Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde

Diskutiere Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde im IT-News Forum im Bereich News; Microsoft Open Specification Promise: Microsoft hat versprochen, keine Patentklagen in Bezug auf Web-Services einzureichen. Dies zeigt, wie weit das kooperative Entwicklungsmodell der Open-Source-Szene inzwischen verbreitet ...


+ Antworten + Neues Thema erstellen

(Um antworten zu können, bitte registrieren oder einloggen)

Ergebnis 1 bis 4 von 4
  1. Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde #1
    Moderator Avatar von Eric-Cartman

    Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde

    Microsoft Open Specification Promise: Microsoft hat versprochen, keine Patentklagen in Bezug auf Web-Services einzureichen. Dies zeigt, wie weit das kooperative Entwicklungsmodell der Open-Source-Szene inzwischen verbreitet ist.

    Microsofts hat in einem so genannten Microsoft Open Specification Promise mitgeteilt, vorhandene Patente in Bezug auf Web-Service-Standards nicht durchzusetzen. In dem Dokument wird festgehalten, dass Microsoft niemanden verklagen wird, der Software auf Basis von Web-Service-Technologien entwickelt. Beobachter sehen darin ein Tribut an die wachsende Akzeptanz der Open-Source-Bewegung. Entsprechend positiv fielen die Reaktionen aus, selbst von ausgewiesenen Microsoftgegnern.

    "Das Beste daran ist die prinzipielle Änderung der Einstellung bei Microsoft. Noch vor ein paar Jahren wäre so etwas undenkbar gewesen. Jetzt ist es Wirklichkeit. Dies stellt wirklich eine bedeutende Veränderung dessen dar, wie Microsoft mit der Open-Source-Gemeinde umgeht", so Gerald Beuchelt, Web-Services-Architekt der Business Alliances Group, die für den CTO von Sun Microsystems tätig ist.

    Microsoft hat noch nie jemanden wegen Patentverletzungen in Verbindung mit Web-Services verklagt. Denoch drohte diese Option stets wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Entwickler und Anwender. Das Versprechen Microsofts dürfte nun alle Beteiligten beruhigen, so die einhellige Auffassung unter Analysten und hochrangigen Vertretern von Softwareherstellern. Open-Source-Entwickler etwa müssen sich nun keine Sorgen mehr machen, wenn sie Open-Source-Web-Service-Programme schreiben. Und Softwareunternehmen können jetzt Nicht-Windows-Produkte herstellen, die über Web-Services mit Microsoft-Programmen kommunizieren.

    Das Open Specification Promise belegt, wie weit sich Microsoft inzwischen mit Produkten und Entwicklungsmodellen der Open-Source-Bewegung angefreundet hat. Als Linux Ende der 1990er Jahre immer mehr Anhänger fand, zeigte sich die Konzernspitze vom Open-Source-Modell mit seiner offenen, gemeinsamen Codebasis regelrecht geschockt. Bekannt ist CEO Steve Ballmers Ausspruch, in dem er Linux ein "Krebsgeschwür" nannte. Microsoftgründer Bill Gates belächelte das "Pacman-ähnliche" Lizenzierungsmodell von Open-Source. Andere hochrangige Vertreter von Microsoft, wie etwa der Windows-Chefentwickler Jim Allchin, prangerten Open-Source in der Vergangenheit als "Zerstörer geistigen Eigentums" an.

    Aber in den letzten zwei Jahren hat Microsoft sein Shared-Source-Programm verstärkt, in dessen Rahmen man freien Zugang zu Quellcode erhält. Und zwar unter ähnlichen Bedingungen wie bei gängigen Open-Source-Lizenzen. Außerdem will Microsoft dafür sorgen, dass Windows-basierte Produkte besser mit denen anderer Hersteller zusammenarbeiten, wozu auch Linux und weitere Open-Source-Software zählt.

    Standards in Bewegung

    Nur zur Klarstellung: Microsoft gibt jedes Jahr mehr als sechs Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung aus und wird auch weiterhin proprietäres geistiges Eigentum schaffen. In einigen Fällen bedeutet dies eine kommerzielle Lizenzierung statt einer bedingungslosen Freigabe. "Ich bin sicher, dass wir in Bezug auf geistiges Eigentum zukünftig Standpunkte einnehmen werden, die nicht überall auf so viel Zustimmung stoßen werden", schreibt Jason Matusow, Microsofts Director of Standards Affairs, in seinem Blog.

    Im Falle von Web-Services dürfte das Versprechen, keine Patentansprüche in Verbindung mit diesen Protokollen durchzusetzen (die immerhin die Kommunikationsgrundlage von Vista sind, der nächsten Windowsversion, die Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen soll), die Verbreitung dieser Standards auf dem Markt fördern. Besonders Open-Source-Projekte sind zu starken Kräften in der Branche geworden, die sich für die Einrichtung von Standards einsetzen, - sowohl von De-facto-Standards als auch solchen, die von offiziellen Standardisierungsorganisationen verabschiedet wurden.

    "Ich rechne damit, dass immer mehr Hersteller erkennen werden, dass ein Softwarestandard nicht erfolgreich sein kann, wenn die entsprechenden Patente nicht mit Open-Source-Lizenzen und -Grundsätzen kompatibel sind", so Cliff Schmidt, Vice President of Legal Affairs der Apache Software Foundation, die die Schirmherrschaft über eine ganze Reihe von Open-Source-Projekten hat.

