Nvidia Titan V - erste Volta-GPU mit 110 TFLOPS für Consumer-Markt vorgestellt

08.12.2017 10:51 Uhr | maniacu22

Obwohl Nvidia schon seit einiger Zeit mit der Tesla V100 eine Grafikkarte mit Volta-Grafikchip im Portfolio gelistet hat, ist diese nicht für den Consumer-Markt erhältlich. Die neue, von Nvidias CEO Jensen Huang im Rahmen der NIPS-Konferenz vorgestellte Titan V soll dies jetzt ändern, auch wenn der Preis von 3.100 Euro selbst für Enthusiasten-Gamer ein wenig zu viel des Guten darstellen dürfte. Da sich die neue Titan V mit dem gleichen GV100-Chip wie die deutlich teurere Tesla V100 schmückt und mit einer Rechenleistung von 110 TFLOPS aufwarten soll, ist die Karte eher für Wissenschaft und Forschung als für Gamer ausgelegt

Nvidia schafft es immer und immer wieder, neue Rekorde aufstellen zu können, ganz gleich ob diese die Leistungsfähigkeit oder auch die Preise der vorgestellten Grafikkarten betreffen. So auch bei der neuen, im Rahmen der NIPS-Konferenz vorgestellten Nvidia Titan V, welche als erste Consumer-Grafikkarte mit dem neuen und sehr leistungsstarken Volta-Chip deklariert wird. Bei den technischen Spezifikationen orientiert sich das neue Consumer-Flaggschiff stark an der bereits verfügbaren Tesla V100, die ebenfalls auf der GV100-GPU basiert.

Gefertigt im 12-nm-Prozess stehen somit der neuen Titan V 21,1 Milliarden Transistoren mit 5.120 aktiven Shadereinheiten, 640 „Tensor-Cores“ sowie 320 Textur-Einheiten zur Seite. Der Standard-Takt beträgt 1.200 Megahertz, welcher mittels Boost-Modus auf bis zu 1.455 Megahertz beschleunigen kann. Der hier verwendete HBM2-Speicher ist auf drei statt der möglichen vier Stacks beschränkt, wodurch „nur“ 12 der 16 möglichen Gigabyte zur Verfügung stehen, die somit auch „nur“ über ein auf 3.072 statt des möglichen 4.096-Bit-Interface zugreifen. Der Speicher selbst taktet mit 850 Megahertz, wodurch die Speicherbandbreite hier „nur“ auf 653 GByte/s statt der 900 GByte/s der Tesla V100 kommt.

Die speziell für das Deep Learning eingesetzten 640 Tensor-Cores ermögllichen der neuen Titan V eine Rechenleistung von 110 TFLOPS, wodurch die Rechenleistung des Volta-Chip gegenüber ihrem Pascal-Vorgänger ungefähr um den Faktor 9 ansteigt. Die Energieeffizienz im Vergleich zu Pascal soll um den Faktor 2 ansteigen, wodurch eine enorme Leistungssteigerung bei ungefähr gleichem Verbrauch erzielt werden soll. Aus diesem Grund stehen bei der neuen Titan V auch „nur“ ein 8-Pin sowie ein 6-Pin-Stromanschluss zur Seite, da diese Kombination für die veranschlagten 250 Watt TDP offensichtlich ausreicht. Für die Verbindung zu den Bildausgabegeräten hat Nvidia drei DisplayPort-Anschlüsse sowie einen HDMI-Ausgang vorgesehen.

Als günstig kann die neue Titan V allerdings nicht bezeichnet werden. Für die Vorbestellung, bei welcher pro Kunde maximal zwei Modelle geordert werden dürfen, werden bereits auf der deutschen Webseite stolze 3.100 Euro aufgerufen, wobei mit einer Auslieferung nicht vor dem ersten Quartal 2018, eher zweites Quartal 2018 gerechnet werden darf. Dabei unterstützt die Titan V kein SLI oder NV Link.

Obwohl die neue Titan V ihren Einsatz in erster Linie bei Entwicklern und Forschern vorsieht, kann die Titan V durch den bereits erfolgten Support durch den neuen GeForce 388.59-Treiber durchaus auch von Gamern verwendet werden, insofern der Enthusiasmus so groß ist, den aufgerufenen Preis von 3.100 Euro zahlen zu wollen.

Meinung des Autors

Die neue Titan V ist bezüglich ihrer Leistungsdaten durchaus ein beeindruckendes Stück Technik, aber wenn schon für den "Consumer-Bereich", warum dann ein Kaufpreis von 3.100 Euro? Was soll die Speicherbeschränkung in dieser Preislage? Fragen über Fragen, die wohl nur die Marketing-Abteilung von Nvidia zu beantworten weiß.

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