Windows 10: so lässt sich die maximal erlaubte Pfadlänge von Win32-Anwendungen aushebeln

10.07.2018 10:56 Uhr | maniacu22

Nicht wenige Windows-Nutzer werden sicherlich schon einmal mit dem Problem konfrontiert gewesen sein, dass das Kopieren, Verschieben oder auch Löschen von Dateien und Ordnern zu einem Problem werden kann, speziell wenn sich diese auf einem Netzlaufwerk wie einem NAS oder auch in der Cloud befinden. Hierfür verantwortlich ist die sogenannte maximale Zeichenlänge „MAX_PATH“, welche unter Windows 10 nicht mehr als 260 Zeichen betragen darf. Unter den Windows-Editionen „Professional“, „Enterprise“ und auch Windows Server 2016 lässt sich das Problem mit den maximal erlaubten Pfadlängen über den Gruppenrichtlinien-Editor beheben. Wie das funktioniert, soll euch der nachfolgende Praxis-Tipp zeigen

Wie schon seine Vorgänger-Betriebssysteme ist auch Windows 10 so programmiert, dass es bei zu langen Pfad- oder auch Dateinamen zu Problemen beim Kopieren, Verschieben oder auch Löschen kommen kann. Selbst wenn der Dateiname vielleicht gar nicht so lang ausfällt, setzt sich der von Microsoft bezeichnete „fully qualified file name“ aus dem eigentlichen Dateinamen sowie auch dem Pfad der Verzeichnisse zusammen, dessen Wert als „MAX_PATH“ bezeichnet wird und nicht mehr als 260 Zeichen betragen darf. Liegt jetzt die entsprechende Datei allerdings mit vielen Unterverzeichnissen auf einem Netzlaufwerk oder in einem Cloud-Speicher, kann dieser Wert von 260 Zeichen ganz schnell überschritten werden.

Für Nutzer, die Probleme mit den vorgegebenen Pfadlängen haben, hat Microsoft die Möglichkeit eingeräumt, diese Sperre zu umgehen. Da die nachfolgende Vorgehensweise allerdings den Gruppenrichtlinieneditor benötigt, können Nutzer eines Windows 10 Home hier aufhören zu lesen, da er Gruppenrichtlinien-Editor ausschließlich Nutzern von Windows 10 Professional, Windows 10 Enterprise sowie Windows Server 2016 zur Verfügung steht.

  • öffnet als erstes den Gruppenrichtlinieneditor, indem ihr die Windows-Taste betätigt und gpedit eingebt
  • im Editor für lokale Gruppenrichtlinien angelangt, navigiert ihr zu „Computerkonfiguration -> Administrative Vorlagen -> System -> Dateisystem“
  • führt nun im rechten Fenster einen Doppelklick auf „Lange Win32-Pfade aktivieren“ aus
  • im sich neu öffnenden Fenster könnt ihr nun zwischen „Nicht konfiguriert“ (Standard-Einstellung), „Aktiviert“ und „Deaktiviert“ wählen
  • wählt nun „Aktiviert“ aus und übernehmt die Einstellungen
  • im Anschluss kann es notwendig sein, einen Systemneustart durchzuführen

Nun sollten die aus zu langen Dateinamen resultierenden Probleme behoben sein.

Meinung des Autors

Hat man viel mit Dateitransfer zwischen dem PC und einem Netzwerkspeicher wie zum Beispiel einem NAS oder einem Cloud-System zu tun, kann es durchaus hilfreich sein, den MAX_PATH-Wert von 260 Zeichen auszuhebeln. Persönlich bin ich allerdings überfragt, aus welchen Gründen Microsoft diesen in der heutigen Zeit überhaupt noch anwendet.

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