i.V. mit § 1 Abs. 1 BGB-InfoV angeführten Informationen im Online-Bestellformular aufgelistet sein oder im Laufe eines Bestell-organgs zwangsweise aufgerufen werden müssen, ist weder dem Wortlaut noch Sinn und Zweck der Vorschriften zu entnehmen. Eine bestimmte Stelle, an der die Informationen zu erteilen sind, ist im Gesetz nicht vorgeschrieben. Erforderlich ist allein eine klare und verständliche Information, nicht mehr und nicht weniger. Danach kann es - wie im Streitfall - ausreichen, dass die nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 BGB-InfoV erforderlichen Angaben mittels eines Links vom Verbraucher aufgerufen werden können.“

    Weiterhin Abmahngefahr

    Lange Zeit umstritten und nun geklärt ist, dass die Verletzung der sich beispielsweise aus § 6 TDG ergebenden Pflicht, bei geschäftsmäßigen Telediensten (dazu zählen gewerbliche Internet-Präsenzen) ein Impressum vorrätig zu halten, wettbewerbsrechtlich zu belangen ist. Eine Abmahngefahr besteht in diesem Bereich damit auch weiterhin!

    Zitat des BGH: „Nach § 4 Nr. 11 UWG handelt derjenige unlauter i.S. des § 3 UWG, der einer gesetzlichen Vorschrift zuwider handelt, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln. Zu den Vorschriften, die im Interesse der Marktteilnehmer, insbesondere der Verbraucher, auch das Verhalten von Unternehmen bestimmen, zählen § 6 TDG und § 10 Abs. 2 MDStV. Die Vorschriften dienen der Umsetzung des Art. 5 der Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (…). Als Bestimmungen, die die Informationspflichten zur Anbieterkennzeichnung regeln, kommt ihnen als Verbraucherschutzvorschriften eine auf die Lauterkeit des Wettbewerbs bezogene Schutzfunktion zu.“

    Fazit

    Rechtsanwalt Max-Lion Keller von der IT-Recht Kanzlei kommentiert die BGH-Entscheidung: „Das Urteil war in der Form längst überfällig. Beinahe wöchentlich hatten wir mit Abmahnungen rund um das Thema 'Impressum' zu tun. Oftmals ging es hierbei um unseriöse Abmahnungen von sogenannten Abmahnhaien, die ihren Lebensunterhalt damit zu finanzieren scheinen, letztlich belanglose Gestaltungs- oder auch Platzierungsfehler bezüglich des Impressums bei Mitwettbewerbern abzumahnen.

    Dem hat der Bundesgerichtshof nun aufgrund seiner klaren Wortwahl zumindest teilweise einen Riegel vorgeschoben. So ist es nun doch in mancherlei Hinsicht einfacher geworden, der in § 6 TDG enthaltenen Anbieterkennzeichnungspflicht Genüge zu tun. Insbesondere auch die Erkenntnis des Bundesgerichtshofs, dass das Impressum in vollständiger Form eben nicht zwingend auf der Startseite einer Internet-Präsenz (dasselbe gilt für die jeweiligen eBay-Angebotsseiten) abgebildet sein muss, werden sicherlich viele E-Commerce-Betreiber begrüssen. Nun können Sie den freigewordenen Platz für Sinnvolleres nutzen …“ (mec)

    Quelle:IDG Magazine Verlag GmbH/PC-WELT Online

  2. Hi,

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