Sky Q Receiver: hoher Stromverbrauch - was der Mehrverbrauch kostet - UPDATE

26.07.2018 09:40 Uhr | Geronimo

05.07.2018, 14:31 Uhr:
Mit der Umstellung auf das neue Sky Q hat sich so manches auf dem Sky+ Pro Festplattenreceiver verschlechtert. Das gilt insbesondere für den Energieverbrauch, denn dieser ist nach dem Update deutlich höher als mit der bisherigen Software. Nachfolgend erklären wir, welche Zusatzkosten den einzelnen und am Ende allen Abonnenten entstehen

Bei der bisherigen Software von Sky finden sich diverse Einstellungen, mit denen der Energiebedarf des Receivers deutlich gesenkt werden kann beziehungsweise konnte. Doch diese Möglichkeiten sind mit dem Umstieg auf das von uns bereits getestete Sky Q massiv beschnitten worden. Aufgrund einer Vereinfachung der Einstellmöglichkeiten ist es jetzt beispielsweise nicht mehr möglich, den Festplattenrekorder gezielt und dauerhaft in den Tiefschlaf zu schicken, in dem weniger als ein Watt an Energie verbraucht wird. Vielmehr verbleibt der Receiver mit Sky Q gemäß den neuen Energiespar-Optionen quasi dauerhaft im Standby-Modus, in dem er reichlich Strom verschwendet – was durch die dauerhaft warme Gehäuseoberseite leicht überprüft werden kann.

Konkret bedeutet dass, dass im Bereitschafts-Modus ein Stromverbrauch von rund 17 Watt gemessen worden ist. Je nach Stromanbieter und Tarif bedeutet das jährliche Kosten von rund 40 bis 45 Euro, ohne dass der Receiver eine Sekunde lang genutzt worden ist. Mit den bisherigen automatischen und vor allem den manuellen Abschaltmöglichkeiten dürfte der Verbrauch rund ein Viertel bis zwei Drittel (oder sogar noch mehr) niedriger gewesen sein. Den Sky-Kunden entsteht so also ein finanzieller Mehraufwand, der zwischen 10 und 30 Euro pro Jahr liegt. Im Durchschnitt darf von (mindestens) 15 Euro ausgegangen werden.

Hochgerechnet auf die aktuell 5,2 Millionen Kunden von Sky, von denen angeblich etwa 40 Prozent bereits auf Sky Q umgestiegen oder für den Umstieg berechtigt sind (bei steigender Tendenz), bedeutet das einen volkswirtschaftlichen Schaden von Minimum 30 Millionen Euro pro Jahr. Geld, das übrigens nicht in den Programmausbau von Sky fließt, sondern vom Staat in Form von Steuern und natürlich von den Stromkonzernen einkassiert wird. Zudem ist das Ganze selbstverständlich auch ein ökologisches Desaster, denn die verbrauchten mehreren Tausend Kilowattstunden wurden schlicht unnötigerweise produziert. Sky wäre daher gut beraten, das Thema Energieverbrauch des Sky Q Receivers noch einmal gründlich zu überarbeiten, denn vorher hat das ja durchaus gut funktioniert. Und das vielleicht auch unter dem Gesichtspunkt, dass die neue Software mit dem hohen Stromverbrauch gegen EU-Auflagen verstoßen könnte, und daher eine Aberkennung des CE-Kennzeichens für den Receiver eine mögliche Folge wäre – was zumindest einige der betroffenen Nutzer fordern, um damit Druck auf Sky auszuüben.

Update, 26.07.2018, 11:40 Uhr: Sky hat heute mitgeteilt, dass „mehr als eine Million Sky Kunden in Deutschland und Österreich […] bereits in den Genuss von Sky Q“ kommen. Damit ist offiziell bestätigt, dass in beiden Ländern jetzt erstmals eine siebenstellige Anzahl an Sky Receivern betrieben wird, die quasi dauerhaft ziemlich viel Strom aus dem Netz ziehen. Ausgehend von der obigen Rechnung sind das über eine Million Euro pro Monat, die den Abonnenten an unnötigen Stromkosten entstehen. Aus aktuellem Anlass muss daher noch einmal ausdrücklich an Sky appelliert werden, die Energiespareinstellungen deutlich nachzubessern und wieder die Möglichkeiten einzubauen, die die bisherige Software seit Jahren bietet.

Meinung des Autors

Man sollte meinen, dass das Thema Energiesparen im Jahr 2018 überall angekommen ist. Bei Sky ist das offenbar nicht der Fall, denn anders ist nicht zu erklären, dass sich der Sky Q Receiver nach der Umstellung als wahrer Stromfresser entpuppt. Und das geht in der Summe ganz schön ins Geld, weshalb nachbessern dringend angesagt wäre.

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