Windows 7 - extended Support endet Morgen in 3 Jahren

13.01.2017 13:45 Uhr | maniacu22

Auch wenn Windows 7 im weltweiten Vergleich immer noch die uneingeschränkte Vorreiterrolle einnimmt, möchte Microsoft nochmal an das Support-Ende im Jahr 2020 hinweisen, welches genau morgen in drei Jahren eintreten wird, wodurch keine Sicherheitsupdates mehr verteilt werden und Windows 7 – ähnlich wie aktuell Windows XP in der Versenkung verschwinden dürfte

Es lässt sich nicht leugnen, dass Windows 7 im weltweiten Vergleich immer noch vor Windows 10 positioniert ist, obwohl letzteres nun auch schon 1,5 Jahre verfügbar ist. Einer der Gründe dafür lässt sich in den Südostasiatischen Ländern wie Indonesien, China oder auch Indien finden, in denen Windows 7 besonders stark vertreten ist. Ein Upgrade auf das aktuellere Windows 10 fällt aus den meisten Gründen flach, da es sich bei einem Großteil der dort verteilten Windows-7-Lizenzen um Raubkopien handelt, die sich offiziell nicht auf Windows 10 upgraden lassen.

Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass Windows 7 bereits vor über sieben Jahren eingeführt worden ist und zum vorgesehenen Support-Ende am 14. Januar 2020 über 10 Jahre über 10 Jahre auf dem Buckel haben wird. Heute vor zwei Jahren, am 13. Januar 2015 ist der Mainstream-Support ausgelaufen, über welchem das beliebte Betriebssystem nicht nur mit Updates, sondern auch mit neuen Features ausgestattet wurde. Aktuell erhält Wndows 7 über den Extended Support nur noch Sicherheits-Updates, deren Verteilung allerdings morgen in drei Jahren ebenfalls eingestellt werden soll.

Der deutsche Windows-Chef Markus Nitschke in einer zum Anlass versendeten Pressemitteilung zitiert das Ende von Windows 7 wie folgt:

„Windows 7 kommt langsam in die Jahre. Bereits heute wird es weder den Ansprüchen der Anwender an moderne Technologien, noch den hohen Sicherheitsanforderungen von IT-Abteilungen gerecht. Bereits bei Windows XP haben wir gesehen, dass sich Unternehmen frühzeitig mit dem Umstieg beschäftigen sollten, um spätere Risiken oder Kosten zu vermeiden“

Insbesondere im zweiten Abschnitt lässt sich viel Zündstoff für ausschweifende Diskussionen wiederfinden. Mit dem Vergleich zu Windows XP, welches zu seiner Zeit ebenfalls wahnsinnig beliebt gewesen ist, möchte Microsoft seinen Windows-7-Kunden den Stress ersparen, welchem nicht gerade wenige Kunden im Jahr 2014, zum Auslaufen des extended Support von Windows XP ertragen mussten. In diesem Jahr hat es auch nicht gerade wenige Versuche und Diskussionen gegeben, Microsoft zu einer Verlängerung der Upgrade-Frist zu bewegen.

Aber auch die Hardware-Hersteller reagieren bereits auf das bevorstehende Support-Ende, auch wenn dieses „erst“ in drei Jahren stattfinden wird. Die neuen CPU-Generationen der Chip-Hersteller AMD und Intel werden ihre volle Leistung sowieso nur noch unter Windows 10 entfalten können, was aber nicht damit gleichzusetzen ist, dass diese kein Windows 7 oder Windows 8 unterstützen würden. Nur werden unter den älteren Betriebssystemen etliche neuere Funktionen gar nicht erst erkannt bzw. angewendet.

Microsofts Intention hinter dem Hinweis, dass Windows 7 ab morgen nur noch einen dreijährigen Extended Support genießen wird, liegt also darin, die Kunden rechtzeitig darauf hinzuweisen, nicht dass sich dann im Jahr 2020 jemand mit den Worten hinstellt „Ich habe von nichts etwas mitbekommen.“ Auch wenn sich letzteres wohl dennoch nicht vermeiden lassen wird, möchte man die Kunden schon jetzt ganz behutsam auf das bevorstehende Auslaufen des Supports hinweisen, damit auch Unternehmen genügend Zeit bleibt, sich langsam von Windows 7 verabschieden zu können.

via drwindows

Meinung des Autors

Wie schon Windows XP, wird auch Windows 7 in die Ahnenreihe der besonders guten Windows-Betriebssysteme einkehren dürfen. Allerdings sollte man sich jetzt schon langsam mit dem Gedanken anfreunden, aus Sicherheitsgründen in absehbarer Zeit über ein Upgrade auf Windows durchzuführen. Das Chaos von 2014 will sicherlich niemand nochmal erleben müssen. Andererseits weiß ich persönlich auch (wie sicherlich auch Microsoft), was das für eine Aufgabe in einem Unternehmen darstellt. Und je größer und umfangreicher die IT-Ausstattung eines Unternehmens ist, desto schwieriger ist ein Umstieg von A nach B innerhalb kurzer Zeit. Dennoch gehe ich davon aus, dass dieses Chaos 2020 (falls es überhaupt stattfindet) deutlich geringer als 2014 ausfallen wird, da sich die Migration von Windows XP zu Windows 7 deutlich schwieriger gestaltet hat, als es von Windows 7 zu Windows 10 zu erwarten ist. Was denkt ihr darüber?

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