Virenschutz für Windows 10 im Test: Microsoft Defender mal wieder auf dem letzten Platz

23.02.2017 09:54 Uhr | Geronimo

Über den Nutzen einer Antivirus-Software wird oftmals lang und kontrovers diskutiert. Nicht wenige Nutzer und auch Experten vertreten die Ansicht, dass der bordeigene Schutz durch die vorinstallierte Software von Microsoft ausreichend ist. In einem aktuellen Test wird aber wieder einmal bestätigt, dass dies eine eher trügerische Sicherheit vermittelt, denn alle anderen untersuchten Programme schützen besser

Das Prüfinstitut AV-Test veröffentlicht regelmäßig seine Tests von Virenschutz-Programmen für Windows 10, zuletzt war das im November letzten Jahres der Fall. Und genauso regelmäßig landet der Windows Defender wegen der schlechtesten Schutzwirkung auf dem letzten Platz. Das schlechte Abschneiden wurde jetzt in einer Untersuchung der Stiftung Warentest bestätigt, denn auch dort landete das integrierte Schutzprogramm am Ende des Testfeldes, da der Schutz als „mittelprächtig“ eingestuft wird. Das Urteil lautet daher nur „besser als nichts“. Bemängelt wird aber auch die Handhabung, und das mit deutlichen Worten: „Es gibt keinen klaren Zugang und kaum Hilfe zum Dienst, Nutzer müssen sich durchwuseln“. Letzteres sieht man inzwischen auch bei Microsoft so, weswegen es beim nächsten großen Update von Windows 10 Verbesserungen im Sicherheitscenter geben soll.

Wer also trotz diverser Experten-Einwände einen wirkungsvollen Schutz gegen Malware und Trojaner auf seinem PC oder Laptop installieren will, sollte sich eher bei der Konkurrenz umsehen. Dabei muss man nicht einmal Geld ausgeben, denn die beiden kostenlosen Programme AVG Antivirus Free und Avira Free Antivirus bieten bereits eine gute Schutzwirkung. Erfreulich dabei ist, dass beide Lösungen den Rechner kaum einbremsen. Der Software von Avira wird von den Testern zudem eine gute Handhabung bescheinigt. Allerdings muss in beiden Fällen auf einen Spam-Filter verzichtet werden. Um diesen zu bekommen, muss man zu kostenpflichtigen Lösungen greifen.

Den besten Schutz bietet dabei Norton Security Standard, gefolgt von Kaspersky Internet Security und G Data Internet Security. Auch zahlreiche weitere Programme wurden mit gut bewertet. Und das muss nicht einmal teuer sein, denn hohe Sicherheit gibt es bereits für rund 20 Euro pro Jahr. Dabei weist die Stiftung Warentest ausdrücklich darauf hin, dass die Preise je nach Kaufquelle stark unterschiedlich sind. Den mit Abstand höchsten Preis zahlt man aber immer dann, wenn man die jeweilige Antivirus-Software direkt beim Hersteller kauft. Im freien Handel lassen sich hingegen bis zu 50 Prozent sparen. Nachfolgend werden die getesteten Programme und ihre Noten aufgelistet, wobei zuerst die Schutzwirkung (macht 65 Prozent des Ergebnisses aus) und im Anschluss die Gesamtnote genannt wird.

  • Symantec Norton Security Standard: gut (1,7) / gut (1,9)
  • Kaspersky Internet Security: gut (2,0) / gut (2,1)
  • Eset Internet Security: gut (2,2) / gut (2,2)
  • G Data Internet Security: gut (2,1) / gut (2,2)
  • AVG Internet Security: gut (2,3) / gut (2,3)
  • AVG Antivirus Free: gut (2,3) / gut (2,4)
  • Avira Antivirus Pro: gut (2,4) / gut (2,4)
  • Avira Free Antivirus: gut (2,5) / gut (2,4)
  • Bitdefender Internet Security: gut (2,2) / gut (2,4)
  • BullGuard Internet Security: gut (2,3) / gut (2,4)
  • F-Secure Safe: gut (2,3) / gut (2,4)
  • Avast Internet Security: befriedigend (2,6) / befriedigend (2,6)
  • Trend Micro Antivirus+ Security: gut (2,5) / befriedigend (2,6)
  • Avast Free Antivirus: befriedigend (2,7) / befriedigend (2,8)
  • Panda Security Antivirus Pro: befriedigend (3,0) / befriedigend (2,8)
  • Sophos Home: befriedigend (2,6) / befriedigend (2,9)
  • McAfee Antivirus Plus: befriedigend (3,0) / befriedigend (3,0)
  • Microsoft Defender: befriedigend (3,1) / befriedigend (3,0)

Der vollständige Test kann im März-Heft der Stiftung Warentest oder gegen Bezahlung auf der Homepage gelesen werden. Dort finden sich dann auch die Bewertungen der beiden weiteren Prüfpunkte Handhabung (25 Prozent der Gesamtnote) und Rechnerbelastung (10 Prozent). Im letzten Punkt schneiden fast alle Produkte gut ab, auch der Windows Defender.

Meinung des Autors

Zum Thema Virenschutz gibt es überaus konträre Ansichten. Eine davon ist, dass der vorinstallierte Windows Defender bei Windows 10 ausreicht. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Wer dem Programm nicht ganz vertraut, sollte daher zu einer anderen Software greifen, die mehr Schutz verspricht.

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