Samsung PM1643 - SSD-Laufwerk mit einer Speicherkapazität von 30,72 Terabyte geht in die Serienproduktion

20.02.2018 16:26 Uhr | maniacu22

Auch wenn das bessere Preis-pro-Gigabyte-Verhältnis immer noch auf der Seite der klassischen Festplatten mit Magnetscheiben liegt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass sich dieses ändern könnte. Einen riesigen Schritt in die richtige Richtung geht dabei der koreanische Elektronik-Hersteller Samsung, der mit der neu vorgestellten PM1643-SSD schon zumindest der absoluten Speichergröße den Magnetscheiben davon gerannt ist. Die neue PM1643, welche ab sofort in Serienproduktion gegangen ist, bietet mit unglaublichen 30,72 Terabyte eine höhere Kapazität als die derzeit die größten Magnet-Festplatten

Als offizieller Nachfolger der im März 2016 vorgestellten PM1633a bietet die neue, ebenfalls für den Enterprise-Markt vorgesehene PM1543-SSD mit insgesamt 32,72 Terabyte die doppelte Speichermenge und überholt damit auch die der klassischen Magnetfestplatten. Die neue PM1643 besteht aus insgesamt 32 Packages, die jeweils eine Speichergröße von einem Terabyte umfassen, die wiederum aus 16 V-Nand-Chips mit jeweils 512 Gbit zusammengestellt sind. Die in einem 2,5-Zoll großem Gehäuse verbaute SSD setzt auf eine SAS-Schnittstelle (12 Gb/s), wodurch laut Hersteller unter Zuhilfenahme einer Leitungsbündelung bis zu 2.100 MB/s beim sequentiellen Lesen sowie bis zu 1.700 MB/s beim sequentiellen Schreiben möglich sein sollen. Beim wahlfreien Lesen/Schreiben sollen 400.000/50.000 IOPS möglich sein.

Die Controller-Architektur besteht aus neun einzelnen Controllern, die insgesamt auf einen DRAM-Speicher von 40 Gigabyte zurückgreifen können – mehr als bei den meisten PC-Anwendern Arbeitsspeicher vorhanden ist.Dieser DRAM-Speicher setzt sich aus zehn Packages zusammen, die ihrerseits wieder aus 8-Gb-DRAM-Chips bestehen, die erstmalig unter Zuhilfenahme der Through-Silicon Via-Technologie (TSV) miteinander verbunden sind. Bezugnehmend auf die Haltbarkeit spricht Samsung davon, dass die 30-TB-SSD mindestens einmal täglich komplett befüllt werden könne, was als 1 Drive Write Per Day (DWPD) bezeichnet wird. Da der Garantiezeitraum insgesamt fünf Jahre umfasst, würde dies bedeuten, dass der neuen PM1643 ein Schreibvolumen von 56 Petabyte zugesichert wird.

Von der PM1643 soll die 32-TB-Version das Flaggschiff darstellen. Andere, kleinere Speichervarianten sollen dann im Laufe des Jahres mit Speicherkapazitäten von 15,35 TB, 7,68 TB, 3,84 TB, 1,92 TB, 960 GB und 800 GB folgen. Eine Preisvorstellung hat Samsung bislang noch nicht kommuniziert, doch wenn man von dem Vorgänger, der PM1633a mit ihren 15,36 TB für etwa 8.000 Euro ausgeht, liegt die Vermutung nahe, dass die 32-TB-Version nicht unterhalb eines fünfstelligen Betrages zu bekommen ist.

Quelle: mspoweruser, diverse

Meinung des Autors

Das jahrelange "rumgeeiere" bei den Kapazitäten von SSD-Laufwerken scheint nun endlich ein Ende gefunden zu haben. Obwohl die neuen Speicherriesen für den Enterprise-Sektor bestimmt und noch dermaßen teuer sind, zeigt sich doch langsam, dass es nicht unmöglich ist, SSDs mit mehr als 4 TB zu produzieren. Die Preise für letztgenannte Speicherlaufwerke dürften dann in der nächsten Zeit entsprechend sinken und für uns "Normalsterbliche" finanzierbar werden.
Oben