SAP-Chef Kagermann sagt "Nein Danke" zu On-Demand

Diskutiere SAP-Chef Kagermann sagt "Nein Danke" zu On-Demand im IT-News Forum im Bereich News; Keine Zeit für Experimente: Im Interview wendet sich der Vorstandssprecher der SAP, Henning Kagermann, gegen alle Spielereien in der Softwarebranche. On-Demand-Lösungen findet er nur selten ...


+ Antworten + Neues Thema erstellen

(Um antworten zu können, bitte registrieren oder einloggen)

Ergebnis 1 bis 1 von 1
  1. SAP-Chef Kagermann sagt "Nein Danke" zu On-Demand #1
    Moderator Avatar von Eric-Cartman
    Keine Zeit für Experimente: Im Interview wendet sich der Vorstandssprecher der SAP, Henning Kagermann, gegen alle Spielereien in der Softwarebranche. On-Demand-Lösungen findet er nur selten sinnvoll, genauso wie Instant Messaging, Wikis und Blogs.

    Von Dawn Kawamoto und Dan Farber, 8. Mai 2006


    Der langjährige Vorstandssprecher der SAP Henning Kagermann hat ein Problem mit dem Lizenzierungsmodell und Software-On-Demand. Auch gefällt ihm nicht, dass Privatanwender-Software bei Unternehmenskunden immer beliebter wird. Zudem betrachtet er die Konsolidierung unter den großen Software-Anbietern mit Unbehagen. In einem ausführlichen Interview erörtert Kagermann diese Themen und auch, ob er nach dem Ablauf seiner Amtszeit nächstes Jahr als CEO weitermachen wird.


    ZDNet: Angesichts des Erfolges von Salesforce.com spricht alle Welt über On-Demand-Anwendungen. Was ist Ihre Einstellung hierzu?

    Kagermann: Wir haben unsere Strategie nicht geändert. Wir haben eine heterogene Umgebung und folgen einem Hybrid-Modell, und das aus gutem Grund. Unsere Kunden wollen Flexibilität, so können sie sich dazu entschließen, unsere Produkte per Datenübertragung zu nutzen oder die Funktionalität noch zu erhöhen und sie am Back-End zu integrieren.

    In einigen Bereichen und bei einigen Funktionen kann dies On-Demand geschehen, aber nicht überall. Jeder fängt mit Salesforce-Automation an, das ist sinnvoll, denn dieser Ansatz erfordert relativ wenig Strukturen. Das Prinzip ist einfach und erinnert an Office. Je weiter man sich jedoch von dieser Art von System entfernt und dem Kernbereich des CRM (Customer Relationship Management) annähert, desto schwieriger wird es, dies On-Demand zu tun. Niemand will anderen Zugriff auf seine Daten geben.

    ZDNet: Dennoch scheint die Debatte über On-Demand eine Wende hinsichtlich der Art und Weise herbeizuführen, wie Kunden für ihre Software zahlen möchten. Sie möchten erst bezahlen, während sie die Software verwenden oder auch danach. Wie werden sich die Lizenzierungsmodelle Ihrer Ansicht nach entwickeln?

    Kagermann: Die Situation wird hier in den nächsten Jahren sehr stabil bleiben. Wir haben diese Debatte in den vergangenen vier Jahren geführt: Sollte das Lizenzierungsmodell geändert werden? Sollte alles On-Demand abgewickelt werden?

    Ich habe allerdings mit vielen Kunden gesprochen und sie möchten Besitzer der Software sein. Sie sind mit diesem Modell zufrieden. Es wird also einige zusätzliche Gewinnmodelle geben, das stimmt, aber die Kernkundschaft wird die Produkte nach wie vor lizenzieren wollen. Sie können mich in ein oder zwei Jahren noch einmal danach fragen.

    Der unmögliche Kunde

    ZDNet: Werden Sie in ein oder zwei Jahren denn immer noch CEO von SAP sein? Ihre Amtszeit läuft Ende 2007 ab, werden Sie also um eine Verlängerung nachsuchen?

    Kagermann: Bei diesen Vorgängen bespricht man derartige Angelegenheiten gewöhnlich ein Jahr vor Ablauf der Amtszeit. Ich würde sagen, dass der Zeitpunkt, dies zu besprechen, im ersten Quartal des nächsten Jahres liegt.

    ZDNet: Zurück zu On-Demand und Lizenzierung - einige Kunden haben sich beklagt, dass sie Hunderte Millionen Dollar für SAP ausgegeben haben und noch immer nicht den Eindruck gewinnen, dass sie dem Ende des Installationsvorgangs und dem Einsatz des Systems bedeutend näher gekommen seien. Einige sprachen von den Verlockungen einer Service-orientierten Architektur (SOA) und XML und davon, ihre Investitionen in SAP stehen zu lassen. Zukünftige Investitionen wollen sie jedoch in Einzellösungen tätigen. Was sagen Sie solchen Kunden?

