Tastatur reinigen richtig gemacht

20.08.2013 11:55 Uhr | maniacu22

Jeder Besitzer eines Computers kennt vermutlich dieses Problem: eine durch Krümel, Staub oder Getränkespritzer verunreinigte Tastatur. Einige kippen sogar ein ganzes Glas Cola (unabsichtlich oder nicht) darüber. Mit einfachen trocknen lassen ist es meist nicht getan, doch total unbrauchbar sind diese Tastaturen noch lange nicht. Es gibt Möglichkeiten, Tastaturen wie Neu aussehen und anfühlen zu lassen

Im Internet findet man allerlei Ratgeber zum Reinigen einer Tastatur, die meisten behandeln aber nur oberflächlich den Schmutz. Wir zeigen euch in unserem Ratgeber, mit welchen Mitteln und Arbeitsaufwand man eine Tastatur in neuwertigen Zustand zurückversetzen kann.

Als erstes möchten wir betonen, dass nicht jede Tastatur gleich aufgebaut ist. Es gibt Tastaturen mit viel interner Elektronik (z.B. für ein separates Display), dann gibt es mechanische Tastaturen, Notebook-Tastaturen usw.
Böse Stimmen behaupten, dass bei einer hintergrundbeleuchteten Tastatur eine Komplettreinigung nicht möglich sei, da die Tasten anschließend nicht mehr leuchten würden. Wir haben für unsere Reinigung extra eine hintergrundbeleuchtete Tastatur inklusive viel Elektronik für ein zusätzliches Display herangezogen, um zu demonstrieren, dass man sich vor einer Reinigung nicht zu scheuen braucht. Somit ist unser Reinigungskanditat kein geringerer als die Logitech G15:

Benötigte Materialien:

  • die zu reinigende Tastatur
  • eine Bürste
  • Druckluft und/oder Staubsauger
  • Schüssel mit warmen Wasser inklusive Spülmittel
  • Handtuch, Küchenrolle geht auch
  • Schlitzschraubendreher oder anderes Werkzeug um die Tasten vom Board lösen zu können

Wie man auf den ersten Bildern sehen kann, ist unsere G15 ganz schön verdreckt. Da ist es nicht mit einer einfachen oberflächlichen Reinigung getan:

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Da wir zur gründlichen Reinigung alle Tasten auf einmal entfernen, machen wir vorher ein „Beweisfoto“, auf dem man dann schön die Positionen aller Tasten sehen kann. Das ist Notwendig, damit wir nach der Reinigung nicht noch dem Puzzle-Wahn ausgesetzt werden.

Wie eben betont, werden nach dem „Beweisfoto“ alle Tasten mittels eines Schlitzschraubendrehers vorsichtig ausgehebelt und für eine halbe Stunde in eine Schüssel mit warmen Spülwasser getaucht:

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Hinweis: Bei einfacheren Tastaturen kann man die Schrauben auf der Rückseite lösen, die Tastatur komplett zerlegen und die Oberschale ebenfalls einem Wasserbad unterziehen, welches durch das Einweichen eine wesentlich sanftere Reinigung darstellt:

Bei unserer G15 ist dies leider nicht möglich gewesen, da das Display mitsamt der Elektronik in der Oberschale verbaut ist.

Mit einer trockenen Bürste und einem Druckluftspray (kann auch von einem Kompressor kommen) reinigen wir jetzt die Bodenwanne der Tastatur. Hier sollte möglichst wenig Wasser verwendet werden, da unterhalb dieser Wanne die gesamten Leiterbahnen der Elektronik lang laufen. Bei verschütteter Cola o.ä. sollte man diese Flecken mit einem feuchten, in Spülwasser getränkten Tuch reinigen. Das Display, die Ränder sowie die Zwischensparren, die beispielsweise die F-Tasten von den Zahlentasten trennen, werden ebenfalls mit einem feuchten Tuch gereinigt:

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In der Zwischenzeit konnten alle Tasten der Tastatur im Wasserbad schön einweichen, was den Schmutz sehr schonend entfernen lässt.
Jetzt werden die Tasten einzeln aus dem Wasserbad geholt, mit einem Handtuch oder Küchenrolle abgetrocknet. Anhand des zuvor aufgenommenen Fotos kommt jede Taste wieder an ihre ursprüngliche Position, wo sie mit einem leichten Druck eingerastet werden.

Im Anschluss wird noch einmal kurz mit einem trockenem Handtuch über die gesamte Tastatur gewischt und sie erstrahlt in neuem Glanz:

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Fazit: Bei ausschließlich verstaubten Tastaturen genügt womöglich ein Staubwedel, aber bei einem Zustand wie bei unserer G15 oder schlimmer, sollte man sich die Zeit für eine Reinigung einfach mal nehmen. Man hat einfach länger Freude an der Tastatur und muss sich nicht nach amerikanischen Vorbild alle Jahre wieder eine neue kaufen, nur weil „die alte“ verdreckt ist.

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