NAS im Eigenbau - so lässt sich ein ausgemusterter PC mittels FreeNAS zum Netzwerkspeicher umfunktionieren

19.07.2018 09:05 Uhr | maniacu22

Ist der alte PC aufgrund zu geringer Rechenleistung schon durch ein neues Modell ersetzt worden oder steht kurz davor, muss dieser nicht verschenkt, verkauft oder endgültig ausrangiert werden. Alternativ hierzu lässt sich nahezu jeder PC mittels der kostenlosen FreeNAS-Software zu einem vollwertigen Netzwerkspeicher umfunktionieren, welcher aktuellen, teuren NAS-Geräten aus dem Hause HP, Seagate, Synology oder QNAP in kaum etwas nachstehen. Was ihr zum Bau eines eigenen, individuellen NAS an Hard- und Software benötigt, soll euch dieser Praxis-Tipp erläutern

Wer für einen aufgrund zu geringer Rechenleistung ausgemusterten PC keine wirkliche Verwendung mehr haben sollte, kann sich einmal der Überlegung stellen, sich daraus selber ein NAS zu „bauen“. NAS (Network Attached Storage), was zu deutsch netzgebundener Speicher bedeutet, gilt als ein einfach zu verwaltender Dateiserver, auf welchen sämtliche im Netzwerk befindlichen Computer zugreifen können, auf Wunsch auch gleichzeitig. Doch genug der Definitionen, die sich im Internet wie zum Beispiel bei Wikipedia nachlesen lassen.

In den nachfolgenden Zeilen möchte ich euch erklären, wie ihr relativ günstig an ein eigenes NAS kommt, ohne dafür extra Geräte kaufen zu müssen, die von den Marktführern wie HP, Seagate, Synology oder auch QNAP angeboten werden. Im Internet lassen sich für eigene NAS-Systeme entsprechende Software-Anbieter wie FreeNAS finden, die jeden x86-kompatiblen Rechner im handumdrehen in einen Netzwerkspeicher verwandeln können. Die dafür notwendigen Systemvoraussetzungen fallen wie folgt recht moderat aus:

  • 64-Bit fähiger Multicore-Prozessor
  • 8 Gigabyte RAM
  • ein Netzwerkanschluss
  • eine Festplatte als Datenspeicher
  • Bootlaufwerk mit mindestens 8 GB (USB-Stick möglich)

Die vollständige Liste der unterstützten Hardware lässt sich direkt auf der Homepage von FreeNAS nachlesen.

Nachdem ihr FreeNAS kostenlos heruntergeladen und installiert habt, lässt sich dem Rechner, wie bei jedem anderen Betriebssystem auch, mittels DHCP im lokalen Netzwerk eine IP-Adresse zuweisen. Die Einrichtung erfolgt in einem einfach gehaltenen und doch komfortabel zu bedienenden Webinterface, welches sich jederzeit mittels Plugins um weitere Funktionen erweitern lässt. Zu diesen Erweiterungen zählen zum Beispiel die Unterstützung für Medienserver wie Plex Media Server, ein BitTorrent-Client oder auch Cloud-Dienste wie OwnCloud, über welche auch unterwegs auf den Server zugegriffen werden kann. Da FreeNAS wie seine oben bereits erwähnte Konkurrenz ebenfalls alle wichtigen Netzwerkprotokolle wie MB/CIFS,NFS, AFP, FTP, iSCSI oder auch WebDAV beherrscht, kann der Netzwerkspeicher neben Windows-PCs auch vollkommen problemlos mit Rechnern kommunizieren, die eine Linux- oder auch MacOS-Distribution installiert haben.

Zu den weiteren Stärken von FreeNAS zählt zudem das ZFS-Dateisystem, wodurch das schlanke Betriebssystem auf Wunsch nicht nur ein Software-Raid erstellen kann, sondern zusätzlich auch noch die darauf befindlichen Daten mit einer Schlüsselstärke von 256 Bit chiffrieren, Snapshots erstellen oder auch vorhandene Daten mittels resync auf eine weitere NAS replizieren kann. Windows- sowie auch Mac-Nutzer dürfen sich zudem freuen, dass mittels Windows Backup oder auch AppleTime Machine angelegte Backups unterstützt und verwaltet werden können.

Meinung des Autors

Da ich meinen extrem sparsamen Xeon E3-V1265L nun durch einen Ryzen 2400G ersetzt habe, der über deutlich mehr Power verfügt, hatte ich bislang keine Verwendung mehr für diesen. Das dürfte sich nun wieder ändern, da das nächste Projekt ein solches FreeNAS-System sein wird, wofür der besagte Xeon besonders geeignet sein dürfte. Vielleicht habt auch ihr noch einen PC, der schon ausrangiert ist oder kurz davor steht. Bevor man viel Geld in fertige NAS-Geräte investiert, sollte man vielleicht überlegen, ob nicht diese hier angebotene Alternative auch ausreicht.

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