    Kagermann: Solch einem Kunden bin ich noch nicht begegnet. Falls ich aber einmal so einen Kunden treffen sollte, würde ich ihm sagen, dass er mit der Zeit mehr Geld ausgeben wird, da die Verwaltung eines solchen heterogenen Systems von Einzellösungen sehr schwierig ist - selbst dann, wenn es auf einer offenen Plattform aufbaut.

    Ich würde erwarten, dass der Kunde versuchen wird, die Flexibilität der SOA-Architekturen zu erproben. Zunächst sollte er es mit Einzellösungen probieren. Trotzdem bleiben immer noch die Wartung, die Koordination verschiedener Anbieter und so weiter.

    ZDNet: Wie geht es mit dem Ausbau des Ökosystems von Netweaver voran, ihrer Back-End Middleware? Ich höre, dass Sie etwa 1000 unabhängige Software-Entwickler an Anwendungen arbeiten lassen, die unter diesem System laufen. Aber wie viele dieser Anwendungen werden den Mainstream erreichen?

    Kagermann: Ich würde sagen, dass eine bedeutende Anzahl wichtiger Unternehmen schon jetzt davon Gebrauch macht, besonders im Hinblick auf die Industrie. Eine unserer ersten (Composite) Applications wurde von Accenture für die Ölbranche geschrieben.

    Ich habe versucht, Lösungen zu finden, also bin ich an den Partner herangetreten und habe gesagt: Zeigt mal her. Ich habe dann aber herausgefunden, dass es sich nicht wirklich um eine einfache Composite Application handelte, sondern um eine wirklich große Anwendung.

    Instant Messaging, Wikis und Blogs

    ZDNet: Instant Messaging, Wikis und Blogs sind Beispiele für Entwicklungen, die im Endverbraucherbereich begannen und dann Eingang in die amerikanische Unternehmenswelt fanden. Dort sind natürlich eigene, leistungsfähigere und sicherere Versionen gefragt. Werden wir jemals erleben, dass SAP den Weg beschreitet, Anwendungen als Spielzeug für den Endverbraucher zu vermarkten und dann zu hoffen, dass diese später den Weg in die Geschäftswelt finden?

    Kagermann: Heute denken viele Leute so, ich bin davon jedoch nicht überzeugt. In den meisten Unternehmen werden endgültige Entscheidungen an der Spitze getroffen und nicht durch einen demokratischen Prozess von unten erreicht.

    In unserem Fall sind es die Unternehmensanwendungen, die das Geschäft am Laufen halten. Das ist ganz etwas anderes, als mit netten Funktionen daherzukommen, die ganz schön sind und hie und da sogar die Produktivität steigern. SAP dagegen hält das Unternehmen am Laufen. Wenn das Programm zusammenbricht, ist das Unternehmen aus dem Geschäft. Da liegt der Unterschied.

    Die Wahl fällt auf uns, weil man uns glaubt, das Vertrauen hat, uns die Unternehmensabläufe zu überlassen. Der Kunde setzt einen Teil seines Unternehmenserfolges auf unsere Fähigkeit, Leistung zu erbringen. Da liegt der Unterschied. Ich glaube, man kann sich vom Nebensächlichen zum Entscheidenden vorarbeiten, in die entgegen gesetzte Richtung funktioniert es jedoch nicht.

    ZDNet: Was halten Sie von Blogs und Wikis?

    Kagermann: Prinzipiell halte ich sie für gut, denn Menschen teilen so Informationen und Wissen, was ich immer gut finde. Es bleibt allerdings die Frage nach der Qualität all dieses Wissens. Ich betrachte das lieber aus der Ferne. Es muss einen Verantwortlichen geben. Wenn so etwas in Bereichen überhand nimmt, die für die Kunden kritisch sind, bin ich der Ansicht, dass man sich besser auf die Ressourcen des eigenen Büros verlässt.

    Quelle: CNET Networks Deutschland GmbH/ZDNet.de und CNET.de

  2. Hi,

    schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man viele Hilfestellungen.
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren

Ähnliche Themen zu SAP-Chef Kagermann sagt "Nein Danke" zu On-Demand


  1. Browser sagt "Fertig", Seite ist aber leer: Hallo zusammen, ich habe folgendes Problem: Ich habe seit 2 Tagen ein neues Notebook. Nun kommt es häufig vor, dass im Browser "Fertig" angezeigt...



  2. Füe Mein Eigenes Board ein wenig Werbung "danke": Hallo Leute , habe seit heute ein eigens Board eingerichtet , wäre nett wenn Ihr mal vorbeischaut , es handle sich über Geheimdienste , oder...



  3. Losse Change: Die "Warheit" über den 11. September und was die Presse dazu sagt: Hallo, Fireblade hatte hier vor längerer Zeit einen Link zum 120 minütigen Video "Loose Change" (Verschwörungstheroie zum 11. September) gepostet....



  4. PC Magazin: "Kopierschutz? Nein danke!": PC-Titel gegen weitere Verschärfung des Urheberrechts Das PC Magazin startet zur CeBIT 2006 die Aktion "Kopierschutz? Nein danke!", um gegen...