    Versprechungen, Patente nicht durchzusetzen, gibt es inzwischen immer häufiger, stellt er fest. Sun hat vor kurzem bekannt gegeben, dass es keine Patente in Verbindung mit dem SAML-Standard (Security Assertion Markup Language) sowie dem Open-Document Format geltend machen will. Und IBM hat letztes Jahr der Open-Source-Gemeinde 500 Patente zugänglich gemacht.

    Noch mehr Entgegenkommen?

    Matusow von Microsoft sagt, dass das Open Specification Promise Bestandteil der Bemühungen des Unternehmens ist, "auch kreative Ansätze in Sachen geistiges Eigentum zu verfolgen." Für das Promise hat Microsoft sich von Rechtsexperten der Open-Source-Gemeinde beraten lassen, darunter Red-Hat-Anwalt Mark Webbink und Lawrence Rosen, Rechtsanwalt mit Spezialgebiet Open-Source-Software der Kanzlei Rosenlaw & Einschlag in North California.

    Matusow sagt, dass Microsoft immer noch ein großer Befürworter von geistigem Eigentum sei, fügt jedoch hinzu, dass das Unternehmen dabei einen "breit gefächerten Ansatz" verfolge. Dieser reiche von traditioneller Lizenzierung bis zu freizügigeren Nutzungsbedingungen, die sich an Open-Source-Praktiken anlehnen.

    "Das ist der entscheidende Punkt bei einem solchen Ansatz. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass wirklich jedes kommerzielle Unternehmen sich heutzutage ausgiebig Gedanken machen muss, wie es mit geistigem Eigentum umgehen will und welche Strategien es verfolgen kann", so Matusow.

    Das aktuelle Open Specification Promise deckt allerdings nicht ausdrücklich die .Net-Technologie CardSpace (ehemals InfoCard) ab. Aber das Versprechen, keine Patentansprüche durchzusetzen, könnte von den Web-Services ausgehend ausgeweitet werden, so Michael Jones, Microsofts Director of Distributed Systems Customer Strategy and Evangelism. "Die Lizenzierung zusätzlicher Spezifikationen unter denselben Bedingungen dürfte zum jetzigen Zeitpunkt viel einfacher sein. Aber ich kann natürlich öffentlich noch keine verbindlichen Aussagen machen, die über das gesagte hinausgehen", so Jones in einem Diskussionsforum von OSIS, dem Open-Source-Identity-Selector-Projekt.

    Klare Verhältnisse

    Web-Service-Standards haben mehrere Urheber - darunter häufig Microsoft und IBM - und sind in Produkte vieler Hersteller integriert. IBM lobte den Schritt von Microsoft in einer Erklärung vom Mittwoch. Man selbst habe längst in die selbe Kerbe geschlagen: "Wir stellen Open-Source-freundliche Lizenzen für Web-Service-Spezifikationen bereit und haben entsprechende Verzichtserklärungen in Bezug auf die Durchsetzung unserer Patente für eine Vielzahl von Open-Source-Projekten abgegeben, darunter Linux", so Karla Norsworthy, Vice President for Software Standards von IBM.

    Web-Service-Spezifikationen werden vom W3C (World Wide Web Consortium) sowie von OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) standardisiert. Beide Organisationen erlauben es, Standards kostenlos oder unter so genannten RAND-Bedingungen (Reasonable and Non-Discriminatory) zu lizenzieren. Aber Microsofts Open Specification Promise geht noch einen Schritt weiter. Es bedeutet, dass zum Beispiel Entwickler von Apache-Projekten keine Angst mehr haben müssen, dass Microsoft irgendwann in Zukunft Web-Service-Patente durchsetzen wird. Und auch Rechtsanwalt Rosen stimmt zu, dass das "OSP mit kostenlosen und Open-Source-Lizenzen kompatibel ist". Derart klare Verhältnisse gab es in den Anfangstagen von Web-Services um das Jahr 2000 herum keineswegs.

    Quelle: CNET Networks Deutschland GmbH/ZDNet.de und CNET.de

  2. Hi,

    schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man viele Hilfestellungen.
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde #2
    Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

  4. Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde #3
    Zitat Zitat von Dosenbomber Beitrag anzeigen
    Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
    jap, stimm ich dir zu

  5. Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde #4
    mals sehen was da dahinter steckt....

    so ganz traue ich denen noch nicht

Ähnliche Themen zu Versprochen: Microsoft schließt Frieden mit der Open-Source-Gemeinde


  1. Microsoft gibt Web Sandbox als Open Source frei: Sicherheitskomponente ist noch in der Entwicklung Microsoft hat den Quelltext seiner Web Sandbox unter eine Open-Source-Lizenz gestellt. Das...



  2. Shared-Source: Microsoft hat jetzt zwei echte Open-Source-Lizenzen: http://www.winboard.org/forum/imagehosting/1376045b14d895687e.gif http://www.winboard.org/forum/imagehosting/1376047160fe7a0351.jpg Die Open...



  3. Microsoft: Open Source verstößt gegen 235 Patente: http://www.winboard.org/forum/imagehosting/1376045b14d895687e.gif Microsoft hat in einem Interview durchblicken lassen, wie man sich künftig gegen...



  4. Microsoft bringt Bibliothek für Open-Source-Programmierer: Codeplex soll Interoperabilität der Betriebssystem verbessern Microsoft hat eine Bibliothek für Programmierprojekte eingerichtet, die die...



  5. SCO gegen Open Source Gemeinde: Hi Leute Also ich halte SCOs Klage für absolut lächerlich. Wenn man der c't glauben darf, was ich normalerweise mache, dann haben die mit einem...