Windows 10 Spectre-Sicherheitspatch: AMD soll Probleme aufgrund abweichender Chipsatzdokumentation selbst erzeugt haben

09.01.2018 09:35 Uhr | maniacu22

Als zu Beginn des Jahres umfangreich über Meltdown und Spectre berichtet worden ist, bei welchen es sich um hardwarebedingte Sicherheitslücken handelt, haben viele Hersteller mittlerweile entsprechende Sicherheitspatches veröffentlicht. Allen voran hat auch Microsoft bereits in der vergangenen Woche entsprechende Sicherheitsupdates vorzeitig ausgerollt, die eigentlich erst in der aktuellen Woche in Form des Patchday zur Verfügung gestellt werden sollten. Da hierdurch die Testphase entsprechend kurz ausgefallen ist, wurde ein Fehler übersehen, welcher nun diversen Nutzern älterer AMD-Systeme auf die Füße fällt, da sich diese nicht mehr starten lassen. Nach aktuellen Kenntnisstand gibt Microsoft dem Chiphersteller AMD die Schuld, da dessen betroffene Chipsätze von der eigentlichen Dokumentation abweichen würden

Aktuell häufen sich in unserem, wie auch in anderen Foren die Meldungen von Besitzern „betagterer“ AMD-Systeme, dass diese nach den letztwöchig ausgerollten Windows-Patches einen normalen Systemstart verweigern und im worst case auch nicht mehr über die Systemwiederherstellung auf den vorherigen Update-Stand zurückgesetzt werden können. Viele Nutzer hatten im Rahmen des vergangenen Wochenendes viel Zeit in eine Systemrettung investieren müssen, was verständlicherweise sauer aufstößt.

Bislang gab es keinerlei Informationen darüber, wo genau die Ursache für dieses Phänomen zu suchen ist, welches wir auch hier noch einmal beschrieben haben. Jetzt hat Microsoft auf seiner Support-Seite eine Information dazu veröffentlicht, über welche man dem Chiphersteller AMD die Schuld daran gibt, dass bestimmte Systeme einen System-Neustart verweigern. Man will herausgefunden haben, dass einige Chipsätze von AMD nicht der Dokumentation entsprechen, die Microsoft von AMD erhalten habe, um entsprechende Sicherheitsupdates vorzubereiten. Das würde auch erklären, warum nur ausgewählte und eben nicht alle veralteten CPUs mit folgenden Sicherheitsupdates ihre Probleme haben:

  • KB4056897 (Security-only update)
  • KB4056894 (Monthly Rollup)
  • KB4056888 (OS Build 10586.1356)
  • KB4056892 (OS Build 16299.192)
  • KB4056891 (OS Build 15063.850)
  • KB4056890 (OS Build 14393.2007)
  • KB4056898 (Security-only update)
  • KB4056893 (OS Build 10240.17735)
  • KB4056895 (Monthly Rollup)

Bis die genannten Updates nicht entsprechend überarbeitet worden sind, was in enger Zusammenarbeit zwischen Microsoft und AMD stattfindet, ist der Rollout entsprechender Updates bis auf weiteres eingestellt worden.

Meinung des Autors

Schon interessant, dass nicht sämtliche "älteren" AMD-Systeme, sondern nur vereinzelte CPU-Modelle von diesem Updateproblem betroffen sind. Auch wenn der aktuelle Zustand für die betroffenen Nutzer ärgerlicher nicht sein kann, ist es doch wichtig zu wissen, dass Microsoft und AMD Hand in Hand zusammenarbeiten, um dieses Problem so schnell wie möglich zu lösen. Hier hilft es meiner Meinung nach auch nicht, sich den "Schwarzen Peter" gegenseitig in die Schuhe zu schieben. Hier muss eine Lösung her, und das schnellstmöglich. Oder wie seht ihr das?

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