Vorsicht bei Amazon: versteckte Zusatzkosten bei Bestellungen möglich - UPDATE

19.12.2017 09:32 Uhr | Geronimo

18.12.2017, 10:30 Uhr:
Bei einigen Fluglinien war und ist es teilweise so, dass bei der Buchung bestimmte kostenpflichtige Zusatzangebote automatisch mitgebucht werden, sofern man diese nicht abwählt. Der größte Online-Händler der Welt arbeitet inzwischen an mancher Stelle mit ähnlichen Methoden

Wer gleichzeitig mehrere Artikel bei Amazon bestellt, sollte genau auf die Angaben bei den Versandkosten achten. Eine bestimmte Option, deren Nutzung zusätzliche Kosten nach sich zieht, ist nämlich zumindest manchmal automatisch voreingestellt. Gemeint ist der Punkt „Ich möchte meine Artikel schneller. Sofort verschicken, sobald Artikel verfügbar sind.“, für den mindestens 3,99 Euro verlangt werden. Bei mehr als zwei Artikeln können diese Kosten auch höher ausfallen. Wer auf die einzelnen Artikel warten kann, sollte hier unbedingt auf „Komplettversand: Meine bestellten Artikel in so wenige Einzellieferungen wie möglich zusammenfassen“ umstellen, um die Zusatzkosten zu sparen.

Auch an anderer Stelle versucht Amazon gelegentlich, den Kunden mehr oder weniger unauffällig zu höheren Versandkosten zu treiben. Bei manchen Bestellungen wird angeboten, den schnellen Versandservice via Amazon Prime zu testen. Wer dies nicht möchte, findet eine sehr große und auffällige Schaltfläche, trotzdem per Prime-Versand zu versenden – was natürlich kostenpflichtig ist. Den kleinen unauffälligen Link daneben, der zum kostenfreien Standardversand (ab 29 Euro oder wenn mindestens ein Buch in der Bestellung enthalten ist) führt, kann man da schon einmal übersehen. Und offenbar baut man bei Amazon auf letzteres.

Wer auf die beiden obigen Punkte nicht achtet, muss bereits bei der Bestellung von nur zwei Artikeln mit zusätzlichen Kosten in Höhe von rund 10 Euro rechnen. Die bei weiteren Artikeln auch noch weiter ansteigen können. Und das, obwohl die Lieferung dann teilweise nur einen Tag früher kommt, als bei einer regulären Bestellung ohne beschleunigten Versand.

Update, 19.12.2017, 10:32 Uhr: Hier noch ein wichtiger Zusatz zur gemeinsamen Lieferung aller bestellten Artikel. Sofern einer davon erst in einigen Tagen oder gar Wochen lieferbar ist, wird der Rest bereits früher versendet. Und das ganz ohne Berechnung von zusätzliche Versandkosten oder einer Bearbeitungsgebühr, weshalb man auch in einem solchen Fall nicht die kostenpflichtige Teillieferung wählen muss.

Meinung des Autors

Bei Zusatzangeboten, beispielsweise einem beschleunigtem Versand, sollte immer "Opt in" gelten - der Kunde muss das gewünschte selber auswählen und aktivieren. Bei Amazon trickst man aber zumindest teilweise mit "Opt out" - die voreingestellten Zusatzdienste müssen dann aktiv abgewählt werden. So mancher dürfte darauf reinfallen, was dem Online-Händler sicher gutes Geld in die Kassen spült. Nicht unbedingt die feine Art. oder?

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