Windows 10: App PDF-Reader wird abgeschaltet - Support bereits eingestellt - UPDATE

15.02.2018 15:44 Uhr | Geronimo

20.11.2017, 12:01 Uhr:
Der Browser Edge für Windows 10 fristet ein Nischendasein. Jetzt will Microsoft die Verbreitung offenbar pushen, und greift dafür zu durchaus fragwürdigen Methoden. Das zeigt sich am Beispiel einer App, die demnächst nicht mehr genutzt werden kann. Als Ersatz sollen neben dem erwähnten Browser zwei weitere Programme dienen – ein echter Rückschritt für die Anwender

Laut diversen Quellen wie Netmarketshare oder statcounter (GlobalStats) hat Edge einen weltweiten Marktanteil um die 4 Prozent. Damit liegt man sogat noch hinter dem eigenen Internet Explorer, dessen Nutzung unter Windows 10 nicht vorgesehen ist. Und auch gegenüber anderen Mitbewerbern wie Chrome, Firefox und sogar dem nur auf Apple-Geräten nutzbaren Safari liegt man (deutlich) zurück. Das hat man sich in der Zentrale in Redmond sicher anders vorgestellt, weshalb man die Nutzer des aktuellen Betriebssystems jetzt quasi zu ihrem Glück zwingen will.

Erreicht werden soll das dadurch, dass die Reader-App bereits jetzt nicht mehr unterstützt wird, also künftig weder Funktions- noch Sicherheitsupdates erhält. Doch das ist nur der erste (kleine) Schritt, doch der nächste (große) Schritt ist bereits angekündigt. Die App soll nämlich nach Donnerstag, dem 15. Februar 2018, gar nicht mehr genutzt werden können. Davon ist nicht nur die schnelle und einfache Anzeige von PDF-Dokumenten betroffen, denn mit der Anwendung lassen sich auch XPS- und TIFF-Dateien anzeigen. Das wird künftig nicht mehr möglich sein, wie im nachfolgenden Hinweis angekündigt wird:

In der Ankündigung werden auch Alternativen genannt. Bei TIFF und XPS sollen dabei andere vorinstallierte Apps und Anwendungen zum Einsatz kommen, nämlich die Windows-Fotos-App für TIFF-Dateien sowie der XPS Viewer. Für PDF hingegen soll künftig der erwähnte Browser Edge genutzt werden. Das dürfte so manchem Anwender allerdings ein Dorn im Auge sein, weswegen dann wahrscheinlich in vielen Fällen eine Alternative zum weggefallenen Produkt installiert werden dürfte. Erste Wahl wird dabei bei vielen Nutzern der bekannte Adobe Reader sein, der kostenlos aus dem Microsoft Store heruntergeladen werden kann und auch den Touchscreens der Surface-Reihe genutzt werden kann.

Update, 15.02.2018, 16:44 Uhr: Heute ist der letzte Tag, an dem die PDF-Reader-App genutzt werden kann, ab morgen bedarf es dann einer Alternative. Ironie am Rande: nach dem jüngsten kumulativen Update von Windows 10 ist der Browser Microsoft Edge nicht mehr in der Lage, PDF-Dokumente zu öffnen. Als Workaround hat Microsoft die Verwendung eben jener App empfohlen, die aber aus dem Microsoft Store nicht mehr heruntergeladen werden kann. Es wird allerdings bereits ein Fix mit der Build-Nummer 15254.249 verteilt, mit dem Edge wieder repariert wird, wie der Blogger Dr. Windows meldet.

Meinung des Autors

Eigentlich soll Windows 10 von Haus aus (fast) alles können. Umso erstaunlicher ist es, dass Microsoft die Funktionen des Betriebssystems beschneidet. Das ist in naher Zukunft bei der Ansicht von PDF-Dokumenten und anderen Dateitypen der Fall. Die Alternativen sind zwar vorhanden, doch der Sinn dieses Schritts erschließt sich auch auf den zweiten Blick nicht wirklich.

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