Telegram: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen - so geht es

16.05.2018 08:54 Uhr | Geronimo

Moderne Messenger nutzen Verschlüsselungstechnologie, damit Nachrichten nicht von anderen gelesen werden können. Vielen Nutzern von Telegram ist aber nicht bewusst, dass dieser Dienst als Standard einen relativ schwachen Schutz bietet. Über einen Umweg kann man das ändern

Im Gegensatz zu anderen Messengern kommen bei Telegram zwei verschiedene Verschlüsselungen zum Einsatz. Dazu das in Russland beheimatete Unternehmen: „Server-Client Verschlüsselung wird in Cloud-Chats (private Chats und Gruppenchats) eingesetzt, Geheime Chats setzen auf eine zusätzliche Ebene der Client-Client Verschlüsselung“. Die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die bei den Mitbewerbern WhatsApp, Threema, Signal und Wire immer und automatisch verwendet wird, kann bei Telegram nur genutzt werden, wenn dies aktiv angestoßen wird. Dafür muss ein sogenannter Geheimer Chat gestartet werden, was folgendermaßen geht:

  • Android: Chatliste -> Stiftsymbol -> Neuer Geheimer Chat
  • Apple iPhone: Chatliste -> Symbol rechts oben für neue Nachricht -> Neuer Geheimer Chat
  • Windows Phone: „+“-Zeichen in der Chatliste -> Neuer Geheimer Chat

Erst dann werden die Nachrichten mitsamt Bildern, Videos und sonstigen Daten direkt auf dem einen Smartphone verschlüsselt und beim Empfänger wieder entschlüsselt. Die Sache hat aber einige Haken. Beispielsweise werden die geheimen Chats durch kurzes Abmelden bei Telegram (z.B. bei einem temporären Rufnummernwechsel) vom Handy gelöscht und können dan auch nicht wiederhergestellt werden. Und sofern man einen geheimen Chat auf dem Smartphone startet, kann man diesen nicht auf einem Tablet, PC oder Zweithandy fortsetzen. Zudem lassen sich bereits laufende Unterhaltungen nicht auf den geheimen Modus umstellen, sondern es muss eine neue Konversation gestartet werden – mit den zuvor genannten möglichen Nachteilen.

Meinung des Autors

Für zahlreiche Nutzer ist Telegram eine Alternative zur Facebook-Tochter WhatsApp. Das liegt auch daran, dass der Messenger auf anderen Geräten als dem eigenen Smartphone genutzt werden kann. Doch das führt dazu, dass bei der Datensicherheit Abstriche gemacht werden müssen - die sich nur durch aktives Vorgehen des Nutzers umgehen lassen. Dabei sind aber einige Dinge zu beachten.

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